25.05.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Fonds / ETF

„Trotz des maßlosen Kahlschlags beim Solarstrom: Unser Ziel bleibt 100 Prozent Erneuerbare Energie“, Interview zur Messe Grünes Geld in München




ECOreporter.de: Für die, die es noch nicht wissen: Was macht Green City Energy?

Martin Betzold: Die Green City Energy GmbH wurde im Mai 2005 als 100-prozentige Tochter der größten Münchener Umweltschutzorganisation Green City e.V. gegründet. Die Kernziele des Unternehmens sind von Beginn an die Umsetzung von Erneuerbaren Energieanlagen und der Aufbau von regionalen Wirtschaftskreisläufen. Zur Energiedienstleistungssparte gehört neben der Planung, Finanzierung und Umsetzung von Erneuerbaren-Energie-Projekten auch die kommunale Energieberatung.


ECOreporter.de: Wie hat sich Green City Energy seither entwickelt?


Betzold: Seit der Gründung im Mai 2005 leistet Green City Energy einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Derzeit beschäftigt das Unternehmen knapp 50 Mitarbeiter; 2009 lag der Umsatz bei circa. 30 Millionen Euro. Seit dem damals weltgrößten Bürgersolarpark hat Green City Energy über 16 Energiefonds mit einem Fondsvolumen von rund 26 Millionen Euro aufgelegt, zum Beispiel die Bio- und Solar-Fonds I und II, den 3-Wetter-Fonds I, die Solarparks 2005 bis 2009, dem Solarpark Ingolstadt sowie drei Genussscheine. Dadurch konnten Investitionen von rund 100 Millionen Euro in Erneuerbare Energieprojekte möglich gemacht werden.


ECOreporter.de: Was erhoffen Sie sich von der Messe Grünes Geld 2010 in München?

Betzold: In erster Linie möchten wir über Erneuerbare-Energie-Projekte, die Chancen für Investitionen in Erneuerbare Energien und unsere Bürgersolarparks informieren. Darüber hinaus eignet sich die Plattform besonders für Gespräche mit potenziellen Kooperationspartnern sowie zum Wissensaustausch mit anderen Anbietern.


ECOreporter.de: Was wollen Sie auf der Messe Grünes Geld in München präsentieren?

Betzold: Vordergründig unseren aktuellen Solarpark Deutschland 2010. Dieser bündelt Aufdach-Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 5,6 Megawatt peak (MWp) an neuen sonnenreichen Standorten in ganz Deutschland als Bürgerbeteiligungs-Modell. Private Anleger können sich ab 2.500 Euro an der ökologischen Sachanlage beteiligen und so von einer prognostizierten Rendite von 6,5 Prozent jährlich profitieren. Gleichzeitig bietet er sichere Rahmenbedingungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Möglichkeit, aktiv zum Klimaschutz und dem Aufbau einer lokalen Energieversorgung und Wertschöpfung beizutragen.


ECOreporter.de: Was ist für Sie in dieser Phase der Finanzkrise besonders wichtig?

Betzold: Seit der Finanzkrise erleben nachhaltige Geldanlagen einen regelrechten Boom. Die Wirtschaftskrise hat die Anleger wachgerüttelt. Viele von ihnen schauen jetzt genauer hin, für was ihr eingesetztes Geld wirklich arbeitet. Ethisch-ökologische Anlageformen sind hier klar im Vorteil: Sie bieten nicht nur eine nachhaltige, attraktive Rendite, sondern sind zudem transparent, schlank in ihrer Kostenstruktur und mit dem Gewissen vereinbar. Deshalb verzeichnete die Green City Energy hohe Zuwachsraten, unbenommen der Krise.


ECOreporter.de: Was bedeutet die Kürzung der Einspeisevergütung im Solarbereich für Sie?


Betzold:
Die außerordentliche Solarstromkürzung stellt unsere Photovoltaik-Abteilung vor eine große Herausforderung. Der maßlose Kahlschlag zwingt uns, bei der Wahl der einzelnen Komponenten zukünftig auf ostasiatische Hersteller zurückgreifen. Jedoch sind wir als Projektierer weniger stark betroffen als beispielsweise die deutschen Modulhersteller. Die Zukunft unserer Bürgersolarparks, wie bisher, ist allerdings ungewiss. Wir empfehlen Anlegern daher, sich noch vor der Kürzung am Solarpark Deutschland 2010 zu beteiligen. Alle darin gebündelten Anlagen befinden sich bereits in Bau oder sind schon fertiggestellt. Zudem garantieren wir eine Inbetriebnahme sämtlicher Anlagen bis 30. Juni 2010. Damit ist er nicht von der außerplanmäßigen Absenkung betroffen, und Anleger können noch von den bestehenden Bedingungen profitieren.


ECOreporter.de:  Wo sehen Sie Green City Energy 2012?


Betzold: Die Green City Energy ist auf dem besten Weg zum alternativen Energieversorger. Es ist unser erklärtes Ziel, sukzessive regenerative Kraftwerkskapazitäten aufzubauen und auch in Zukunft für Anleger Beteiligungsmodelle anzubieten, die ein möglichst hohes Maß an Sicherheit und Flexibilität sowie eine attraktive ökologische Rendite bieten. Unser Ziel ist und bleibt eine Demokratisierung sowie der Umbau der Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien.


ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch!


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