Der stark wachsende Straßenverkehr ist nur eines von vielen Nachhaltigkeitsproblemen in Schwellenländern. Der Swisscanto-Aktienfonds setzt auf Unternehmen, die Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme anbieten bzw. anwenden. / Foto: Claudio Zacc, Fotolia.com

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Unabhängige Analyse: Der nachhaltige Aktienfonds Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets im ECOanlagecheck

Der nachhaltige Aktienfonds Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets investiert in Unternehmen, die dazu beitragen, Probleme in Schwellenländern zu lösen: Smog in den Großstädten, Zugang zu preiswerten Medikamenten, Entsorgung von Abwasser, Missstände im Bildungswesen. Anbieter des Fonds ist die Swisscanto Asset Management International S.A. Ihre Muttergesellschaft ist die Swisscanto Holding AG mit Sitz in Zürich, die zur Zürcher Kantonalbank gehört.

Kurzportrait Swisscanto Invest

Das Asset Management der Zürcher Kantonalbank verwaltete zum 30. Juni 2016 ein Kundenvermögen von 144,7 Milliarden Schweizer Franken (CHF). Das sind umgerechnet 133,5 Milliarden Euro. 2,5 Prozent davon sind nachhaltige Geldanlagen. 2011 waren es 1,5 Prozent. Die Bank strebt laut ihres Nachhaltigkeitsberichts einen weiteren Ausbau der nachhaltigen Geldanlagen um eine Milliarde CHF pro Jahr an.

Das nachhaltig angelegte Kundenvermögen ist zu fast einem Drittel in Fonds unter der Marke Swisscanto Invest investiert (2,22 Milliarden CHF). Swisscanto Invest gehört zu den Pionieren im Bereich nachhaltiger Investmentfonds und hat schon 1998 mit dem Aktienfonds Swisscanto (CH) Equity Fund Green Invest einen ersten Nachhaltigkeitsfonds auf den Markt gebracht. Inzwischen bietet Swisscanto Invest im Bereich nachhaltiger Investmentfonds für private Anleger vier Aktienfonds an, einen Rentenfonds und drei Mischfonds.

Anlagegrundsätze der Swisscanto Invest

Für Anlageprodukte der Swisscanto Invest, auch die nicht ausdrücklich nachhaltigen, sind Investments in Rüstungsunternehmen generell tabu, wenn sie international geächtete Waffen, etwa Streubomben, produzieren. Ebenfalls tabu sind Investitionen in Unternehmen, die geschützte Ökosysteme schädigen und Spekulationsgeschäfte mit Agrarrohstoffen betreiben.

Die Zürcher Kantonalbank hat die Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren der Vereinten Nationen (UN PRI) unterzeichnet. Damit verpflichtet sie sich, Nachhaltigkeitsaspekte wie zum Beispiel Umweltschutz oder Menschenrechte bei der Analyse von Investments zu beachten. Sie muss sich auch als Investor für mehr Nachhaltigkeit von Unternehmen einsetzen und darauf hinwirken, dass Nachhaltigkeitsgrundsätze in der Investmentbranche weiter verbreitet werden.

Die Swisscanto Invest wendet bei allen Fonds, auch bei den nicht ausdrücklich nachhaltigen, einen sogenannten Nachhaltigkeitsindikator an. Das ist eine Innovation. Dieser Nachhaltigkeitsindikator signalisiert Kunden, inwiefern das Investment in den Fonds stark, schwach oder gar nicht nachhaltig ist. Die Anzeige zeigt unter anderem das Ausmaß von Klimarisiken an, wie sie etwa bei Kohleinvestments bestehen, und von Reputationsrisiken, zum Beispiel beim Investment in Unternehmen, die Mitarbeiter ausbeuten.

