Extreme Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbrände sind laut Experten einige der Folgen einer weiter steigenden Erderwärmung. / Foto: Pixabay

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UN-Klimabericht: Erde steuert auf 2,8 Grad Erwärmung zu

Nach einem neuen Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit steigen. Selbst wenn alle Staaten ihre angekündigten Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, dürfte die Erwärmung deutlich über den vereinbarten Grenzen liegen.

Nach den Berechnungen des UNEP führt die derzeitige Klimapolitik bis 2100 zu einem Temperaturanstieg von voraussichtlich 2,8 Grad. Würden sämtliche bislang angekündigten Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt, ließe sich die Erwärmung immerhin auf etwa 2,6 Grad begrenzen.

Erderwärmung hat sich weiter beschleunigt

Ursprünglich hatte sich die Weltgemeinschaft 2015 im Pariser Klimaabkommen verpflichtet, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Der am Mittwoch veröffentlichte "Emissions Gap Report 2026" untersucht, wie sich die weltweiten Treibhausgasemissionen entwickeln und welche Einsparungen notwendig wären, um die Ziele des Abkommens zu erreichen.

Demnach haben sich die Aussichten gegenüber dem Vorjahr sogar verschlechtert. Im Klimabericht 2025 hatte das UNEP bei vollständiger Umsetzung der angekündigten Maßnahmen noch mit einem Temperaturanstieg von 2,3 bis 2,5 Grad gerechnet. Als Gründe nennt die UN-Organisation unter anderem den Rückzug der USA unter Präsident Donald Trump von früheren Klimaschutzplänen. Hinzu kommen nach oben korrigierte Daten zu den bisherigen Treibhausgasemissionen.

Eine dauerhafte Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad hält das UNEP inzwischen nicht mehr für realistisch. Möglich wäre nach Einschätzung der Fachleute allerdings, dass die Temperaturen Mitte des Jahrhunderts zunächst um 1,7 bis 1,8 Grad steigen und anschließend bis 2100 wieder auf 1,5 Grad zurückgedrängt werden.

Dafür wären allerdings erhebliche Anstrengungen erforderlich: Gegenüber 2025 müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 18 Prozent, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 um 69 Prozent sinken. Die bislang angekündigten Klimaschutzmaßnahmen würden bis 2035 dagegen lediglich eine Verringerung um 11 bis 15 Prozent bewirken.

Tatsächlich liegt der weltweite Treibhausgasausstoß aber weiterhin auf Rekordniveau. Hauptursache ist die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas. Mit jedem zusätzlichen Zehntelgrad Erwärmung steigt laut UN unter anderem das Risiko für extreme Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbrände.

Der Bericht zeigt allerdings auch Fortschritte beim Klimaschutz. Seit der Verabschiedung des Pariser Abkommens wurden erneuerbare Energien demnach weltweit etwa dreimal so schnell ausgebaut, wie damals erwartet. Bei der Photovoltaik verlief der Ausbau sogar rund siebenmal schneller als prognostiziert.

Verringerung der Emissionen noch möglich

Nach Einschätzung von UNEP-Direktorin Inger Andersen zeigen diese Entwicklungen, dass eine schnelle Verringerung der Treibhausgasemissionen grundsätzlich möglich ist. Entscheidend sei nun, die vorhandenen Möglichkeiten deutlich stärker zu nutzen.

Der Bericht dürfte auch ein Thema bei der nächsten Weltklimakonferenz COP31 werden. Diese beginnt am 9. November im türkischen Antalya. Dort soll unter anderem darüber beraten werden, wie die Staaten ihre Klimaschutzmaßnahmen beschleunigen und die Finanzierung von Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in ärmeren Ländern verbessern können. 

Die letzte Weltklimakonferenz, COP30, war allerdings allgemein als Enttäuschung betrachtet worden. So konnten sich die Länder nicht auf einen verbindlichen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einigen.Nach den Berechnungen des UNEP führt die derzeitige Klimapolitik bis 2100 zu einem Temperaturanstieg von voraussichtlich 2,8 Grad. Würden sämtliche bislang angekündigten Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt, ließe sich die Erwärmung immerhin auf etwa 2,6 Grad begrenzen.

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