Meerwasserentsalzungsanlage von Abengoa. Auch Anbieter solcher Wassertechnologie kommen für Wasseraktienfonds in Frage. / Quelle: Unternehmen

23.01.15 Fonds / ETF

Themenfonds mit Potential – starke Jahresbilanz der nachhaltigen Wasseraktienfonds

Nachhaltige Wasseraktienfonds gehören zu den Gewinnern des Jahres 2014. Zwölf nachhaltige Aktienfonds mit dieser Spezialisierung gibt es auf dem deutschen Markt und davon haben neun bzw. drei Viertel im Jahr 2014 zweistellig an Wert gewonnen. Kein nachhaltiger Wasseraktienfonds erlitt einen Jahresverlust. Am schwächsten entwickelte sich noch der Sarasin Sustainable Water Fund mit einem Jahresplus von rund sieben Prozent. Dagegen verbesserte sich der Spitzenreiter dieser Kategorie, der Lyxor ETF World Water, im vergangenen Jahr um über 21 Prozent.

Etliche nachhaltige Aktienfonds konzentrieren sich auf bestimmte Anlagethemen, etwa auf Umwelttechnologie, auf Erneuerbare Energien oder eben auch auf den Bereich Wasser. Für solche Fonds kommen Aktien von Unternehmen mit ganz verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkten in Frage. Sie können Wassertechnologien entwickeln oder anbieten oder sie auch nur umfassend finanzieren, in Bereichen wie Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung aktiv sein, und vieles mehr. Unternehmen des Wassersektors haben gute Wachstumschancen, denn der weltweite Bedarf an sauberem Wasser steigt. Wasser ist für viele Experten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts - und auch der Stoff, der als erster knapp werden dürfte. Lediglich drei Prozent der weltweiten Wasservorräte bestehen aus Süßwasser. Nicht nur der globale Bevölkerungsanstieg wird die Nachfrage weiter erhöhen. Wasser wird auch immer intensiver genutzt, zum Beispiel für die Produktion von Nahrungsmitteln – die Bewässerung von Anbauflächen schluckt immer mehr Wasser. Anbieter so genannter „Mikrobewässerung“ helfen, den Verbrauch um bis zu 70 Prozent zu verringern. In Wachstumsregionen wie China muss in den sprunghaft wachsenden Städten das Abwasser entsorgt werden. Unternehmen, die hier Technik und Leistungen anbieten, werden auf Jahre hinaus genügend Wachstumspotenzial haben.

Wasser-ETF dominieren die Spitzengruppe

Die Wertentwicklung der nachhaltigen Wasseraktienfonds spiegelt das Wachstumspotential von Unternehmen aus diesem Sektor wider. Anleger haben bei diesen Produkten die Wahl zwischen neun aktiv gemanagten Wasseraktienfonds und drei ETF, also börsengehandelten Indexfonds (englisch Exchange Traded Funds, kurz ETF). Dabei fällt für 2014 auf, dass sich die drei nachhaltigen Wasser-ETF in der Jahresauswertung auf den vier Spitzenplätzen tummeln. Die aktiv gemanagten Wasseraktienfonds haben deutlich höhere Gebühren als die Wasser-ETF, sie nehmen im Vergleich aber für sich in Anspruch, mehr Aufwand bei der Titelauswahl zu betreiben, auch für die Nachhaltigkeitsanalysen und den Austausch mit den Unternehmen, während die ETF lediglich einen Index abbilden. Das ist im Fall des jahresbesten Wasser-ETF, des Lyxor ETF World, der Water World Water-Index (WOWAX) der französischen Société Générale. Dessen Zusammensetzung basiert auf Nachhaltigkeitsanalysen von RobecoSAM aus Zürich, die nach dem Prinzip des Best-in-class die Unternehmen aussucht, also die Nachhaltigkeitsbesten ihrer Branche ermittelt – allerdings nur aus der Gruppe der nach Marktkapitalisierung größten Firmen ihrer Branche. Kleine innovative Wassertechnikunternehmen sind also in diesem Index nicht zu finden. Zu den größten Positionen des Lyxor ETF World Water zählen etwa die französische Veolia, die im Wassersektor als Ver- und Entsorger aktiv ist, der Versorger American Water Works sowie die Geberit AG aus der Schweiz, die wassersparende Sanitärtechnik anbietet. Die jährliche Managementgebühr des ETF World Water liegt bei 0,6 Prozent.

Der Variopartner SICAV - Tareno Waterfund R1 EUR landete in der Jahresauswertung der nachhaltigen Aktienfonds mit einem Plus von 17,4 Prozent auf dem zweiten Platz und führt damit das Feld der aktiv gemanagten Wasseraktienfonds an. Er wurde 2007 von Vontobel Management S.A. aus Luxemburg aufgelegt, die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 1,8 Prozent. Der Variopartner SICAV - Tareno Waterfund R1 EUR muss nur zu mindestens zwei Dritteln in Wasseraktien investieren. Daneben kommen für ihn auch Anteilscheine von Unternehmen aus anderen Sektoren in Frage. Zu den größten Positionen im Portfolio dieses Fonds gehören neben American Water Work und Geberit auch Firmen aus China wie die Beijing Enterprises Water Group.

Die zehn nachhaltigen Wasseraktienfonds mit der besten Wertentwicklung in 2014

*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.
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