Der Nachhaltigkeitsansatz des Fonds

Der Aktienfonds Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets investiert in Unternehmen, die in Schwellenländern aktiv sind. Sie müssen dort mit ihren Produkten oder Dienstleistungen zu einem nachhaltigeren Wirtschaftsmodell beigetragen.

Swisscanto nennt folgende Schlüsselbereiche einer ressourceneffizienten und sozialverträglichen Volkswirtschaft in den Schwellenländern:

  • Energie
  • Ressourcen
  • Mobilität
  • Gesundheit
  • Finanzen
  • Wissen


Aus diesen Schlüsselbereichen hat Swisscanto konkrete Investitionsthemen abgeleitet, unter anderem Bildung, Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Ressourceneffizienz, Zugang zu Finanzdienstleistungen, Gesundheitsförderung, Logistik und Verkehr.

Der Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets investiert in Aktien von Unternehmen, die in diesen Bereichen aktiv sind. Und die dabei Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme in Schwellenländern entwickeln, anwenden oder dies ermöglichen. Das Fondsmanagement sieht Unternehmen im Vorteil, die einen solchen gesellschaftlichen Nutzen erbringen. Es erwartet, dass deren Produkte und Dienstleistungen "mittelfristig überdurchschnittlich nachgefragt werden".  

Das Nachhaltigkeitsresearch

Das Nachhaltigkeitsresearch für den Swisscanto-Fonds liefern Experten aus dem Assetmanagement der Zürcher Kantonalbank. Dabei stützt sich das Nachhaltigkeitsresearch auch auf externe Dienstleister. Dazu gehören z.B. MSCI ESG oder Trucost, die auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisiert sind, oder der Datenanbieter RepRisk. RepRisk sammelt Medienberichte aus aller Welt über Nachhaltigkeitskontroversen, in die Unternehmen verstrickt sind. Das können zum Beispiel Berichte über Kritik von Umweltschützern oder von Gewerkschaften sein.
Das Nachhaltigkeitsresearch sammelt weitere Informationen von den Unternehmen selbst und von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). Alle Informationen und Bewertungen fließen dann in Nachhaltigkeitsanalysen zu den einzelnen Unternehmen ein. Ein wichtiger Punkt in diesen Analysen ist, wie groß die Bedeutung der nachhaltigen Produkte oder Dienstleistungen für das Geschäftsmodell eines Unternehmens ist.

Das interne Nachhaltigkeitsresearch


Dr. Gerhard Wagner / Foto: Swisscanto

Dr. Gerhard Wagner ist im Assetmanagement der Zürcher Kantonalbank der Leiter Nachhaltige Anlagen (ESG Solutions). Der Doktor der Naturwissenschaften arbeitete von 1994 bis 2001 als Wissenschaftler an der ETH/EAWAG im Bereich Klimaphysik. 2006 erwarb er das Diplom zum Chartered Financial Analyst (CFA). Ab 2008 leitete er bei Swisscanto den Bereich nachhaltige Anlagen – bis Swisscanto von der Zürcher Kantonalbank übernommen wurde und er dort diese Leitungsposition übernahm. Im Assetmanagement der Zürcher Kantonalbank stehen Wagner insgesamt elf Nachhaltigkeitsanalysten und Fondsmanager zur Seite. Mit Marion Swoboda zählt dazu auch die frühere Leiterin des Nachhaltigkeitsresearchs von Swisscanto. Swoboda. Im Durchschnitt verfügen die Analysten im Nachhaltigkeitsresearch jeweils über rund zwölf Jahre Erfahrung. Jeder von ihnen ist auf einzelne Industriesektoren spezialisiert.

