Installation einer Windkraftanlage des Hamburger Herstellers Nordex SE. Der Fonds will beim Bau des Bürgerwindparks im bayrischen Lonnerstadt ebenfalls auf Anlagen von Nordex zurückgreifen. / Foto: Unternehmen

19.02.15 Anleihen / AIF , ECOanlagecheck , Windenergie-Investments , Geschlossene Fonds

Unabhängige Analyse: Bürgerwindenergie Lonnerstadt – der geschlossene Windfonds von Wust – Wind & Sonne im ECOanlagecheck

Die Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG aus Bayern bietet einen weiteren Windfonds an. Der Fonds Bürgerwindenergie Lonnerstadt GmbH & Co. KG investiert in fünf Windenergieanlagen, die im Norden Bayerns errichtet werden sollen. Anleger können sich ab 5.000 Euro an dem Fonds beteiligen, ein Agio wird nicht erhoben. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.


Der Windparks Lonnerstadt soll aus fünf Windenergieanlagen des Herstellers Nordex Energy GmbH bestehen. Die Anlagen des Typs N117/2400 haben eine Nennleistung von jeweils 2,4 Megawatt (MW) und sollen bis Ende 2015 in Betrieb gehen. Die Bau- und Betriebsgenehmigung für den Windpark wurde erteilt.


Fondsinitiatorin und Leistungsbilanz

Anbieterin des Fonds Bürgerwindenergie Lonnerstadt GmbH & Co. KG ist die Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG aus Markt Erlbach in Mittelfranken in Bayern, gegründet 2009. Es hat den Windpark entwickelt und übernimmt nach der Fertigstellung auch dessen kaufmännische und technische Betriebsführung. Wust – Wind & Sonne haben laut Prospekt in Bayern bislang 18 Bürgerwindparks mit zusammen 37 Windenergieanlagen realisiert. Weitere Windparkprojekte sind genehmigt und befinden sich in der Umsetzung. Eine Leistungsbilanz mit Soll/Ist-Vergleichen hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.

Gründer, alleiniger Kommanditist und alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Komplementärin der Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG ist Erich Wust. Er ist ausgebildeter Bilanzbuchhalter und laut Prospekt seit mehr als zwölf Jahren in den Bereichen der steuerliche Betreuung von Windparks sowie der Projektentwicklung und Betriebsführung von Windenergieanlagen tätig. Erich Wust hält zudem 90 Prozent der Kommanditanteile an der WWS Projektbau GmbH & Co. KG aus Markt Erlbach, die als Generalunternehmer den Windpark Lonnerstadt für den Fonds errichtet. Erich Wust ist auch geschäftsführender Gesellschafter der Komplementärin der WWS Projektbau GmbH & Co. KG.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 20,8 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 6,25 Millionen Euro (30,0 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Fremdkapitalvolumen: 14,55 Millionen Euro (70,0 Prozent)

Die Komplementärin WWS Verwaltungs- GmbH ist berechtigt, das Eigenkapitalvolumen über 6,25 Millionen Euro hinaus zu erhöhen. Laut Prospekt hat die Anbieterin die Möglichkeit, die Zeichnung jederzeit zu schließen, sofern das angestrebte Kommanditkapital nicht bis zum 31. Januar 2015 gezeichnet ist. Laut Aussage der Anbieterin wird nicht vor dem 31. März 2015 von dieser Option Gebrauch gemacht werden, falls zu diesem Zeitpunkt das Eigenkapital noch nicht platziert sein sollte. Nach Angaben der Anbieterin sind ca. 50 Prozent des geplanten Eigenkapitals bei Bürgern aus der Umgebung des Windparkstandortes platziert worden (Stand: 20. Januar 2015). Für die Platzierung der zweiten Hälfte des geplanten Eigenkapitals gibt es nach Angaben der Anbieterin keine regionale Begrenzung.

