Aktientipps

Top oder Flop? - Analysten bewerten Aussichten der Aktie von SolarWorld unterschiedlich

Die neu entfachte Debatte über den Ausstieg aus de Atomkraft hat das Marktumfeld für Solaraktien deutlich verändert. Darauf weist Ben Lynch hin, auf Solarwerte spezialisierter Analyst der Commerzbank. Davon werde auch die SolarWorld AG profitieren. Lynch hatte bisher geraten, die Beteiligung an dem Solarkonzern aus Bonn zu reduzieren und das Kursziel bei 8 Euro gesetzt. Nun empfiehlt er, die Aktie zu halten und nennt 10 Euro als Kursziel. In Frankfurt notiert die Aktie heute um 10 Uhr bei 11,7 Euro. Sie hat sich seit der ersten Nachricht über einen Atomunfall in Japan um über 40 Prozent verteuert.

Der Analyst verweist darauf, dass SolarWorld in diesem Jahr bereits die Hälfte des Umsatzes in den USA erwirtschaften dürfte. Das Unternehmen sei in den auflebenden Solarmarkt der Vereinigten Staaten mit großer Produktion vor Ort aussichtsreich positioniert. Es könne in 2010 bereits einen Marktanteil von 15 bis 20 Prozent erobern. Zudem habe es auch für 2011 Kostensenkungen im Umfang von zehn Prozent angekündigt und könne damit den zu erwartenden Preisdruck weitgehend auffangen.

Lynch hebt seine Gewinnerwartung für 2011 an. Er rechnet für 2011 mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 184 Millionen Euro statt mit 133 Millionen Euro wie bisher. Der Gewinn je Aktie werde mit 78 Eurocent voraussichtlich doch fast den Vorjahreswert von 80 Eurocent erreichen und nicht auf 39 Eurocent, wie der Analyst bisher annahm. Für 2012 prognostiziert er ein EBIT von 210 Millionen Euro und einen Gewinn je Aktie von 102 Eurocent. Er geht davon aus, dass der Umsatz von 1,3 Milliarden Euro in 2010 weiter wachsen wird, auf 1,44 Milliarden Euro in 2011 und auf 1,7 Milliarden Euro in 2012.

Weitaus pessimistischer bewertet Götz Fischbeck von der BHF Bank die Aktie von SolarWorld. Er hält den Kurszuwachs der letzten Wochen für übertieben und rät, die Beteiligung unterzugewichten. Als Kursziel nennt er 8,3 Euro. Mittelfristig seine die Wachstumsaussichten des Solarkonzerns durchaus intakt, ab 2013 könne das Unternehmen von einem weltweiten Fortschreiten des Photovoltaikausbaus profitieren. Doch selbst dann werde der Gewinn je Aktie allenfalls 25 Eurocent ebtrage. Für 2011 und 2012 rechnet er hier mit 36 bzw 10 Eurocent, bei einem Umsatz von 1,18 Milliarden bzw. 1,14 Milliarden Euro.

Fischbeck geht davon aus, dass das Wachstum des weltweite Photovoltaikmarktes sich in 2011 und 2012 abflachen wird. Es drohe angesichts des starken Ausbaus von Produktionskapazitäten ein Überangebot an Solarmodulen, das in Kombination mit den sinkenden Solarstromtarifenin wichtigen Absatzmärkten zu starkem Preisdruck führen werde. Nach seinen Berechnungen dürfte die Preise in diese Jahr um 20 Prozent sinken und in 2012 um 16 Prozent. Dagegen könne SolarWorld ihre Produktionskosten wohl in jedem Jahr nur um 12 Prozent verringern.

Ohnehin glaubt Fischbeck nicht, dass eine Abkehr von der Atomkraft die Solarbranche nennenswert beflügeln wird. Aus dem Bereich der regenerativen Energie treffe dies am ehesten für die bereits sehr leistungsstarke Windkraft und die grundlastfähige Verstromung von Biomasse zu. Daneben sei eher mit einer verstärkten Nachfrage für Gaskraftwerke zu rechnen.

SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN: 510840
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