Kontroversen-Analyse

Ein fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsanalyse ist die Kontroversen-Analyse. Basierend auf systematischen Daten und Informationen von RepRisk, werden Unternehmen identifiziert, welche gegen Richtlinien oder Normen für soziale oder ökologische Nachhaltigkeit verstoßen. Nicht nur das Ausmaß des Verstoßes ist für die Bewertung wichtig. In die Nachhaltigkeitsanalyse fließt auch mit ein, wie ein Unternehmen auf Missstände reagiert. Überzeugen die Maßnahmen nicht, schlägt sich das negativ in der Nachhaltigkeitsbewertung nieder. Ein Beispiel aus Deutschland für Unternehmen, die RepRisk als besonders kontrovers einstuft, ist z.B. die Deutsche Bank. Für den Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets liefert RepRisk wertvolle Informationen, um  kontroverse Unternehmen in Schwellenländern zu ermitteln.

RepRisk beobachtet kontinuierlich über 10000 Unternehmen weltweit unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Klimarahmenkonvention (UNFCCC) inkl. Kyoto-Protokoll
  • Stockholmer Konvention über langlebige organische Schadstoffe (POP-Übereinkommen)
  • ILO-Kernarbeitsnormen (u.a. Arbeitsbedingungen, Kinder-, Zwangsarbeit)
  • UNO-Menschenrechtsabkommen
  • UNO-Abkommen zu konventionellen, geächteten Waffen


Ausschluss- bzw. Negativkriterien

Die Ausschluss- bzw. Negativkriterien des Fonds betreffen Unternehmenstätigkeiten, die nach Einschätzung des Researchs die größten Nachhaltigkeitsprobleme verstärken. Es gilt hierbei die Null-Prozent-Regel für den Umsatz: Unternehmen dürfen in den Bereichen, die ausgeschlossen sind, überhaupt kein Geschäft machen. Viele andere Anbieter nachhaltiger Fonds räumen sich mit Toleranzschwellen von fünf oder zehn Prozent mehr Spielraum ein, nicht selten liegt die Grenze sogar höher.

Konkret sind bei diesem wie bei anderen nachhaltigen Swisscanto Invest Fonds Unternehmen mit folgenden Tätigkeiten ausgeschlossen:

  • Förderung fossiler Energieträger (Erdöl, Kohle, Erdgas)
  • Betrieb von fossilen Kraftwerken
  • Herstellung von Autos und Flugzeugen
  • Betrieb von Fluggesellschaften
  • Herstellung von langlebigen organischen Schadstoffen (POPs: Persistent Organic Pollutants gemäß Stockholm-Konvention)
  • Herstellung aller relevanten ozonabbauenden Substanzen
  • Nicht nachhaltige Waldwirtschaft (ohne FSC-Zertifizierung o.ä.)
  • Fischerei ohne MSC-Label
  • Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen (Grüne Gentechnik)
  • Kernenergie (Betrieb von Kernkraftwerken, atomaren Wiederaufbereitungsanlagen und atomaren Endlagern, Herstellung von Kernreaktoren)
  • Herstellung von Waffen, militärischen Fahrzeugen, Flugzeugen und Schiffen
  • Herstellung von Tabak und Raucherwaren


Mit dieser umfassenden Liste setzt Swisscanto Invest einen besonders hohen Nachhaltigkeitsanspruch. Nur wenige Anbieter nachhaltiger Fonds verzichten auf Auto-Aktien und Investitionen in die Luftfahrt und definieren so eindeutig, welche umweltschädlichen Geschäfte sie nicht tolerieren.

Neben Ausschlusskriterien greift der Best-in-class-Ansatz

Das Nachhaltigkeitsresearch ermittelt aus dem Kreis der Unternehmen, die nicht gegen Ausschlusskriterien verstoßen, diejenigen, die in ihrer Branche die Nachhaltigkeitsbesten sind (Best-in-class-Ansatz). Hierfür setzt das Nachhaltigkeitsresearch rund 50 Positivkriterien ein. Mit ihnen beleuchtet es Aspekte aus den Bereichen Umwelt (= Environmental), Soziales und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung). Sie werden unter dem Kürzel ESG zusammengefasst.


