05.08.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

UmweltBank AG forciert das Wachstum: Neue Investoren sollen Expansion beschleunigen



ECOreporter.de: Herr Popp, Sie wollen neue Gesellschafter für die UmweltBank gewinnen, wie könnte das konkret aussehen?
Horst P. Popp: Wir sind als Bank für die Umwelt offen für strategische Investoren, um weitere Zukunftsaufgaben angehen zu können. Das könnte beispielsweise in Form einer ausserbörslichen Kapitalerhöhung umgesetzt werden.



ECOreporter.de: Wie dringend ist die Umweltbank auf die Mittelzuflüsse angewiesen?
Popp: Wir sind aktuell solide finanziert. Unser Ziel ist aber, das Wachstum zu beschleunigen. Wir haben viele Pläne, dafür wollen wir unsere Basis verbreitern. Auf mehreren Beinen steht es sich besser.

ECOreporter.de: Welche Art von Investoren suchen Sie?
Popp: Grundsätzlich sind wir da nicht fest gelegt, in Deutschland gibt es aber immer weniger private Investoren. Wir suchen langfristige Finanzierungpartner, dabei denken wir in erster Linie an institutionelle Anleger.

ECOreporter.de: Sind für Sie auch Geldgeber aus dem Ausland denkbar?
Popp: Ja, da sehen wir grundsätzlich keine Probleme. Wenn das eine sinnvolle Partnerschaft ist, sind wir absolut aufgeschlossen.

ECOreporter.de: An welchen Umfang denken Sie bei der Suche nach neue Investoren?
Popp: Wir haben uns keine Limits gesetzt; wenn es ein guter Partner ist, kommt sogar eine Mehrheitsbeteiligung in Frage.
ECOreporter.de: Liegen denn entsprechende Vorratsbeschlüsse der Hauptversammlung vor?
Popp: Nein, wir haben zurzeit kein genehmigtes Kapital. Die nächste Hauptversammlung findet im Juni 2009 statt. Bis dahin wollen wir die Maßnahmen umsetzen. Wir haben aber auch die Möglichkeit, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Ich möchte aber betonen: Es besteht keinerlei Handlungsdruck. Wir wollen das Thema nachhaltig und in Ruhe angehen. Deshalb treten wir jetzt damit an die Öffentlichkeit.



Die UmweltBank hat laut der Meldung für das erste Halbjahr 2008 einen deutlich höheren Bilanzgewinn ausgewiesen. Das Bilanzergebnis kletterte demnach zum Stichtag 30. Juni 2008 um 34,7 Prozent auf 2,73 Millionen Euro, nach 2,03 Millionen Euro zum 30. Juni des Vorjahres. Hintergrund sind dem Unternehmen zufolge ein steigender Zins- und Provisionsüberschuss, moderat wachsende Verwaltungsaufwendungen und sinkende Steuern aufgrund der Steuerreform. Der Sondereffekt aus dem Verkauf der Schmack Biogas-Aktien im Vorjahr sei herausgerechnet worden.
Die Bank reichte den Angaben zufolge im Berichtszeitraum mit 827,2 Millionen Euro 26,6 Prozent mehr Kredite aus als im Vorjahreszeitraum (653,2 Millionen Euro). Insgesamt seien rund 1.200 neue Umweltprojekte aus den Themenbereichen Wind, Wasser, Biomasse, Biogas sowie ökologische Landwirtschaft, Solarenergie und ökologisches Bauen finanziert worden. Für die Realisierung eines europäischen Windkraftportfolios wurde laut der Meldung erstmals Mezzaninekapital zur Verfügung gestellt, dieses solle in Genussrechte für Kunden umgewandelt werden. Popp erklärt dazu gegenüber ECOreporter.de: „Dabei handelt es sich um ein Projekt mit einem Volumen von 120 Millionen Euro in Irland, Frankreich und Deutschland. Wir haben 13 Millionen Euro als Nachrangkapital vorfinanziert. Dieser Anteil wird in Genussrechtskapital umgewandelt und unseren Kunden im Herbst zu Zeichnung angeboten.“ Laut dem UmweltBank-Vorstand arbeitet das Geldhaus bei dem Vorhaben mit dem Wiesbadener Windenergieprojektierer ABO Wind AG zusammen.

Wie die Bank weiter berichtet, kletterte das Anlagevolumen zum 30. Juni um 13,4 Prozent auf 667,1 Millionen Euro (Vorjahr: 588,4 Millionen). Dabei sei das verzinste Tagesgeldkonto mit knapp 60 Prozent führend, so die Umweltbank. Das haftende Eigenkapital wuchs um 19,1 Prozent auf 72,8 Millionen Euro (Vorjahr: 61,1 Millionen). Die Anzahl der Kunden nahm um 13,0 Prozent zu auf nunmehr 63.363.

UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080

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