02.08.10 Erneuerbare Energie

Studie warnt vor Stolperfalle für den britischen Photovoltaikmarkt

Die Hoffnungen auf ein Aufblühen des britischen Photovoltaikmarktes haben einen Dämpfer erhalten. Darauf weist EuPD Research aus Bonn in einer neuen Untersuchung mit dem Titel „The UK Photovoltaic Market 2010 – Tapping the Fullest Potential“ hin. Demnach müssen in Großbritannien die installierten Solarprodukte und der zuständige Installateur mit dem „Micro-generation Certification Scheme“ (MCS) Zertifikat akkreditiert sein, damit überhaupt der Anspruch einer Einspeisevergütung erhoben werden kann. Das Zertifikat werde von der führenden britischen Prüfbehörde, dem British Standards Institute (BSI), herausgegeben und gelte für Anlagen mit einer Größe von bis zu 50 kW. Von dieser Regelung sei besonders das stärkste Segment der Privatkunden betroffen, so EuPD Research.

Mit der Einführung des „Clean Energy Cashback“ am 1. April 2010 soll in Großbritannien die Marktentwicklung der erneuerbaren Energien befördert werden. Die lukrativste Förderung ist dabei für die Photovoltaiktechnologie vorgesehen. Besonders Eigentümer von Wohnhäusern, die sich für eine Kleinanlage interessieren, erhalten die höchsten Vergütungssätze. Bislang keine bzw. nur eine untergeordnete Bedeutung kommt den kommerziellen Kunden und Betreibern von Solarparks zu, denn es gibt eine Fördergrenze für Systeme bis 5 Megawatt (MW).

Die Regelung der MCS-Zertifikate für das Segment der Anlagen mit einer Größe bis 50 kW soll auf Kundenseite für Transparenz bei der Qualität der Installationen und Produkte sorgen. Doch sie droht sich zu einer künstlichen Beschränkung gerade im wichtigsten Segment zu entwickeln, warnt EuPD Research. Zum einen müssen laut deren Untersuchung die Kosten für die Zertifizierung von den Installateuren selbst getragen werden. Zum anderen fehle es an einer einheitlichen Standardisierung des Prozesses. Deshalb könnten die Kosten und die Länge eines Standardisierungsprozesses von Installateur zu Installateur stark variieren. Mit der möglichen Folge, dass dies eine Vielzahl von kleinen Betrieben davon abhält, sich akkreditieren zu lassen. „Konsequenz wäre eine nur unzureichende Bedienung der Nachfrage aus diesem Segment und eine künstliche Marktbegrenzung“, so die Marktforscher aus Bonn.

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