Wasseraufbereitung in einem Klärwerk der Bejing Enterprises Water Group. Der Swisscanto-Fonds ist in die Wasseraktie aus China investiert. / Foto: Bejing Enterprises

Im Bereich Umwelt prüft das Nachhaltigkeitsresearch mit Positivkriterien unter anderem: die Qualität des Umweltmanagements, den Einsatz von Ressourcen wie Wasser und Energie, den Umgang mit Abfällen.
Soziale Positivkriterien verlangen unter anderem faire Arbeitsbedingungen, die Förderung der Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern und die Respektierung der Menschenrechte.
Im Bereich Governance geht es beispielsweise darum, wie transparent ein Unternehmen ist, wie gut es auf die Interessen von Anwohnern in der Nähe von Produktionsstätten eingeht, ob es über wirksame Richtlinien zur Korruptionsvermeidung verfügt.

Die Unternehmen, die bei der Bewertung dieser Positivkriterien im Vergleich zur Konkurrenz die meisten Punkte erhalten, sind dann die Nachhaltigkeitsbesten ihrer Branche.

Zusammengefasst: Für den Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets kommen nur Unternehmen mit Aktivitäten in Schwellenländern in Frage, die dieses Nachhaltigkeitsresearch  durchlaufen haben, einen gesellschaftlichen Nutzen stiften, nicht gegen Ausschlusskriterien verstoßen und nach den Positivkriterien zu den Nachhaltigkeitsbesten ihrer Branche gehören.

Das trifft zum Beispiel für den Energieversorger China Longyuan Power Group zu. Er ist einer der größten Erzeuger von Windenergie in ganz Asien, wo die Verbrennung von Kohle zur Energieproduktion eines der größten Umweltprobleme ist. China Longyuan Power entlastet das Klima mit Windparks. Alleine 2015 hat das Unternehmen Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 2,2 Gigawatt (GW) errichtet – so viel wie insgesamt in Deutschland 2015 neu ans Netz ging. China Longyuan Power hat insgesamt bisher rund 15 GW Windkraftleistung installiert. Weltweit produzieren nur fünf Länder mehr Windstrom als dieser eine chinesische Konzern.

Der Fonds hat auch in die Woongjin Coway LTD aus Südkorea investiert, die unter anderem Wasseraufbereitungssysteme für Privathaushalte herstellt. Mangelnde Wasserqualität  gefährdet vor allem die Gesundheit von Kindern. Coway bietet hierfür Lösungen an.

Eine weitere Beteiligung des Fonds ist Beijing Enterprises Water. Dieser Konzern reinigt  Abwässer und versorgt Menschen in Schwellenländern mit sauberem Wasser.

Ein Beispiel für eines der Fonds-Investments mit sozialer Ausrichtung ist Gentera, ein Finanzdienstleister im Bereich Mikrofinanz aus Mexiko. Er vergibt Darlehen an Menschen in Lateinamerika, die sonst meist keinen Zugang zu Kapital haben und die sich mit einem Mikrokredit von Gentera eine Existenz als Kleinunternehmer aufbauen können, etwa durch den Kauf einer Nähmaschine.

Nachhaltigkeitsbeirat

Das Nachhaltigkeitsresearch trifft einmal im Vierteljahr mit einem Nachhaltigkeitsbeirat zusammen, um sich über die Nachhaltigkeitsanalysen auszutauschen. Dieser Nachhaltigkeitsbeirat ist nur mit externen Fachleuten besetzt. Damit stellt sich das Nachhaltigkeitsresearch einer unabhängigen Kontrolle, was keineswegs üblich ist. Das Nachhaltigkeitsresearch kann diesen Beirat aber auch zwischenzeitlich in die Diskussion über einzelne Unternehmen einbinden. Dem Nachhaltigkeitsbeirat gehören fünf Spezialisten aus unterschiedlichen Fachrichtungen an:

  • Elvira Bieri, Vorsitz, Geschäftsführerin Zertifizierungsgeschäft des Warenprüfkonzerns SGS (früher Société Générale de Surveillance) Schweiz;
  • Paola Ghillani, Gründerin der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Unternehmensberatung Paola Ghillani & Friends;
  • Florianne Koechlin, Mitglied Eidgenössische Ethikkommission;
  • Prof. Dr. Thomas Stocker, Professor für Klima- und Umweltphysik, Universität Bern;
  • Georg Wüest, Umweltmanagement-Berater.


