Braunkohlekraftwerke sind besonders klimaschädlich. / Quelle: Unternehmen

07.10.15 Erneuerbare Energie

Studie: Viele deutsche Kohlemeiler sind überflüssig

Deutschland muss bis zum Jahr 2020 dreimal mehr Braunkohlekraftwerke abschalten als bisher geplant, um sein Klimaziel nicht zu verfehlen. Das hat eine Studie festgestellt, die das Institut Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace verfasst hat. Demnach müssten bis 2020 deutsche Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 8,6 Gigawatt (GW) sofort vom Stromnetz gehen, damit die Bundesrepublik ihr Klimaziel erreichen kann. Deutschland hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß des Treibhausgases CO2 gegenüber 1990 um 40 Prozent zu verringern.

Das größte Potential für CO2-Einsparungen sehen die Studienautoren im Stromsektor. Dort könne diese zudem besonders kostengünstig geschehen. Hier plant die Bundesregierung derzeit, 2,7 GW Kraftwerksleistung vom Markt zu nehmen. Sie will diese aber als Reserve am Netz lassen und den Energieversorgern dafür eine Entschädigung von 600 Millionen Euro jährlich zahlen. Um das Klimaziel zu erreichen, müssten jedoch weitere 5,9 Gigawatt Kohlekraft abgeschaltet werden, heißt es dazu in der Greenpeace-Studie, insgesamt also 8,6 Gigawatt. Sonst klaffe eine Klimaschutzlücke von 25,3 Millionen Tonnen CO2.

Die von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie stellt klar, dass die so genannte Kohlereserve nicht benötigt wird, im Gegenteil. Deutschland könne die erforderlichen 8,6 GW Kohlekapazitäten sofort abschalten und zugleich die Stromversorgung gewährleisten. Die dadurch verursachten Kosten dafür seien mit 0,28 Cent pro Kilowattstunde „sehr gering“.

Hier  gelangen Sie zu der Greenpeace-Studie.
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