11.07.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Anleihen / AIF , Fonds / ETF

Studie zeigt bei Anlegern großes Informationsdefizit beim nachhaltigen Investment

In Deutschland hat erst jeder zehnte private Finanzentscheider bereits in eine nachhaltige Geldanlage investiert. Das geht aus einer von der GLS Bank und Green City Energy veröffentlichten Forsa-Studie hervor. Sie basiert auf der Befragung von 1001 deutschen Finanzentscheidern ab 18 Jahren mit mindestens einer Geldanlage. Diese ergab, dass 34 Prozent dieser informierten Anleger eine sozial-ökologische Finanzanlage in Betracht ziehen. „Die Studie zeigt uns, dass der grüne Geldmarkt noch viel Potential bereit hält und es gleichzeitig einer großen Aufklärung bedarf“, erklärt dazu Carsten Schmitz, Mitinitiator der Studie und Filialleiter der GLS Bank in München.

Bei der Forsa-Untersuchung stellte sich heraus, dass bisher nur jeder dritte Finanzentscheider von sozial-ökologischen oder ethisch-sozialen Geldanlagen gehört hat. Rund 66 Prozent der Gesamtbefragten ist diese Anlageform gänzlich unbekannt. Allerdings sind Befragten mit Abitur oder Studium (51%) sowie einem monatlichen Haushaltseinkommen von mindestens 2.000 Euro (40%) sozial-ökologische Geldanlagen überdurchschnittlich bekannt. Auffällig ist, dass Männer besser informiert sind als Frauen (40% vs. 27%). „Das gravierende Wissensdefizit rund um grüne Geldanlagen zeigt, dass den Medien einen Schlüsselrolle bei der Aufklärung der Anleger zukommt“, meint dazu Theresa Kratschmer, Mitinitiatorin der Studie und Unternehmenssprecherin von Green City Energy.

Bei der Entscheidung für eine neue Geldanlage folgen Anleger der Studie zufolge vor allem dem eigenen Bauchgefühl: Sechs von zehn Befragten gaben an, bei der Wahl ihrer Geldanlage gebe die eigene Erfahrung beziehungsweise ihre „inneren Stimme“ den Ausschlag. Die Empfehlung eines Bank- oder Vermögensberaters ist für jeden Zweiten (48%) entscheidend. Etwa jeder Dritte zählt auf Informationen aus Zeitung oder dem Internet (34%). Dahinter liegt die Empfehlung von Verwandten oder Bekannten (30%). Während Männer sich bei der Entscheidung für eine Geldanlage etwas stärker von der eigenen Erfahrung leiten lassen als Frauen (63% vs. 57%) ist der Rat des Vermögensberaters und des persönlichen Umfelds für Frauen die wichtigere Entscheidungshilfe (52% vs. 44% bzw. 35% vs. 25%).

Die vorgelegte Erhebung zeigt, dass die wichtigsten Aspekte für Anleger neben der Sicherheit ihres Investments (93%), die flexible Laufzeit (87%), freie Verfügbarkeit (83%) und Rentabilität (74%) sind. Hierbei zeigen sich im Geschlechtervergleich keine größeren Unterschiede. Anders verhält es sich bei sozial-ökologischen Kriterien: Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen soziale Gesichtspunkte bei der Geldanlage sehr wichtig oder wichtig sind. Frauen führen hier mit 74 Prozent gegenüber 65 Prozent der Männer und messen somit moralisch/ethischen Aspekten genau so viel Bedeutung bei wie dem Anspruch auf Rendite. Für 56 Prozent der Gesamtbefragten spielen ökologische Kriterien eine bedeutende Rolle. Auch hier haben die Frauen mit 61 Prozent gegenüber 52 Prozent der Männer die Nase vorn.

Als weiteres Ergebnis der Studie geht hervor, dass knapp jeder zweite Befragte in ein regionales Bürgerkraftwerk investieren würde. Insbesondere Männer zeigen sich dieser Idee aufgeschlossener als Frauen (52% vs. 41%).
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