Der Nachhaltigkeitsbeirat prüft, ob die Investments die Ausschlusskriterien erfüllen. Er erhält die Listen des nachhaltigen Anlageuniversums einschließlich der Research-Resultate, er bekommt eine Präsentation der Veränderungen sowie die Nachhaltigkeitsresultate. Das Nachhaltigkeitsresearch muss kritische Anmerkungen des Nachhaltigkeitsbeirats bei der Festlegung des nachhaltigen Anlageuniversums berücksichtigen.

Das Zusammenspiel der Nachhaltigkeitsgremien des Fonds

Für die Zusammenstellung des nachhaltigen Anlageuniversums für den Fonds ist das interne Nachhaltigkeitsresearch der Zürcher Kantonalbank zuständig. Es verwendet auch Informationen von externen Dienstleistern. Der Nachhaltigkeitsbeirat prüft das ermittelte nachhaltige Anlageuniversum.

Dieses nachhaltige Anlageuniversum ist für die Portfoliomanager des Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets bindend. Das interne Controlling  überwacht laufend, ob das Fondsmanagement sich an das vorgegebene Anlageuniversum hält. Aus dem nachhaltigen Anlageuniversum wählt das Fondsmanagement die nach ökonomischen Kriterien aussichtsreichsten Aktien aus. Das Nachhaltigkeitsresearch durchleuchtet die Investments des Fonds laufend auf Nachhaltigkeitsprobleme und auf mögliche Schwachstellen hin. Dazu gibt es  wöchentliche Sitzungen mit den Portfoliomanagern.

Tritt ein schwerer Nachhaltigkeitsverstoß eines Unternehmens auf, wird das Unternehmen sofort auf die "Watchlist" gesetzt. Dies dient als Warnhinweis für die Portfoliomanager. Wenn eine Firma unter Beobachtungsstatus steht, darf der Fondsmanager nicht in die Firma investieren und auch nicht bereits bestehende Positionen erhöhen. Nach Abschluss der Analyse des Verstoßes kann eine Firma aus dem nachhaltigen Anlageuniversum ausgeschlossen werden. Das Fondsmanagement muss dann die Aktie aus dem Portfolio entfernen – innerhalb einer bestimmten Frist. Konkret bedeutet das, dass die entsprechenden Aktien meist innerhalb von fünf Werktagen verkauft werden.

Fondsmanagement

Chef des Fondsmanagements für nachhaltige Anlagen im Assetmanagement der Zürcher Kantonalbank ist Dr. Gerhard Wagner als Leiter ESG Solutions. Fondsmanager des Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets ist Raphael Lüscher. Er ist Mitglied der Direktion im Assetmanagement der Zürcher Kantonalbank und als Senior Portfolio Manager verantwortlich für den Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets. Lüscher hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen studiert; seit 2009 hat er das Diplom zum Chartered Financial Analyst (CFA). Er hat zwei Jahre in Singapur gelebt und verfügt seither über Kenntnisse über Schwellenländer in Asien.