Die Darlehen sind laut Prospekt noch nicht verbindlich zugesagt. Die Anbieterin kalkuliert mit dem Abschluss von drei Darlehen zu folgenden Konditionen: Darlehen 1 hat ein Volumen von 5,6 Millionen Euro bei einem Zins von 3,45 Prozent pro Jahr und einer Laufzeit von 20 Jahren, Darlehen 2 ein Volumen von 5,0 Millionen Euro und einen Zins von 3,2 Prozent bei 15 Jahren Laufzeit sowie Darlehen 3 ein Volumen von 3,95 Millionen Euro bei einem Zins von 2,55 Prozent und einer Laufzeit 10 Jahren. Bei den angegebenen Zinssätzen handelt es sich um effektive Zinssätze, da sie unter anderem die Kosten für die geplanten Zinssicherungsgeschäfte enthalten. Mit den Zinssicherungsgeschäften sollen die Zinsen für die gesamten Darlehenslaufzeiten gesichert werden. Ohne diese Absicherung sind die Zinssätze in der Regel nur für 10 Jahre bindend, so dass danach ein Zinssteigerungsrisiko bestehen würde. Nach Angaben der Anbieterin ist der Abschluss der Darlehensverträge für Ende Februar 2015 geplant.

Fondsnebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 0,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 1,0 Prozent
Prospekterstellung: 0,7 Prozent
Gründungskosten und Rechtsberatung: 0,3 Prozent
Gesamtweichkosten: 2,0 Prozent

Die Weichkostenquote ist äußerst gering und liegt damit sehr deutlich unter dem Durchschnittsbereich der von ECOreporter.de in den letzten zwei Jahren analysierten Windfonds.

Laufende Kosten

Wartung und Instandhaltung (Durchschnitt, pro Jahr): ca. 25.000 Euro/MW
Technische und kaufmännische Betriebsführung (erstes Jahr): 4.000 Euro/MW
Pacht (pro Jahr): 6.500 Euro/MW
Fondsgeschäftsführung und Anlegerbetreuung: 0 Euro/MW
Kostensteigerung (pro Jahr, Kalkulation): 2,0 Prozent pro Jahr

Die Fondsgesellschaft plant laut Prospekt mit dem Anlagenlieferanten und Generalunternehmer Nordex Energy GmbH den Abschluss eines Vollwartungsvertrags. Nordex garantiert laut Vertrag über die Laufzeit von 15 Jahren eine Verfügbarkeit der Windenergieanlagen von 97 Prozent. Die kalkulierten Kosten für Wartung und Instandhaltung liegen im marktüblichen Bereich. Der Abschluss der Generalunternehmer- und Vollwartungsverträge ist nach Angaben der Anbieterin für Ende Februar 2015 geplant.

Die Pacht liegt mit rund 6.500 Euro/MW – 3,5 Prozent der jährlichen Nettostromerlöse – im Vergleich zu dem Pacht-Durchschnittswert der von ECOreporter.de in den letzten zwei Jahren untersuchten, in Deutschland investierenden Windfonds – im unteren marktüblichem Bereich. Die Pacht ist somit relativ günstig – insbesondere unter Berücksichtigung der in den letzten zwei Jahren in Deutschland teilweise deutlich gestiegenen Pachten. Nach Angaben der Anbieterin sieht der Pachtvertrag keine Mindestpachtzahlung vor, die unabhängig von Stromertrag zu zahlen ist.

Die vorgesehene Vergütung für technische und kaufmännische Betriebsführung sowie Fondsgeschäftsführung und Anlegerbetreuung liegt mit zusammen 4.000 Euro/MW unter dem Durchschnittsbereich der Windfonds, die ECOreporter.de innerhalb der letzten zwei Jahre analysiert hat.
Für die Direktvermarktung des Stroms im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) wurden in der Prognoserechnung Kosten von 0,22 Cent/kWh veranschlagt – umgerechnet rund 4.600 Euro/MW. Die EEG-Direktvermarktung ist für Windparks verpflichtend, die ab 2015 in Betrieb gehen.

