13.03.13 Erneuerbare Energie

Umweltorganisation: "Deutsche Bank und HypoVereinsbank weiterhin auf Atomkurs"

Was haben deutsche Banken aus Fukushima gelernt? Aus Anlass des zweiten Jahrestags des Atomunfalls in Fukushima ist dieser Frage die Umweltorganisation urgewald nachgegangen. Sie bat in einer Fragebogenaktion die acht größten Finanzinstitute um Antwort, welche Konsequenzen sie aus der Atomkatastrophe gezogen haben und welche Rolle Atomfinanzierungen heute in ihrem Portfolio spielen. Überprüft wurden diese Aussagen durch einen Praxischeck, in dem stichprobenartig die finanzielle Unterstützung deutscher Banken für Atomkonzerne wie Areva und die Uranfirmen Rio Tinto und BHP Billiton zwischen März 2011 und Januar 2013 untersucht wurden.

Fragen zu möglichen Lehren aus der Fukushima-Katastrophe wurden an die folgenden Banken geschickt: Bayerische Landesbank, Commerzbank, Deka Bank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank/UniCredit, DZ-Bank, Landesbank Baden-Württemberg und NordLB. Mit Ausnahme der NordLB antworteten alle Banken.

Die Ergebnisse der Umfrage rücken zwei deutsche Banken in ein schlechtes Licht: Die Deutsche Bank verhalf Areva und Rio Tinto im genannten Zeitraum zu über 1,1 Milliarden Euro. Die HypoVereinsbank/UniCredit versorgte im gleichen Zeitraum Areva und BHP Billiton mit 944,48 Millionen Euro. „Solche Summen für Unternehmen locker zu machen, die gefährliche Uranminen betreiben und die Erschließung weiterer Minen planen, ist unverantwortlich“, erklärt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald.

Insgesamt entdeckt urgewald jedoch in den Antworten ein gesteigertes Problembewusstsein für das Reputationsrisiko, das Atomfinanzierungen darstellen. Die Konsequenzen seien unterschiedlich. „Auch hier tun sich HypoVereinsbank und Deutsche Bank negativ hervor, weil sie zwar ihre Prüfkriterien erweitert haben, aber dennoch nichts ausschließen. Ihre Prüfkriterien scheinen lediglich dem Ziel zu dienen, neue Atomfinanzierungen besser rechtfertigen zu können“, so Schücking. „Dabei zeigen Banken wie die BayernLB oder die Commerzbank, dass mehr möglich wäre. Beide Banken schließen bestimmte Atomgeschäfte, wie die Finanzierung von Uranminen oder den Bau neuer Atomkraftwerke tatsächlich aus.“
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