Das Brühsystem Keurig von Keurig Green Mountain. / Foto: Unternehmen

08.12.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Übernahmeangebot für Biokaffeeröster Keurig Green Mountain

Eine Investorengruppe hat ein Übernahmeangebot für Keurig Green Mountain vorgelegt. Die Führung des Anbieters von Brühsystemen und Biokaffee-Einwegkapseln hat bereits ihre Zustimmung signalisiert. Auch Coca-Cola, seit 2014 der größte Aktionär des Unternehmens, sei einverstanden. Wie Keurig Green Mountain mitteilt, bietet die Investorengruppe unter Führung der JAB Holding Company 92 US-Dollar je Aktie von Keurig Green Mountain. Dieses Angebot gilt für knapp 80 Prozent der Anteilsscheine und liegt weit über dem Aktienkurs von rund 52 Dollar, bei dem die Wertpapiere vor dem Angebot an der Nasdaq notierten. Laut Keurig Green Mountain beläuft sich der Kaufpreis auf 13,9 Milliarden Dollar. Die Umsetzung der Übernahme sei für das erste Quartal 2016 geplant. Die Aktie werde dann von der Börse genommen.

Der Biokaffeeröster firmierte über viele Jahre als Green Mountain Coffee Roasters und zählte lange zu den profiliertesten Nachhaltigkeitsunternehmen in den USA. Das vor über 30 Jahren gegründete Unternehmen aus Waterbury im Bundesstaat Vermont startete als Spezialitätenröster für Biokaffee und fair gehandelte Kaffeeprodukte. Sein Aufbrühsystem Keurig entwickelte sich zum Verkaufsschlager. ECOreporter.de hatte das Unternehmen in einem  Beitrag vom Herbst 2006  ausführlich vorgestellt und die Aktie beim damaligen Kurs von umgerechnet 2,8 Dollar zum Kauf empfohlen (Aktiensplits eingerechnet). Danach kletterte der Aktienkurs steil an und erreichte bis zum Herbst 2014, als es sich bereits nach dem Brühsystem umbenannt hatte, auf 153 Dollar.

Das Unternehmen kriselte seit 2014

Wir hatten dann 2014 zum Verkauf der Aktie geraten. Unter anderem weil sich die Rahmenbedingungen für Keurig Green Mountain durch eine verstärkte Konkurrenz erschwerten, die Führung nach personellen Veränderungen erkennbar weniger auf Nachhaltigkeit setzte und wir Zweifel an der neuen Unternehmensstrategie hatten. Denn Keurig Green Mountain wollte in das Geschäft mit Kühlgetränken einsteigen und holte dafür Coca-Cola als Investor an Bord. In der Folge häuften sich die wirtschaftlichen Probleme, der Start des neuen Systems zur Aufbereitung von Kühlgetränken verzögert sich und die Aktie stürzte bis zum vergangenen Freitag an der Nasdaq auf 52 Dollar ab, was auf Jahressicht einem Wertverlust von rund zwei Dritteln entsprach. Mehr über die jüngste Geschäftsentwicklung lesen Sie in unserer  Meldung  über den Rückgang von Umsatz und Gewinn der Gesellschaft vom 19. November.

Diese Situation nutzt nun die Investorengruppe unter Führung der JAB Holding Company aus. Mit dem Angebot von 92 US-Dollar je Aktie macht sie im Vergleich zum Kursniveau vor der 2014 einsetzenden Krise ein Schnäppchen. Die JAB Holding Company gehört der deutschen Reimann-Familie. Die Milliardäre haben bereits den Kaffee-Konzern Jacobs Douwe Egberts in ihrem Portfolio und verbessern mit der Übernahme von Keurig Green Mountain ihre Position im Kaffee-Markt erheblich.

Keurig Green Mountain Inc.: ISIN US49271M1009 / WKN A1XFME
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