LDK Solar stellt Module für Solarparks her und baut auch ganze Anlagen selbst. Im Bild ein Solarpark des Stromkonzerns Vattenfall. / Quelle: Unternehmen

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Teilinsolvente LDK Solar gewinnt neuen Spielraum

Fortschritte im vorläufigen Insolvenzverfahren auf den Cayman Inseln meldet der chinesische Solarkonzern LDK Solar Co. Ltd. Die Chinesen erzielten eine Einigung mit den Gläubigern einer Anleihe, deren Zinsen LDK bereits vor Monaten hätte begleichen sollen.  Die Gläubiger, denen der Solarkonzern nach eigenen Angaben rund 262,4 Millionen Dollar schuldet, haben einem Entschuldungsplan mit zwei Varianten zugestimmt. Dieser Plan sieht vor, dass die Anleihe-Gläubiger ihre Anteile entweder in Aktien wandeln oder eine Barzahlung annehmen, die maximal insgesamt 50 Millionen Dollar schwer werden soll. Das heißt, sie verzichten auf einen großen Teil ihrer Investition. LDK gab bekannt, dass 60 Prozent der Gläubiger den Plan abgenickt hätten.

Außerdem sei es der vorläufigen Insolvenzverwaltung gelungen, von der LDK Großaktionärin Heng Rui Xin Energy 13 Millionen US-Dollar zur Zwischenfinanzierung des Entschuldungsplans zu bekommen, hieß es. Alle Vereinbarungen stehen noch unter Vorbehalt, weil das zuständige Gericht auf den Cayman-Inseln noch zustimmen muss.

Ob der Handel mit LDK-Aktien an der New Yorker Börse wieder aufgenommen wird, bleibt offen. Die Börse kündigte eine erneute Prüfung des Sachverhalts an. Mit der vorläufigen Insolvenz war der Handel ausgesetzt worden.
Der operative Kern von LDK Solar sitzt im chinesischen Xinyu. Dort wird der schwer überschuldete Konzern weiter stark von Regionalbehörden und Staatsbanken unterstützt. Deshalb ist dieses Unternehmenssegment nicht von der Insolvenz auf den Caymans betroffen. Diese kam ins Rollen, weil LDK einem Pool internationaler Großinvestoren seit April 2013 Zinsen im Wert von 13,7 Millionen Dollar aus einer Wandelanleihe-Emission schuldet. Nachdem die Gläubiger Monate lang Aufschub gewährten, forcierten sie schließlich doch den Insolvenzantrag.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass auch für Unternehmensgründer und Chef Xianfeng Peng Insolvenz angemeldet wurde (mehr dazu lesen Sie  hier). Die prekäre finanzielle Schieflage von LDK zog auch ein deutsches Solarunternehmen in die Insolvenz. Die Sunways AG aus Konstanz. Das Unternehmen war zum Jahreswechsel 2012/2013 mehrheitlich von LDK übernommen worden und hatte seither auf die finanzielle Rettung durch den vermeintlich starken Partner gehofft. Mittlerweile hat für Sunways das zweite vorläufige Insolvenzverfahren begonnen – seitdem LDK eingestiegen ist (ECOreporter.de  berichtete).

LDK Solar Co. Ltd: ISIN US50183L1070 / WKN A0MSNX
Sunways AG: ISIN DE0007332207 / WKN 733220
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