Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Sie setzt weiter auf die Spekulation mit Nahrungsmitteln. / Quelle. Unternehmen

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Umfrage: Bundesbürger sehen kein Umdenken bei Banken

Fünf Jahre nach der Lehman-Pleite glauben acht von zehn Deutschen nicht, dass Banken aus der Finanzkrise gelernt haben und finden sie heute noch genauso intransparent wie in 2008 Jahren. Dies zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage von TNS Infratest Politikforschung im Auftrag der Triodos Bank, der niederländischen Nachhaltigkeitsbank mit deutscher Niederlassung in Frankfurt am Main. Laut der Umfrage wissen mehr als die Hälfte der Deutschen nicht, was ihre Bank mit ihrem Ersparten macht.

Georg Schürmann ist Geschäftsleiter der deutschen Triodos Bank und war zuvor 20 Jahre bei der Deutschen Bank tätig, zuletzt in der Geschäftsleitung Private Banking Deutschland: „Banken haben seit der Finanzkrise massiv Vertrauen in der Öffentlichkeit eingebüßt. Aber in der Branche fehlt es weiterhin an wirklichem Umdenken.“

Die TNS Infratest-Umfrage im Auftrag der Triodos Bank zeigt, dass den meisten Bundesbürger ein ethischer Umgang mit ihren Bankeinlagen wichtig ist. Rund 60 Prozent Befragten würden ihre Bank wechseln, wenn sie wüssten, dass diese mit Lebensmitteln spekuliert. Zu dem gleichen Ergebnis kommt die Umfrage bei dem Thema ‚Finanzierung von bzw. Investition in Rüstungsunternehmen‘.

Georg Schürmann: „Banken spielen eine zentrale Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Daher sollten soziale und ökologische Kriterien ein fester Bestandteil ihrer Finanzangebote sein. Wenn sich die Banken nicht von selbst hierzu bereit erklären, kann und wird sie der Kunde über kurz oder lang dazu zwingen. Das zeigt die aktuelle Umfrage sehr deutlich.“

Über die Frage, inwiefern Einlagen bei Banken aus ethisch-ökologischer Sicht in einer Art „Black Box“ landen, haben wir kürzlich mit Andrea Soth gesprochen, Geschäftsführerin der Nicht-Regierungsorganisation Urgewald. Per Mausklick gelangen Sie zu dem Interview.
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