Laufzeit und Ausschüttungen


Laufzeit: 21 Jahre (Prognosezeitraum), ordentliche Kündigung der Anleger erstmals zum 31. Dezember 2035 möglich, Auflösung der Fondsgesellschaft mit einfacher Mehrheit der Gesellschafter und Zustimmung der Komplementärin
Gesamtausschüttung (Kalkulation): 200 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Ausschüttung durch Verkaufserlös (Kalkulation): 0 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR, ECOreporter.de-Berechnung): 5,2 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb
Einkaufsfaktor (Kaufpreis für Windpark/Prognose Stromerlöse pro Jahr): 9,5
Gesamtfinanzierung: 1.733 Euro/kW
Einspeisevergütung: 8,9 Cent/kWh

Die Gesamtfinanzierung pro kW liegt im Vergleich zu anderen Windkraftfonds, die in Windparks in Deutschland investieren, im unteren Bereich. Trotzdem liegt der Einkaufsfaktor (Kaufpreis für Windpark/Prognose Stromerlöse pro Jahr) leicht über dem von ECOreporter.de ermittelten Durchschnitt für in Deutschland investierende Windkraftfonds, da es sich bei dem Windparkstandort des Fonds bei einer prognostizierten durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 5,5 Metern pro Sekunde – im Vergleich zu anderen Fonds – um einen Schwachwindstandort handelt. Trotzdem liegt die Renditeerwartung vor Steuern noch auf marktüblichem Niveau, da insbesondere die Nebenkosten des Fonds sehr gering sind.

Die Pachtverträge haben nach Angaben der Anbieterin eine Laufzeit von 20 Jahren plus einer Verlängerungsoption zu unveränderten Konditionen von zwei Mal fünf Jahren seitens der Fondsgesellschaft, so dass – bei einer Verlängerung der Betriebsgenehmigung für den Windpark – ein Verkauf oder ein Weiterbetrieb des Windparks nach 2035 und damit Mehrerträge möglich sind. Diese sind in der Prognoserechnung und damit in der Renditeprognose nicht einkalkuliert.

Technik und Erträge

Bei den geplanten fünf Windenergieanlagen des Fonds handelt es sich um den Typ Nordex N117 mit je 2,4 MW Nennleistung und 141 Metern Nabenhöhe. Sie sind für Binnenstandorte ausgelegt, bei denen der Wind schwächer weht als an der Küste. Beim Windpark Lonnerstadt rechnen die Windgutachter mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 5,3 bis 5,7 Metern je Sekunde (m/s) auf Nabenhöhe. Den weiterentwickelten Typ N117 produziert der Rostocker Hersteller Nordex seit Mitte 2012 in Serie. Die N117 ist gemäß Leistungskennlinie (Leistung/Windgeschwindigkeit) des Herstellers so konstruiert, dass sie bei häufig anzutreffenden Windverhältnissen (4 bis 10 m/s) mehr Strom produziert und bei seltenerem Starkwind (über 11 m/s) weniger Strom als Vergleichsanlagen derselben Kategorie.
Die TÜV Süd Industrie Service GmbH aus Regensburg und die RSC GmbH (Dr. J. Guttenberger) aus Velburg haben für den Windpark Lonnerstadt je ein Windgutachten erstellt. Die Gutachter prognostizieren im Mittel eine Strommenge von durchschnittlich 28,391 Millionen kWh, die der Windpark jedes Jahr produzieren kann. In der Prognoserechnung hat die Anbieterin von dieser Strommenge einen Sicherheitsabschlag von 7 Prozent – inkl. Fledermausabschaltung, Schattenabschaltung, etc. – abgezogen. Zudem berücksichtigt die Prospektkalkulation Kabel- und Trafoverluste von 2 Prozent und technische Verfügbarkeitsverluste von 3 Prozent. Die Summe der Abschläge liegt mit 12 Prozent leicht über dem marktüblichen Bereich, den ECOreporter.de innerhalb der letzten zwei Jahre bei Windfonds ermittelt hat.

