Trina Solar hat angekündigt, keine Module aus chinesischen Fabriken mehr in die EU zu importierern. Im Bild: ein Siemens-Solarpark in Frankreich mit Trina-Technik. / Foto: Siemens

14.12.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Übernahme-Angebot lässt Aktie von Trina Solar klettern

Der chinesische Photovoltaikriese Trina Solar steht vor einer Übernahme durch seinen Vorstandschef Jifan Gao und eine Beteiligungsgesellschaft. Den Aktionären der in den USA gehandelten Trina-Wertpapiere liegt ein konkretes Angebot vor. Die Aktie legte daraufhin deutlich zu.
Demnach sind der Vorstandschef Jinfan Gao und die Xingsheng Equity Investment & Management Co. gemeinsam bereit, den US-Aktionären 11,70 Dollar pro Aktie zu zahlen. Ziel sei es, alle Aktien zu übernehmen, die nicht schon den beiden Kaufinteressenten gehören. Das Angebot liegt knapp 20 Prozent über dem durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen 90 Tage. Am vergangenen Wochenende war die Trina-Aktie im Wert von 8,70 Dollar aus dem Handel gegangen. Das sind knapp 21 Prozent weniger als das aktuelle Angebot.

Trina-Aktie im Aufwind

Bis zum frühen Nachmittag legte die Trina-Aktie an der Deutschen Börse vor diesem Hintergrund  des Angebots sieben Prozent zu und erreichte 9,29 Euro (umgerechnet 9,55 Dollar). Damit ist die Aktie noch 4,1 Prozent unter ihrem Wert von vor vier Wochen aber 8,8 Prozent teurer als vor einem Monat. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate kletterte der Kurs damit um 18 Prozent.  
Trina Solar importiert nicht mehr von China in die EU
Der weltgrößte Hersteller kristalliner Solarmodule steigt außerdem nach zwei Jahren aus der Mindestpreisbindung für Importe von China in die Europäische Union (EU) aus. Die EU lege die Regeln „offensichtlich fehlerhaft“ und zum Nachteil der chinesischen Marktakteure aus, erklärte die Unternehmensführung. Das Unternehmen aus Changzhou zieht sich vom so genannten „Price-Undertaking“ zurück, das den Import von Solartechnik aus China in die EU seit 2013 regelt. Betroffene Unternehmen, die sich beim Import nicht an die Mindestpreise halten, müssen hohe Importzölle zahlen. Mit den Zöllen will die EU-Kommission Dumping-Preisen und unlauteren staatlichen Subventionen entgegenwirken.

Wenn Trina Solar nach dem Ausstieg aus der Preisbindung weiter Module aus China in die EU importieren würde, wären 47,7 Prozent als Antidumping-Zoll und 3,5 Prozent als Antisubventionszoll fällig. Die Zölle sind nicht für alle Anbieter gleich. Deren Höhe hängt davon ab, inwiefern die EU-Kommission Dumping beziehungsweise unlautere staatliche Subventionen bei den einzelnen Unternehmen als gegeben ansieht.

Rückzug von wichtigen Märkten in Europa?


Die Trina-Führung kündigt allerdings an, trotz des Ausstiegs weiter in den wichtigen Märkten Europas aktiv zu bleiben. Um die Zölle dabei nicht entrichten zu müssen, werde Trina diese Märkte aus Fabriken jenseits der chinesischen Heimat beliefern, hieß es.
Trina Solar ist gemessen am Absatz der weltgrößte Hersteller von Solarmodulen. Die Weltspitze in diesem Branchensegment ist seit Jahren fest in asiatischer Hand (mehr lesen Sie  hier).

Trina Solar Co. Ltd: ISIN US89628E1047 / WKN A0LF3P
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