Die Windkraft erlebt als Anlageziel geschlossener Fonds in Deutschland derzeit eine Rainessance. /Bildquelle: ECOreporter (Stein)

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Studie: Viele Fonds zu älteren Windparks verfehlen Prognosen

Besonders im Bereich geschlossene Fonds hat die Windkraft in den vergangenen zwei Jahren eine Renaissance erlebt. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass die Förderungen für Solarstrom wichtigen Märkten wie Deutschland, Italien oder Spanien in der jüngeren Vergangenheit drastisch und zum Teil auch rückwirkend (Spanien) gekappt wurde. Eine aktuelle Studie, über die die „tageszeitung“ berichtete, zeigt nun auf, dass zahlreiche geschlossene Windfonds ihre Ertragsprognosen verfehlen. Das gilt allerdings vor allem für Fonds, die in ältere Windparks bis zum Baujahr 2006 investiert haben. Diese machen allerdings aktuell rund 60 Prozent der in Deutschland installierten Windkraft aus.

In die Studie des Kasseler Steuerberaters Werner Daldorf, der im Anlegerbeirat des Windkraftbranchenverbandes BWE tätig ist, flossen rund 1.150 Jahresabschlüsse der Jahre 2000 bis 2011 von 175 Windparks ein. Ergebnis: 86 Prozent erreichten in dieser Zeit die prognostizierten Umsätze. Und bei 37 der untersuchten Windparks erwirtschafteten Verluste, weil die Erträge nicht zur Tilgung der Darlehen ausreichten.  Vielfach hätten überhöhte Windertragsprognosen zu Fehlkalkulationen geführt, heißt es. (hier und hier finden Sie ausführliche Experten-Interviews zur Problematik der Windertragsgutachten).

Weil sich die Rechenmodelle mit den Jahren verbesserten und auch der den Windertragsprognosen zugrunde liegende BDB-Index (mehr dazu erfahren Sie hier) mehrfach angepasst worden sei, dürften neuere Windparks ihren Prognosen deutlich näher kommen, dennoch gebe es auch unter den neuern Windfonds unrealistisch kalkulierte Angebote, zitiert die tageszeitung den Studienautor. Der BWE habe angekündigt, Konsequenzen aus der Studie zu ziehen und unter anderem die Checklisten für Anleger neu Aufzulegen.
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