16.03.10 Erneuerbare Energie

Überflieger - Wachstum der Windenergie weltweit in 2009 weiter beschleunigt



Demnach ist der Weltmarkt für Windkraftanlagen im vergangenen Jahr um 31,7 Prozent gewachsen, so stark wie seit acht Jahren nicht mehr. 38.000 Megawatt (MW) Leistung wurden neu installiert. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 produzierten die Windparks weltweit mit einer Gesamtleistung von 159.000 Megawatt jährlich 340 Terrawattstunden (TWh) Elektrizität. Das entspreche zwei Prozent des Weltstrombedarfs und 100 Prozent des Bedarfs von Italien, der siebtgrößten Wirtschaftsnation der Welt, so die WWEA. Der Trend, dass sich die installierte Windkapazität alle drei Jahre verdoppelt, habe sich weiter fortgesetzt. Noch bis Ende 2010 sei zu erwarten, dass die weltweiten Windkraftkapazitäten die Marke von 200.000 MW erreichen. Zum Vergleich: das entspricht etwa der Leistung von 200 Atomkraftwerken. 2001 hatte die weltweite Kapazität noch knapp unter 25.000 MW gelegen, 2006 knapp unter 50.000 MW.

Das Finanzvolumen des weltweiten Windmarktes kletterte 2009 ein Viertel auf 50 Milliarden Euro. Ferner stieg laut der WWEA die Zahl der Beschäftigten in dem Sektor um 100.000 auf 550.000. Die Anzahl der Staaten, die Windenergie kommerziell nutzen, wuchs von 76 auf 82.

Stärkste Wachstumslokomotive der Windenergiebranche war dem Report zufolge China. 13.000 der 38.000 MW in 2009 neu installierter Leistung entfielen auf die Volksrepublik. Zum vierten Mal in Folge haben die Chinesen damit ihre neu installierte Windenergiekapazität im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr mehr als verdoppelt.

Die meisten Windfarmen stehen laut der Untersuchung allerdings weiterhin in den USA. Demnach verfügten die Vereinigten Staaten 2009 über 35.000 MW installierter Leistung. Damit liegen sie knapp vor China und Deutschland, die beide auf rund 26.000 MW installierte Windenergie kommen. Mit Spanien (19.000 MW) und Indien (10.900 MW) kommen zwei weitere Länder auf eine Leistung jenseits der 10.000-Megawatt-Marke.

Die mit Abstand höchste Wachstumsrate bei der Neuinstallation erzielte Mexiko mit 372 Prozent auf 402 MW. Dahinter folgen Chile mit 288 Prozent (78 MW), die Türkei mit138 Prozent (796 MW), China mit113 Prozent und Marokko mit 104 Prozent (253 MW). Gemessen an seiner Größe und Wirtschaftskraft findet sich Russland mit 16,5 MW installierter Windkraft-Leistung auf Platz 54 von 82 bemerkenswert weit hinten im Ranking des WWEA.

Diejenigen Länder, die bereits einen Großteil ihres Gesamtbedarfes an Strom aus Windenergie beziehen liegen allesamt in Europa. Spitzenreiter ist Dänemark. Die Skandinavier bezogen im vergangenen Jahr 20 Prozent ihres Gesamtstrombedarfs aus Windkraft. Dahinter folgt Portugal mit 15 Prozent knapp vor Spanien (14 Prozent) und Deutschland mit 9 Prozent.

Der Ländervergleich der WWEA im Bereich Offshore-Windkraft sieht wenig überraschend Großbritannien an der Spitze. Mit 688 Megawatt installierter Kapazität lag das Vereinigte Königreich allerdings nur knapp vor Dänemark mit 663 MW und den Niederlanden mit 247 MW. Als einziges weiteres Land verfügte Schweden mit 164 MW über eine Offshore-Windenergiekapazität im dreistelligen Bereich. Auf Platz Fünf folgt Deutschland mit 72 MW installierter Offshore-Kapazität. Das höchste Wachstum auf diesem Sektor verzeichnete wiederum China mit 1050 Prozent (von 2 auf 21 MW Leistung) vor Deutschland mit 500 Prozent (von 12 auf 60 MW) und Dänemark mit 55 Prozent (237 MW mehr als im Vorjahr).

Die meisten Windparks gibt es nach wie vor in Europa. Allerdings sank der Anteil der Europäer an der Windenergie erstmals unter 50 Prozent. Ein Trend der sich laut WWEA in den Vorjahren schon abzeichnete. Während auf Europa 47,3 Prozent der installierten Windkraft entfielen, teilten sich Asien (25,1 Prozent) und Nordamerika( 24,2 Prozent) jeweils ein knappes Viertel der installierten Leistung.

Die mit Abstand meisten Neuinstallationen im Kontinentalvergleich verzeichnet die Studie in Lateinamerika. Dank der exorbitanten Wachstumsraten Mexikos, Chiles und Brasiliens stieg die Anzahl der Neuinstallation hier um 113 Prozent. 40, 4 Prozent der weltweit neu installierten Windkraftanlagen wurden 2009 in Asien errichtet. Im Kontinentalvergleich lag Asien dank der beiden Großmärkte China und Indien damit vor Nordamerika mit 28,4 Prozent. Knapp dahinter lag Europa mit 27,3 Prozent. In Sachen Neuinstallation lagen die Asiaten wiederum deutlich vor Nordamerika. Sie steigerten ihre Windkraftkapazität um 63,3 Prozent auf 40 Gigawatt. Damit erhöhte sich die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr um weitere 9 Prozent. In Nordamerika sank die Rate der Neuinstallationen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 6 Prozent auf 39,4. Dennoch lag der Kontinent damit weiterhin deutlich vor Europa mit 15,9 Prozent.

Die Zukunftsperspektive der Windkraft sieht der WWEA weiter positiv. Bis 2020 sei bei anhaltender Entwicklung weltweit eine Windkraftkapazität von 1.9 Millionen Megawatt möglich, schätzt der WWEA. Schon 2012 könne der Sektor weltweit eine Millionen Menschen beschäftigen, so die Autoren der Studie weiter. Grund dafür sei neben der konjunkturellen Erholung auch, dass Windkraft wie Erneuerbare Energie generell weiter mit Fördergeldern unterstützt werde. Beides werde die Investitionen in Windenergie-Projekte weiter fördern. Als Wachstumsmärkte gelten den Studienmachern weiterhin China - aufgrund günstiger Einspeisetarife - und die USA - wegen verbesserter Infrastruktur. Überdies starkes Marktpotenzial attestiert der WWEA Deutschland, Indien und einigen Staaten Lateinamerikas.


Bidlhinweis: Windpark in Japan. / Quelle: Nordex
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