Für welche Bank man sich entscheidet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. / Foto: TheDigitalWay/CC0 Public Domain/Pixabay

15.09.16 Finanzdienstleister

Triodos-Studie: Kunden wollen nachhaltig handelnde Banken

Wer unzufrieden mit seiner Bank ist, kann ab 18. September leichter wechseln und sein Konto umziehen. Dafür sorgt das neue Zahlungskontengesetz (ZKG), dass dann in Kraft tritt. Offenbar haben viele Kunden in der Folge eher die Absicht zu wechseln, und sie achten auch mehr darauf, was die Banken mit ihrem Geld machen. Das zeigt eine aktuelle forsa-Studie im Auftrag der nachhaltigen Triodos Bank.


Warum möchten Kunden ihr Konto wechseln?
Jeder Vierte kann sich zukünftig laut der Umfrage vorstellen, sein Konto zu wechseln – wenn die Prozedur weniger aufwendig wäre. In der Gruppe mit höherem Einkommen fasst jeder Dritte und bei den 18- bis 29-Jährigen sogar fast jeder Zweite unter der Bedingung einen Wechsel ins Auge.

Gründe für einen Umzug gibt es viele. Fast drei Viertel der Kunden möchten, dass Banken nachhaltig und transparent handeln: 72 Prozent legen großen Wert auf Transparenz und darauf, wie Kreditinstitute ihre Gelder verwenden. Spielen die Banken nicht mit, überlegen Kunden laut Studie auch den Wechsel der Bank: So gibt es eine deutlich höhere Wechselbereitschaft, wenn die eigene Bank Steuern vermeidet (56 Prozent), auf Lebensmittel spekuliert (56 Prozent) oder in Atomkraft involviert ist (40 Prozent).

Zudem meint eine Mehrheit der Befragten (72 Prozent), dass die Banken nichts aus der Finanzkrise gelernt hätten. Weitere Finanzskandale, auch aus jüngster Vergangenheit, sind laut Triodos einer der Gründe, warum Kunden zunehmend Wert darauf legen, was ihre Banken mit dem ihnen anvertrauten Geld machen.

Auch die Konditionen und Gebühren spielen eine Rolle bei den Wechselwilligen: Weil die Zinsen derzeit so niedrig sind, erhöhen viele Banken die Gebühren, schließen Filialen oder ändern anderweitig ihre Leistungen. Unzufrieden machen vor allem die Konditionen und Kosten für das aktuelle Girokonto (66 Prozent), gefolgt von Schwächen beim Produktangebot (32 Prozent), beim Service und der Beratung (29 Prozent) und dem Filialnetz (29 Prozent). Wenn auch andere Banken nun Gebühren verlangen müssen, könnte das die Ökobanken attraktiver machen.

Leichter werden soll der Konto-Umzug mit dem neuen Zahlungskontengesetz: Dadurch können nachhaltige Banken bequemere Wechselservices anbieten und den Umzug zum Beispiel mit Video-Ident statt mit Post-Ident schneller umsetzen. Künftig soll es auch online einfach möglich sein, alle bestehenden Kontoverbindungen des Girokontos umzuziehen.

ECOreporter.de informiert monatlich über das Angebot nachhaltiger Banken für Privatkunden.  Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht der Konditionen von 14 ethisch-ökologisch ausgerichteten Banken.
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