Sara Carvalho de Oliveira, ESG-Analystin bei Sycomore Asset Management: "Unsere Beurteilung der Unternehmen basiert auf sieben Kriterien, wie der Geschäftsethik und der Steuerehrlichkeit, der Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit sowie der Existenz eines Leitbildes, das einem sozialen Zweck dient." / Foto: Unternehmen

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Sycomore schickt Aktienfonds ins Rennen

Ein nachhaltiger Aktienfonds geht in Deutschland an den Start: Der Sycomore Shared Growth (ISIN FR0010117093) ist in Frankreich bereits erhältlich - und nun auch hierzulande zum Vertrieb zugelassen. Er ist aktuell aber noch nicht überall handelbar, die comdirect hat ihn beispielsweise noch nicht im Programm.

Sycomore Asset Management, 2001 gegründet, hat sich in Frankreich im Bereich nachhaltige Geldanlage einen Namen gemacht. Insgesamt verwalten die Franzosen derzeit rund 8,1 Milliarden Euro Anlegergelder, davon 40 Prozent nach SRI-Strategien (= Strategien für gesellschaftlich verantwortliche Kapitalanlagen).

Der Ausgabeaufschlag für den Sycomore Shared Growth (R-Klasse) beträgt maximal 7,0 Prozent, derzeit sind es 5,0 Prozent. Die jährlich laufenden Kosten liegen bei 1,0 Prozent. Die Verwaltungsgebühr liegt ebenfalls bei 1,0 Prozent. Angelegt ist das Geld aktuell zu etwa 85 Prozent in Aktien, 2,2 Prozent entfallen auf Anleihen und rund 10,2 Prozent stecken in Barmitteln.

Steuerehrlichkeit als Kriterium

Bei den Einzelwerten finden sich Unternehmen wie Sanofi und Shire (beide Pharma), Rhön Klinikum (Klinikbetreiber), Danone (Lebensmittel) und Fresenius SE (Medizintechnik). "Unsere Beurteilung der Unternehmen basiert auf sieben Kriterien, wie der Geschäftsethik und der Steuerehrlichkeit, der Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit sowie der Existenz eines Leitbildes, das einem sozialen Zweck dient", erläutert dazu Sara Carvalho de Oliveira, ESG-Analystin bei Sycomore Asset Management.

Bei der Fondstranche mit der ISIN FR0010117085 (I-Klasse) ist der Ausgabeaufschlag mit maximal 3,0 Prozent niedriger, dafür sind die laufenden Kosten deutlich höher. Die Managementgebühr liegt bei 2,0 Prozent und die Verwaltungsgebühr ebenfalls bei 2,0 Prozent.

Fonds tragen Siegel für nachhaltige Geldanlagen

Die Franzosen analysieren die ausgewählten Titel für ihre Portfolien nach einem eigenen Modell. Es heißt "Spice" und beruht auf einer Reihe von Kriterien. "Wir bewerten die gesellschaftlichen Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen, indem wir den Umsatz eines Unternehmens, Geschäft für Geschäft, analysieren. Auf diese Weise können wir das Engagement für nachhaltige Entwicklungsziele oder zur Lösung langfristiger gesellschaftlicher Herausforderungen festlegen", sagt Frédéric Ponchon, Portfoliomanager von Sycomore Shared Growth.

Bereits 2010 hat sich der Vermögensverwalter Sycomore den PRI (Principles for Responsible Investments) verpflichtet. Auch in Sachen Kohleausstieg engagieren sich die Franzosen. Seit 2013 unterstützen sie das "Carbon Disclosure Project", seit 2015 das Montréal Carbon Pledge. Ende 2016 hat sich Sycomore dem Global Impact Investing Network angeschlossen. Zudem sind alle Fonds aus dem Segment "Nachhaltigkeit" mit dem SRI-Siegel für nachhaltige Geldanlagen der französischen Regierung ausgezeichnet.

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