Bild: Aufbau eines Windrads von Nordex. / Foto: Unternehmen


Die Fledermausaktivitäten am Anlagenstandort werden – gemäß Nebenbestimmungen der Bau- und Betriebsgenehmigung – zunächst zwei Jahre lang erfasst. Nach der Auswertung der Daten wird die Genehmigungsbehörde über Abschaltzeiten für die Windenergieanlagen zum Schutz der Fledermäuse entscheiden. Vorsorglich hat die Genehmigungsbehörde für die ersten zwei Betriebsjahre Abschaltzeiten festgelegt, die in der Prognoserechnung mit einer Minderung beim Energieertrag von 5,0 Prozent pro Jahr für die ersten beiden Betriebsjahre berücksichtigt sind. Für die Zeit nach den ersten zwei Betriebsjahren kalkuliert die Anbieterin mit einem Abschlag aufgrund des Fledermausvorkommens von 1,5 Prozent, der im Sicherheitsabschlag von 7 Prozent enthalten ist. Nach Angaben der Anbieterin entsprechen die 1,5 Prozent ihren Erfahrungen aus anderen Windparks. Es besteht das Risiko, dass die von der Genehmigungsbehörde noch festzulegenden Abschaltzeiten zu höheren Ertragseinbußen führen als angenommen. An waldnahen Standort können die Ertragsgutachten aufgrund der bodennahen Rauigkeit einer höheren Unsicherheit unterliegen als auf einer Freifläche. Laut Prospekt sollen mit der großen Nabenhöhe die Störungen des Windfelds abgeschwächt werden.

Ökologische Wirkung

Mit der Strommenge von 25 Millionen kWh, die die Windenergieanlagen laut Gutachter-Mittelwert abzüglich des Sicherheitsabschlages voraussichtlich erzeugen, können bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh rechnerisch rund 7.100 Haushalte jährlich versorgt werden. Im Vergleich zur Stromgewinnung aus konventionellen Kraftwerken werden durch den Betrieb der Windenergieanlagen somit circa 15.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Die energetische Amortisationszeit der Windenergieanlagen des Windparks Lonnerstadt liegt bei rund einem Jahr. In dieser Zeit erzeugen die Windenergieanlagen die Energiemenge, die bei Herstellung, Transport und Wartung der Anlagen verbraucht wird.

Laut der im Prospekt enthaltenden Skizze liegen die fünf Standorte der fünf Windenergieanlagen jeweils am Rande von Waldgebieten. Nach Angaben der Anbieterin war es expliziter Wunsch der Gemeinde, dass keine Waldflächen angetastet werden, so dass die Anlagenstandorte dementsprechend ausgewählt und keine Waldflächen gerodet wurden.

Risiko

Die Bau- und Betriebsgenehmigungen für den Windpark Lonnerstadt sind am 29. Juli 2014 erteilt worden. Nach Angaben der Anbieterin gibt es keine Klagen gegen die Genehmigung des Windparks Lonnerstadt. Der Bau des Windparks Lonnerstadt soll im Frühjahr 2015 beginnen. Es bestehen somit noch Fertigstellungs- und Bauherrenrisiken. Die Inbetriebnahme der fünf Windenergieanlagen ist für Ende 2015 geplant. Es besteht das Risiko, dass sich die Inbetriebnahme der Windenergieanlagen verzögert. Sollten die Anlagen erst 2016 in Betrieb gehen, könnte sich die Einspeisevergütung für den Windpark laut dem reformierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) um bis zu 1,2 Prozent vermindern.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Verzögerung bei der Fertigstellung des Windparks ist insofern erhöht, da derzeit der Generalunternehmervertrag noch nicht abgeschlossen ist. In der Regel enthalten die Verträge eine Klausel, nach welcher der Generalunternehmer die Windenergieanlagen innerhalb von zwölf Monaten nach Vertragsabschluss  beziehungsweise erster Anzahlung in Betrieb nehmen muss.

Bild: Ein einsatzberteites Nordex-Windrad. / Foto: Unternehmen

Auch die Darlehensverträge, der Vollwartungsvertrag und der Betriebsführungsvertrag sind derzeit noch nicht abgeschlossen (Stand: 20. Januar 2015). Der Abschluss der Verträge steht unter dem Vorbehalt, dass ausreichend Eigenkapital platziert wird, um das Windparkprojekt Lonnerstadt realisieren können. Aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Verträge besteht grundsätzlich das Risiko, dass die potentiellen Vertragspartner von ihrem Angebot zurücktreten oder die Verträge nur zu Konditionen abgeschlossen werden können, die über den im Prospekt kalkulierten Konditionen liegen.