Nachhaltige Wirkung / Engagement

Anbieter nachhaltiger Aktienfonds können mehr tun als nur in Unternehmen zu investieren. Sie können beispielsweise Druck auf sie ausüben, damit die Unternehmen nachhaltiger werden. Sie können den direkten Kontakt zu den Firmen suchen, Verbesserungen vorschlagen oder anmahnen. Und sie können das Stimmverhalten auf Hauptversammlungen danach ausrichten, dass Unternehmen ihre Nachhaltigkeit verbessern. Durch solches Engagement erreichen sie eine nachhaltige Wirkung. Die Swisscanto Invest gehört zu den Anbietern nachhaltiger Investments, die sich solches Engagement auf die Fahne schreiben. Sie befördert damit einen Branchentrend, dem sich noch längst nicht alle Anbieter angeschlossen haben.


Hong Kong am Abend: der Energieverbrauch wächst in Schwellenländern rasant. Auch das ist ein großes Umweltproblem. Der Swisscanto-Fonds setzt unter anderem auf Unternehmen, die sich durch Energieeffizienz auszeichnen und mit Erneuerbarer Energie arbeiten. / Foto: Jürgen Effner, Fotolia.com

Für den Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets nimmt das Nachhaltigkeitsresearch Engagement-Aufgaben wahr. Es kontaktiert Unternehmen per E-Mail oder Brief, telefonisch oder persönlich. Anlässe für Engagement-Kontakte sind etwa unterdurchschnittliche Resultate (innerhalb der jeweiligen Branche) von Unternehmen in den Nachhaltigkeitsanalysen. Es gibt aber auch Engagement-Kontakte als Reaktion auf Kontroversen, also auf mögliche Verstöße gegen soziale oder ökologische Normen und den Umgang von Unternehmen damit. Darüber hinaus kann der Nachhaltigkeitsbeirat einen Engagement-Prozess anstoßen. Das Nachhaltigkeitsresearch setzt bei diesem Dialog vor allem auf Best-Practice-Beispiele. Diese Beispiele von Unternehmen mit vorbildlichen Nachhaltigkeitsleistungen sollen den Gesprächspartnern konkrete Anregungen für Verbesserungen ihrer Nachhaltigkeit geben.

Die Swisscanto Asset Management AG übt für alle Fonds unter ihrem Label und unter dem der ZKB die Stimmrechte aus. Sie orientiert sich hierbei an mit ISS (Institutional Shareholder Services Inc.) erarbeiteten Abstimmungsrichtlinien. Diese zielen vor allem auf eine vorbildliche Corporate Governance ab. Swisscanto Invest informiert über das Abstimmungsverhalten frei verfügbar im Internet. Einen Engagement-Bericht gibt es noch nicht.

Transparenz des Fonds

Die nachhaltigen Swisscanto-Fonds tragen das Transparenzsiegel von Eurosif, dem europäischen Dachverband für nachhaltige Geldanlage. Das bedeutet, dass sie gemäß dem Europäischen Transparenz Kodex für Nachhaltigkeitsfonds ausreichend über die Umsetzung ihres Nachhaltigkeitsanspruches berichten.

Online informiert die Swisscanto-Homepage umfassend über den Fonds, den Nachhaltigkeitsansatz sowie darüber, wie dieser Ansatz umgesetzt wird.

Im monatlich auf der Swisscanto-Homepage aktualisierten Factsheet werden die Top-10-Posititionen des Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets veröffentlicht. Im Jahresbericht  sind dann  sämtliche Beteiligungen des Fonds aufgelistet.

Risiko und Volatilität

Risiken für Fondsanleger ergeben sich bei Aktienfonds insbesondere daraus, dass die Kurse an den Aktienmärkten schwanken. Hier kommt noch hinzu, dass der Fonds auch in kleine Unternehmen investiert. Zudem erfolgen die Investments in fremden Währungen, und der Fonds notiert in US-Dollar. Das führt zu Wechselkursrisiken. Der Fonds richtet sich daher an Anleger mit einer hohen Risikotoleranz, die idealerweise einen möglichen Ausstieg aus dem Fonds sehr langfristig und flexibel planen können.

