Die MT-Energie GmbH produziert auch Aufbereitungsanlagen für Biogas. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF

Tiefrote Zahlen und düstere Aussichten der MT-Energie GmbH

Die Lage der MT-Energie GmbH aus Zeven bleibt schwierig. Auch wegen der zu erwartenden Schwäche am heimischen Biogasmarkt geht die Unternehmensführung davon aus, dass die Finanzlage im 2014 angespannt bleibt. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht der Spezialistin für Biogasanlagenbau für das Geschäftsjahr 2013 hervor.

Die Anleihe-Anleger, die zusammen 13,6 Millionen Euro in eine Anleihe der MT-Energie GmbH investiert haben, könnten wie die kreditgebenden Banken ein unangenehmes Déjà-vu erleben: Um das Unternehmen über 2014 hinaus vor der Insolvenz zu bewahren, sollen die Gläubiger voraussichtlich erneut auf ihre Kündigungsrechte verzichten. Weil die Eigenkapitalquote der  MT-Energie GmbH wohl auch 2014 unter der 20-Prozent-Marke liegen werde, greife diese Kündigungsregel erneut,  heißt es in dem Lagebericht. „Da der weitere Fortbestand der Gesellschaft von der Nichtausübung der verschiedenen Sonderkündigungsrechte und der weiteren Unterstützung durch die Kreditgeber abhängig ist, haben die Finanzierungspartner bereits ihre wohlwollende Prüfung und Unterstützung angekündigt“, schreibt die Unternehmensführung.

Die MT-Energie bestätigte die bislang nur die vorläufigen Zahlenfür 2013. Demnach brach der Umsatz im Vergleich zu 2012 um 41 Prozent ein. Die Gesamtleistung lag mit 118,2 Millionen Euro knapp 42 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Bilanzsumme weist MT Energie für 2013 noch 76,5 Millionen Euro aus, rund 28 Prozent weniger als 2012.  Unterm Strich entstand somit ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 23,3 Millionen Euro. Durch einen Gewinnvortrag steht in der Bilanz 13,3 Millionen Euro Verlust auf Konzernebene.  Das Eigenkapital schmolz zusammen auf 3,1 Millionen Euro. Im Vorjahr verfügte MT-Energie der Bilanz zufolge noch 21,7 Millionen Euro Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote sank auf 11,4 Prozent.  Hintergrund der schwachen Bilanz sei die schwache Nachfrage. Zudem sei die Bilanz durch einmalige Sanierungskosten in Höhe von zusammen 1,1 Millionen Euro belastet.


Auch das Neugeschäft entwickelte sich 2013 deutlich schlechter als im Vorjahr: Für 2013 verbucht die MT-Energie GmbH bestehende Aufträge im Wert von 162,8 Millionen Euro Dabei belaufe sich der Wert der unterschriebenen Aufträge abzüglich geforderter Abschläge auf 71,8 Millionen Euro. 2012 wies die MT Energie GmbH hier noch Aufträge im Wert von 216,9 Millionen Euro aus, wobei die unterschriebenen Aufträge abzüglich von Abschlagzahlungen 100 Millionen Euro ausmachten.

Düstere Aussichten am Heimatmarkt

Ziel sei es weiterhin Kosten zu senken, um die Ertragslage zu verbessern und stärker auf das Auslandsgeschäft zu setzen. Die Aussichten für den Heimatmarkt skizziert die Unternehmensführung unterdessen düster: „Es ist davon auszugehen, dass es in Deutschland zukünftig keinen Zubau von Neuanlagen für nachwachsende Rohstoffe mehr geben wird und die Erweiterung bestehender Anlagen im Zuge der EEG-Novelle innerhalb Deutschlands zum Teil deutlich eingeschränkt wird“, heißt es in dem Lagebericht. Diese Einschätzung deckt sich mit einer aktuellen Prognose des Fachverbands Biogas (mehr lesen Sie  hier).
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