Einblick in die Solarzellenfertigung von Schott Solar. Mehr als 50 Prozent aller Maschinen, die weltweit zur Herstellung von Solartechnik genutzt werden, kommen laut VDMA von Maschinenbau-Unternehmen aus Deutschland. / Foto: Schott Solar

16.06.15 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Umsatzeinbruch bei Solarausrüstern – Markterholung erwartet

Deutschlands Branche der Solarausrüster ist schwach ins laufende Jahr gestartet. Allein im ersten Quartal brachen die Umsätze auf breiter Front um 30 Prozent ein. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeigt sich wenig überrascht: Hoffnung mache die deutlich verbesserte Auftragslage der deutschen Marktteilnehmer.

Sowohl in Europa als auch in den USA und Kanada gibt es Einfuhrbeschränkungen für Solartechnik, die in China und Taiwan hergestellt wird. Während in den USA seit längerem auf breiter Front Importzölle erhoben werden, schaltet die EU Zöllen noch ein System von Mindestpreisen und Importkontingenten vor. Das traf indirekt auch die westliche Industrie. Konkret Zulieferer und Ausrüster der Photovoltaikbranche, denn die zählen asiatische Solarhersteller zu ihren wichtigste Abnehmern. Die Umsätze der Deutschen Solarausrüster lagen nach Angaben des VDMA eben wegen dieses anhaltenden Handelskonflikts im ersten Quartal 2015 um 30 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum: „Die Verschärfung und Ausweitung der US-Schutzzölle auf chinesische und taiwanesische Solarprodukte Mitte des vergangenen Jahres hat zu einer Phase der Verunsicherung und Investitionszurückhaltung geführt. Entsprechend schwach war die Auftragseingangsentwicklung in der letzten Hälfte des Jahres 2014“, erklärt Dr. Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel, den Umsatzeinbruch.

Auslandsgeschäft von essentieller Bedeutung

Dennoch bestelle noch jeder zweite Solarhersteller weltweit seine Ausrüstung bei einem deutschen Maschinenbauer, so Fath weiter. Diese Unternehmen exportierten zwar nicht mehr ganz so viel ihres Gesamtabsatzes, wie vor wenigen Jahren noch. Dennoch gingen 77 Prozent ihrer Maschinen an internationale Kunden, 55 Prozent an Solarhersteller in Ostasien. Der größte Teil des Absatzes der Solarausrüster entfiel laut VDMA auf Maschinen zur Herstellung von Solarzellen (45 Prozent). Es folgte Ausrüstung zur Herstellung von Dünnschicht-Photovoltaik mit 30 Prozent vor Maschinen zur Verarbeitung von Silizium zu Wafern und Ingots mit 21 Prozent. Auf Ausrüstung zur Produktion von klassischen kristallinen Solarmodulen auf Siliziumbasis entfiel lediglich fünf Prozent des Quartalsabsatzes.

VDMA optimistisch: Weitere Markterholung erwartet

Die Kurve im Neugeschäft geht indes deutlich aufwärts. Hierbei richtete der VDMA sein Augenmerk allerdings auf den Vergleich zum direkten Vorquartal. Dem Branchenverband zufolge kletterten die Auftragseingänge so gesehen um 56 Prozent. 32 Prozent dieser Bestellungen stamme aus Asien 24 Prozent aus Deutschland, 20 Prozent aus dem übrigen Europa und 24 Prozent aus den USA. „Die Auftragslage des deutschen Photovoltaik-Maschinenbaus stimmt uns überaus optimistisch. Führende Hersteller investieren wieder in Technologie und Produktionslösungen. Folgerichtig erwarten wir in den nächsten Monaten einen weiteren Aufwärtstrend bei Auftragseingängen und dann auch bei den Umsätzen“, erklärte Dr. Florian Wessendorf, Geschäftsführer von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

100 Mitglieder des Branchenverbands VDMA sind mit dem Thema Photovoltaik beziehungsweise Solarenergie befasst. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben insgesamt 3.100 Unternehmen mit zusammen etwas mehr als einer Million Beschäftigten.
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