13.10.09 Erneuerbare Energie

Umwelttechnologie ist für Wagniskapitalgeber weltweit der wichtigste Sektor geworden

Im dritten Quartal 2009 ist zum ersten Mal mehr Wagniskapital in den Umwelttechnologie-Sektor geflossen als in andere Branchen. Insgesamt 1,59 Milliarden Dollar stellten Wagniskapitalgeber dafür zur Verfügung. Die Sektoren Biotech und Software landeten dahinter auf den Rängen 2 und 3. Das geht aus Erhebungen der US-amerikanischen Cleantech Group aus San Francisco hervor. Sie ermittelt seit zehn Jahren und in Kooperation mit Deloitte regelmäßig die Zahlungsströme von Risikokapitalinvestoren in Unternehmen aus dem Sektor der Erneuerbaren Energien und Umwelttechnologie.

Vor allem in den USA setzten ihren Angaben zufolge Risikogesellschaften stark auf Umwelttechnologie-Unternehmen. Hier entfielen 72 Prozent des investierten Kapitals auf die Branche, deutlich vor Biotech mit 24 Prozent. Von dem weltweit für Umwelttechnologie-Firmen bereitgestelltem Wagniskapital stammte denn auch zwei Drittel aus den USA. Wagniskapitalgeber aus Europa und Israel stellten 29 Prozent zur Verfügung, asiatische Investoren den Rest.

Allerdings ist dabei im dritten Quartal für Umwelttechnologie-Unternehmen deutlich weniger Geld aufgewendet worden als im Vorjahreszeitraum. Das investierte Wagniskapital lag um 42 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dennoch sieht die Cleantech Group in den aktuellen Zahlen ermutigende Signale. Denn im Vergleich zum Vorquartal sei die Investitionsmenge um zehn Prozent angestiegen und damit der Aufwärtstrend des zweiten Quartals fortgesetzt worden. Im letzen Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 war das Investitionsvolumen infolge der Finanzkrise rückläufig gewesen.

Innerhalb des Umwelttechnologie-Sektors wurden im dritten Quartal 2009 28 Prozent des Wagniskapitals und damit 451 Millionen Dollar in Solarunternehmen investiert. Im zweiten Quartal lag der Wert lediglich 114 Millionen Dollar betragen. Im dritten Quartal 2008 hatte er aber noch bei 1,2 Milliarden Dollar gelegen. Der Transport-Sektor sammelte im dritten Quartal 2009 383 Millionen Dollar ein, wovon 82,5 Millionen an die kalifornische Produzentin von Elektro-Autos, Tesla-Motors, gingen. Umweltfreundlicher Bau war der drittstärkste Sektor mit 110 Millionen Dollar. Hier erhielt beispielsweise Serious Materials, ein kalifornischer Hersteller von energieeffizienten Baumaterialien 60 Millionen Dollar.

Mit 1,1 Milliarden Dollar oder 67 Prozent des Wagniskapitals floss der größte Anteil des für Cleantech-Firmen bereit gestellten Risikokapitals nach Nordamerika. In Europa und Israel wurden 457 Millionen Dollar oder 29 Prozent investiert. Nach China flossen 41,8 Millionen Dollar oder drei Prozent. Indien erhielt 21,5 Millionen Dollar aus den gesamten Wagniskapitalinvestitionen im Cleantech-Sektor.

Betrachtet man nicht nur die Wagniskapitalfinanzierungen, sondern die Gesamtinvestitionen im Umwelttechnologie-Sektor, ergibt sich ein anderes Bild. Wie die Londoner Beratungsfirma New Energy Finance, herausfand, fiel das Gesamtinvestment im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um neun, im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr um 22 Prozent auf 25,9 Milliarden US-Dollar.

Jedoch geht New Energy Finance auch hier von einer leichten Erholung aus, da sich das Investitionsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal 2009 fast verdoppelt habe. Die Investoren hätten mittlerweile erkannt, dass die Branche substanziell mehr Unterstützung von Seiten der Regierungen erhalte als andere. Das sei in den Konjunkturpaketen vieler Staaten festgelegt worden und stärke das Vertrauen in den Sektor. Weltweit hätten die Regierungen Anreizprogramme in Höhe von 163 Milliarden Dollar für die erneuerbaren Energien auf die Beine gestellt, davon 66 Milliarden in den USA. Allerdings müssten hier rund 80 Prozent erst noch verteilt werden.


Bildhinweis: Elektrosportwagen von Tesla. / Quelle Umweltbank AG
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