Lignum-Anleger investierten in Edelhölzer, im Bild eine Robinie. Abgesichert wurde das Investment in Bulgarien mit sogenannten Pfandrechten. Aber das rechtliche Konstrukt ist nur schwer zu durchschauen. / Foto: Pixabay

06.12.16

Auf dem Holzweg: Unsere Serie zur Lignum-Insolvenz

Ein Handschmeichler aus Robinie ist alles, was den Lignum-Anlegern vom Holzinvestment blieb. Wir beleuchten den Fall in einer Serie.

3.500 Anleger investierten über 5.000 Verträge in den vergangenen Jahren etwa 70 Millionen Euro in bulgarische Holzplantagen der Lignum-Gruppe: Sie taten dies in der Hoffnung, das wertvolle Edelholz nach mehreren Jahren mit hoher Rendite verkaufen zu können. So jedenfalls lautete das Versprechen von Andreas Nobis, Lignum-Gründer und Geschäftsführer mehrerer Lignum-Unternehmen.

Vermittelt wurden die Lignum-Produkte über die Lignum Sachwert Edelholz AG. Am 30. November fand die Gläubigerversammlung der Lignum Holding statt: Der Insolvenzverwalter Prof. Rolf Rattunde von der Kanzlei Leonhardt Rattunde aus Berlin und der Gläubigerausschuss wurden bei der Versammlung im Amt bestätigt.

Nicht nur die Lignum Holding und die Lignum Sachwert Edelholz AG sind mittlerweile insolvent. Auch alle anderen deutschen und bulgarischen Unternehmen der komplex aufgebauten Lignum-Gruppe haben Insolvenz angemeldet. Wie das Insolvenzgutachten zeigt, ist das investierte Geld der Anleger offenbar weg, und die Plantagen in Bulgarien sind deutlich weniger wertvoll als gedacht.

Lignum-Insolvenz: Haben die Anleger der Holzinvestments Anspruch auf Schadenersatz?

Immer noch ungeklärt bleibt unter anderem die Bewertung der Pfandrechtssituation, auch bei den zur Sicherheit bestellten Grundschulden und den rechtlichen Verhältnissen der bulgarischen Betriebsstätte tappen die Anleger und ihre Vertreter noch im Dunklen. Rechtsanwalt Oliver Peter Ruffi aus Dieburg, der mehrere Anleger vertritt und Mitglied des Gläubigerausschusses ist, erhofft sich hierzu im Interesse der Gesamtgläubigerschaft Informationen von der Anleger Interessenvertretung Lignum (AIL), die von Vermittlern der Nobis-Produkte ins Leben gerufen wurde. Die AIL hatte ursprünglich ein Rettungskonzept für die Holzinvestments erarbeiten wollen. Dieses wurde aber nicht mehr vorgestellt, offenbar weil weder Geld noch Personal zur Umsetzung vorhanden sind.

Es ist eine verstrickte und für die Anleger auch bittere Geschichte über die Risiken und Chancen von nachhaltigen Holzinvestments im Ausland. ECOreporter.de hat die Hintergründe und aktuellen Geschehnisse der Lignum-Insolvenz in einer mehrteiligen Serie beleuchtet und dafür mit vielen Akteuren gesprochen. Dabei wurde immer wieder der Frage nachgegangen: Hätte die Insolvenz der Lignum-Gruppe verhindert werden können? Welche Rolle spielten die Vermittler der Anlage-Produkte? Was wussten die Investoren über die hohen Risiken der Lignum-Produkte, wurden sie unzureichend über die Sicherheiten aufgeklärt? Was ist dran an den Betrugsvorwürfen, und wo ist das Geld der Anleger versickert?

Hier finden Sie alle vier Teile unserer Lignum-Serie in der Übersicht:

Im ersten Teil hat ECOreporter unter anderem über den aktuellen Stand des schwierigen Insolvenzverfahrens der Lignum Holding und der Lignum Sachwert Edelholz berichtet.

Teil II der Serie untersuchte, wieso das Geschäftsmodell mit den Holzinvestments in Bulgarien fehlschlug  – und wo die rund 70 Millionen Euro Anlegergelder geblieben sind.

Im dritten Teil ging es um die Frage, wie risikoreich die Lignum-Holzinvestments NobilisRent, NobilisPriva und NobilisVita wirklich waren, und was den Anleger versprochen (und nicht gehalten) wurde.

Teil IV ist der vorerst letzte Akt: Darin lesen Sie, was es mit dem bulgarischen Pfandrecht als Sicherheit für die Anleger auf sich hat, und woran der Rettungsplan der Anleger Interessenvertretung Lignum (AIL) scheiterte.

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