Einblick in die Produktion von Windkraftanlagen für den chinesischen Markt. / Quelle: Sinovel

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Trübe Aussichten für westliche Windradbauer in China

China ist der bei weitem größte Windmarkt und in keinem anderen Land werden jedes Jahr so viele neue Windkraftanlagen bestellt und errichtet wie in der Volksrepublik (mehr über konkrete Marktdaten erfahren Sie  hier). Das ist auch für westliche Hersteller von Windrädern wie Gamesa aus Spanien oder Vestas aus Dänemarkt attraktiv. Ausländische Anbieter spielen zwar mit einem Marktanteil von fünf Prozent nur eine Nebenrolle. Aber bei einem Zubau von 16 Gigawatt (GW) im Jahr 2013 fällt dabei immer noch ein attraktives Auftragsvolumen für die ausländischen Hersteller an. Zum Vergleich: in Deutschland, dem Markt mit dem weltweit zweitstärksten Zubau in 2013, wurden Windkraftanlagen mit 3,3 GW neu aufgestellt.

Doch der chinesische Windmarkt durchläuft eine harte Konsolidierung. Weil der Ausbau der Netzkapazitäten bei weitem nicht Schritt hält mit dem Neubau von Windrädern ist das Angebot an Windrädern deutlich größer als die Nachfrage. Das führt zu erheblichen Überkapazitäten bei den Herstellern, die gezwungen sind, mit Preisnachlässen um marktanteile zu kämpfen. Nach Einschätzung von Shen Dechang aus dem Führungsgremium des chinesischen Windausrüsterverbandes, der Chinese Wind Energy Equipment Association, wird daurch der Anteil der ausländischen Anbieter in den kommenden Jahren auf nur noch ein Prozent abschmelzen. Obwohl diese über produktionsstätten in China verfügen, seien diese offenkundig nicht in der Lage, ausreichend flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren. Zudem seien sie sehr auf Qualität bedacht, was zu vergleichsweise hohen Preisen führe und im chinesischen Markt ein starker Nachteil sei.

Wie Shen Dechang gegenüber Bloomberg ausführte, betriftt die Marktbereinigung einheimsiche Hersteller aber noch stärker. Er geht davon aus, dass zwei Dittel von ihnen in fünf Jahren nicht mher am Markt sein werden. Profiteuere dieser Entwicklung seien die großen chinesischen Hersteller von Windturbinen wie der derzeitige Marktführer Goldwind, oder Guodian United Power und China Ming Yang Wind Power. Weniger optimistisch ist der Experte für die ebenfalls börsennotierte Sinovel. Deren Geschäfte laufen weiter schlecht, im nationalen Ranking ist sie in 2013 gegenüber dem Vorjahr vom dritten auf den siebten Platz abgerutscht. Goldwind aus Urumqi in Xinjiang ist laut Shen Dechang derzeit am aussichtsreichen aufgestellt, verfüge mit 23 Prozent über den mit Abstand größten Anteil am chinesischen Markt für Windkraftanlagen und werde ihn wahrscheinlich bis 2017 auf 30 Prozent steigern. Dem Konzern sei es als einem von wenigen gelungen, sich auch Zugang zu Märkten im Ausland zu verschaffen und so weniger abhängig zu sein von der Entwicklung im Heimatland.

Goldwind hat jetzt über seine US-Tochter einen wichtigen Vertriebserfolg im aufstrebenden Windmarkt Lateinamerikas erzielt. Dort wächst die Nachfrage für Windturbinen derzeit sprunghaft an und dürfte sich in den kommenden Jahren noch zulegen, da hier die Politik verstärkt auf Erneuerbare Energien und hier vor allem auf Windkraft setzt. Goldwind USA hat jetzt einen Großauftrag aus Panama erhalten. Für InterEnergy, eine auf den Betrieb von Kraftwerken in Lateinamerika spezialisiertem Unternehmen, soll sie dort in der Provinz Coclé das Windkraft-Projekt Penonomé mit Anlagen ausstatten. Bestellt wurden dafür bei Goldwind 86 Windräder mit einer Gesamtkapazität von 215 Megawatt (MW). Das Unternehmen soll auch den Betrieb der Windfarm übernehmen. Es handelt sich um den ersten Windpark von InterEnergy.

Goldwind hat im Geschäftsjahr 2013 den Gewinn nahezu verdreifacht. Das Unternehmen war im vergangenen Jahr mit einem Absatz von 3,6 GW im vergangenen Jahr der drittgrößte Windradhersteller der Welt, nach Vestas und der deutschen Enercon. Sinovel hat dagegen in 2013 rund 500 Millionen Dollar Verlust erwirtschaftet und fiel aus der Liste der zehn größten Windradhersteller weltweit – anders als Guodian United Power und Ming Yang Wind Power. Die börsennotierte China Ming Yang Wind Power Group aus Zhongshan hat in 2013 zwar einen Umsatzeinbruch erlitten, bewegt sich aber weiter in der Gewinnzone.

China Ming Yang Wind Power Group: ISIN US16951C1080 / WKN A1C523
Sinovel Wind Group: ISIN CNE100000YW9 / WKN A1H611
Xinjiang Goldwind Science & Technology Co: ISIN CNE100000PP1 / WKN A1C0QD
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