Die Auflösung der Fondsgesellschaft kann mit einfacher Mehrheit der Gesellschafter beschlossen werden. Allerdings bedarf die Auflösung laut Gesellschaftsvertrag der Zustimmung der Komplementärin, wenn die von der Fondsgesellschaft betriebenen Windenergieanlagen samt Nebeneinrichtungen noch nicht vollständig zurückgebaut worden sind. Da nicht die Gesellschafter, sondern die Komplementärin als Fondsgeschäftsführerin gesellschaftsrechtlich berechtigt ist, den Rückbau in die Wege zu leiten, können die Gesellschafter eine Auflösung der Fondsgesellschaft faktisch nicht gegen den Willen der Komplementärin durchsetzen.

Erich Wust ist sowohl geschäftsführender Gesellschafter der Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG, der Fondsanbieterin und Betriebsführerin des geplanten Windparks, als auch der WWS Projektbau GmbH & Co. KG, die den Windpark errichtet und an die Fondsgesellschaft verkauft. Aufgrund der Personenidentität können Interessenkonflikte entstehen, die zu Ungunsten der Fondsgesellschaft gelöst werden könnten.


Stärken

Anbieterin mit umfangreichen Erfahrungen bei Windenergieprojekten in Bayern
Windpark genehmigt
Sehr niedrige Weichkostenquote
Niedrige Pacht


Schwächen

Bauherren- und Inbetriebnahmerisiko
Projektverträge größtenteils noch nicht abgeschlossen
Potential für Interessenkonflikte
Anlegerungünstige Fondsauflösungs-Vertragsklausel

Chancen
Mehrerträge durch Weiterbetrieb oder Verkauf der Windenergieanlagen nach 20 Jahren


Risiken

Geringerer Wind- und Stromertrag als kalkuliert


Fazit:

Finanziell


Die Pachtverträge für den Windpark Lonnerstadt sind abgeschlossen, die meisten anderen projektbezogenen Verträge derzeit noch nicht. Auch daher besteht bei den Anlagen des Windparks noch das Risiko einer verspäteten Inbetriebnahme. Während des Betriebs des Windparks besteht das Risiko, dass der Energieertrag niedriger ausfällt als prognostiziert. Der Fonds befindet sich an einem eher schwächeren Windstandort, und der Einkaufsfaktor für den Windpark ist leicht überdurchschnittlich hoch. Trotzdem ist die Renditeerwartung marktüblich hoch, da die Pacht vergleichsweise gering ist und die Fondsnebenkosten sehr niedrig sind. Mögliche Mehrerträge nach 2035 durch einen Verkauf oder ein Weiterbetrieb des Windparks sind in der Fondskalkulation nicht berücksichtigt, so dass hier Potenzial für eine höhere Rendite besteht.


Nachhaltigkeit

Die Windkraft bietet auch in Süddeutschland eine nachhaltige Form der Energieerzeugung – sowohl im ökologischen wie im volkswirtschaftlichen Sinne –, wenn wie beim Windpark Lonnerstadt für Binnenlandstandorte optimierte Anlagentypen eingesetzt werden.


ECOreporter.de-Empfehlung

Der 20. Bürgerwindfonds von Wust – Wind & Sonne ist sorgfältig konzipiert. Das Beteiligungsangebot Windpark Lonnerstadt hat ein ausgewogenes Stärken/Schwächen-Verhältnis und bietet eine angemessene Renditeerwartung.


Basisdaten

Anbieterin und Prospektverantwortliche: Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG, Markt Erlbach
Fondsgesellschaft: Bürgerwindenergie Lonnerstadt GmbH & Co. KG, Lonnerstadt
Komplementärin und Geschäftsführerin: WWS Verwaltungs- GmbH, Markt Erlbach
Beteiligungsform: Direktkommanditist

Währung: Euro
Gesamtfinanzierungsvolumen: 20,8 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 6,25 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 5.000 Euro
Agio: 0 Prozent
Laufzeit: 21 Jahre (Prognosezeitraum), Kündigung erstmals zum 31. Dezember 2035 möglich

BaFin-Billigung: Ja
Leistungsbilanz: Nein
IDW-Prospektprüfungsbericht: Nein
Mittelverwendungskontrolle: Nein
Sensitivitätsanalyse: Nein
Haftsumme: 100 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis und Innenverhältnis)
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