Der Güterverkehr soll wieder mehr auf die Schiene. Das fordert das Umweltbundesamt auf Grundlage einer neuen Studie zur Treibhausgasbelastung des Verkehrs in Deutschland. / Foto: Fotolia

05.08.15 Erneuerbare Energie

UBA fordert mehr Nachhaltigkeit in Verkehr und Transport

Der Straßenverkehr gehört zu den größten Klimabelastungen in Deutschland. Deshalb schlägt das Umweltbundesamt (UBA) jetzt Alarm und fordert deutlich mehr Engagement für mehr Nachhaltigkeit. Eine Erweiterung der Maut und die konsequentere Verlagerung des Güterverkehrs auf Schienen und Schiffe soll Abhilfe schaffen.

„Im Verkehrssektor muss daher mehr passieren“, so lautet das Fazit der UBA-Präsidentin Maria Krautzberger aus der jüngsten Studie 'Daten zur Umwelt 2015', die das UBA in Berlin vorgestellt hat. Demnach zählt der Verkehr zu den Bereichen mit dem größten ökologischen Nachholbedarf. Der Verkehrssektor sei der einzige, dessen CO2-Emissionen in den verganenen 25 Jahren seit 1990 nicht gesunken seien, so Krautzberger. Tatsächlich seien die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr in Deutschland zwischen 1990 und 2014 um 0,6 Prozent gestiegen.

18 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland werden der Studie zufolge durch Verkehr verursacht und 95 Prozent davon auf der Straße. Der Gütertransport per LKW nahm demnach seit dem Jahr 2000 um 31 Prozent zu.  Allein in 2013 hätten LKW in Deutschland 38,7 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen, so die Studienautoren. Hinzu komme, dass im privaten Autoverkehr schwere PS-starke und kraftstoffintensive Autos zunehmend beliebt seien.

UBA fordert ökologische E-Mobilität und PKW-Maut

Das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung setze die richtigen Akzente, es müsse allerdings konsequent umgesetzt werden, sagt die UBA-Präsidentin Krautzberger. Für den Verkehrssektor sieht dieses Programm unter anderem effizientere Technologien zur Minderung des Kraftstoffverbrauchs und die Einführung der Elektromobilität auf Basis Erneuerbarer Energien vor. Das UBA plädiert zudem für höhere Steuern auf Kraftstoff sowie eine umfassende PKW-Maut und die Verlagerung des Güterverkehrs weg von der Straße.

VDB: Biokraftstoff spart zwischen 60 und 80 Prozent CO2


Eine Lanze für flüssige und gasförmige Biokraftstoffe bricht der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Mehr Nachhaltigkeit im Straßenverkehr sei allein durch die vom UBA geforderten Maßnahmen nicht erreichbar, kommentierte der VDB die Studie des Umweltbundesamts. Robert Figgener vom Vorstand des VDB: „Wir benötigen flüssige und gasförmige Biokraftstoffe, strombasierte Kraftstoffe und Elektromobilität. Schließlich übernehmen diese eine  entscheidende Rolle, um den verbleibenden Energiebedarf im Verkehrssektor zu decken.“ Dem VDB zufolge ist der Treibhausgasausstoß von Biodiesel und Bioethanol den durchschnittlich 60 Prozent geringer als bei fossilen Kraftstoffen. Das gasförmige Biomethan komme auf mehr als 80 Prozent CO2-Reduktion.

Biokraftstoffbranche spürt Preisdruck

Der Biokraftstoffmarkt erlebte in der jüngeren Vergangenheit einige Regulierungen durch die EU. Ziel der Änderungen ist es unter anderem, sicherzustellen, dass Biokraftstoffe möglichst nicht zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion hergestellt werden. Eine Lösung: Kraftstoffe aus Bioabfall und Altspeiseöl. Die hiesige Biokraftstoffbranche klagte in der Vergangenheit auch immer wieder über großen Preisdruck. Dieser sei unter anderem durch Billigimporte aus Lateinamerika befeuert worden, klagten einzelne Hersteller.
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