Laut dem Factsheet von Ende September 2016 weist der Fonds pro Jahr eine Wertschwankung (Volatilität) von rund 14 Prozent auf. Das bedeutet, dass die Tageswerte, zu denen der Fonds gehandelt wird, rund 14 Prozent vom durchschnittlichen Wert eines Jahres abweichen können (nach oben genauso wie nach unten). Wer kurzfristig seine Fondsanteile verkaufen muss, könnte auch eine Abschwungphase erwischen – ebenso aber eine Phase mit Wertzuwachs. Aktienfonds haben generell eine höhere Volatilität als Fonds, die in fest verzinsliche Wertpapiere investieren. Und Aktienfonds in Schwellenländern wiederum haben eine höhere Volatilität als Aktienfonds, die in etablierten Aktienmärkten mit ruhigerem Kursverlauf investieren. Andererseits bieten sie auch größere Chancen.

Wertentwicklung des Fonds (Benchmark ist der MSCI Emerging Markets, Stand 31.10. 2016):

Zeitraum / Fonds / Benchmark
1 Jahr                      1,23 %      9,27 %
3 Jahre                   -6,23 %     -6,01 %
Seit Start in 2008:    2,38 %      1,83 %

Basisdaten

WKN: AONDYC
ISIN: LU0338548034
Ausgabeaufschlag: max. 5,0%
Verwaltungsgebühr: 2,0%
Performance-Gebühr: keine
TER: 2,24%
Auflagedatum: 25.08.2008
Fondswährung: USD
Fondsvolumen in Mio. Euro: 133,7 zum 31.10.2016
Ausschüttungsart: Thesaurierend


Fazit Nachhaltigkeit:

Dieser Fonds hat Nachhaltigkeitskriterien, die über dem Durchschnitt nachhaltiger Aktienfonds liegen. Streng ist auch die Regelung, dass in ausgeschlossenen Geschäftsbereichen überhaupt nicht investiert wird.
Zudem greift das Nachhaltigkeitsresearch besonders tief. Es umfasst nicht wie bei vielen Wettbewerbern nur die Produktion und einzelne Aspekte der Produkte, sondern die gesamte Nachhaltigkeit. Es geht also um eine  ganzheitliche Sichtweise der Nachhaltigkeitsauswirkungen der Unternehmen. Ebenfalls positiv: Engagement wird praktiziert. Das heißt, der Fonds wirkt direkt darauf ein, dass sich Unternehmen nachhaltiger verhalten.

Fazit Nachhaltigkeitsversprechen:

ECOreporter.de hat die Einzelpositionen des Fondsportfolios geprüft. Stichtag für die Prüfung des Portfolio- Bestands war der 1.11.2016. Die Prüfung des im Halbjahresbericht dargestellten Portfolios ergab, dass die einzelnen Positionen im Portfolio dem von Swisscanto gewählten Nachhaltigkeitsansatz genügen. Anhaltspunkte dafür, dass das Portfolio des Fonds den Vorgaben nicht entsprechen würde, ergaben sich nicht.

Fazit Finanzielles:

Bei der Wertentwicklung über fünf Jahre hinweg lag der Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets im Vergleich mit den acht Wettbewerbsprodukten im Mittelfeld. Drei nachhaltige Schwellenländer-Aktienfonds auf dem deutschen Markt verloren in den letzten fünf Jahren bis zum Stichtag 31.10.2016 an Wert, der schwächste minus 4 Prozent. Von den übrigen legte der beste über 20 Prozent zu. Der Swisscanto (LU) Equity Fund Green Invest Emerging Markets verzeichnete über fünf Jahre ein Plus von über zehn Prozent.  Bei den Gesamtkosten pro Jahr (TER, Total Expense Ratio) liegt der Fonds mit 2,24 Prozent in der oberen Hälfte. Im Durchschnitt beträgt die TER der nachhaltigen Schwellenländer-Aktienfonds 2,11 Prozent.

Hier gelangen Sie zu der PDF-Version dieses ECOanlagechecks.

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