Windparks in Deutschland sind das Investitionsziel der reconcept 09 Windenergie Deutschland GmbH & Co. KG. / Quelle: Fotolia

26.04.16 ECOanlagecheck , Windenergie-Investments , Geschlossene Fonds

Unabhängige Analyse: RE09 Windenergie Deutschland – die geschlossene Beteiligung von reconcept

Eine Windpark-Beteiligung mit dem Investitionsziel Deutschland bietet reconcept aus Hamburg an. Die Emittentin hat laut Prospekt noch keine Projekte erworben. Anleger können sich ab 10.000 Euro plus drei Prozent Agio als Kommanditist beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.

In welche Projekte die reconcept 09 Windenergie Deutschland GmbH & Co. KG investieren wird, steht zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch nicht fest. Die beispielhafte Prospektkalkulation beruht auf der Annahme, dass die Emittentin in sechs Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen 18 Megawatt (MW) investiert, die Ende 2016 In Betrieb gehen sollen. Nach Angaben der Initiatorin reconcept konnte sie sich inzwischen für die Emittentin den Windpark Prignitz in Brandenburg „zur exklusiven Endverhandlung des Kaufvertrages sichern“ (Stand: 15. April 2016). Der Windpark Prignitz besteht aus drei Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 2 MW und ist seit Anfang 2014 in Betrieb.

Beim vorliegenden Angebot handelt es sich um keinen Alternativen Investmentfonds (AIF) nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), sondern um eine Vermögensanlage. Bei einer Vermögensanlage kann die Emittentin die Investitionen mit über 60 Prozent Fremdkapital finanzieren, muss aber gesetzeskonform operativ tätig sein. Daher soll die Emittentin Windparks laut Prospekt nicht über Projektgesellschaften, sondern direkt erwerben.

Initiatorin und Leistungsbilanz

Anbieterin des Beteiligungsangebotes ist die reconcept Consulting GmbH aus Hamburg. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Initiatorin reconcept GmbH. Diese ist auch Muttergesellschaft der reconcept Capital 02 GmbH (Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin), der reconcept Treuhand GmbH (Treuhandkommanditistin) und der reconcept Vermögensmanagement GmbH (Portfoliomanagementberatung). Mittelbarer Hauptgesellschafter der reconcept GmbH ist – über die Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH – Volker Friedrichsen. Er ist seit mehr als 20 Jahren in der Windenergiebranche tätig, unter anderem war er Geschäftsführer von Vestas Deutschland, und er gründete später die WKN AG.

reconcept hat seit 2012 unter anderem fünf Kommandit-Beteiligungen mit den Investitionszielen Windenergie Deutschland (2 inkl. RE09), Windenergie Finnland (2), Wasserkraft Kanada (1) und Solarenergie Spanien (1) öffentlich angeboten. Darüber hinaus wurden ein Genussrecht, drei Anleihen und ein Private Placement realisiert. Bis 2008 war die seit 2009 eigenständige reconcept GmbH zunächst als Tochter der WKN AG vor allem für die Konzeption und den Vertrieb von Sachwertinvestments verantwortlich. Seit der Unternehmensgründung 1998 hat reconcept nach eigenen Angaben 35 Energiefonds konzipiert und auf den Markt gebracht. Mit einem Investitionsvolumen von rund 480 Millionen Euro wurden den Angaben nach rund 230 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen 360 Megawatt (MW) sowie Solarparks finanziert.

reconcept hat für 2014 einen Performancebericht veröffentlicht. Die beiden Windparks des Beteiligungsangebotes RE02 Windenergie Deutschland sind Ende 2012 bzw. Mitte 2013 in Betrieb gegangen. Laut Performancebericht 2014 wurden an die Anleger des RE02 infolge eines sehr unterdurchschnittlichen Windjahres für 2014 3,3 Prozent statt der im Prospekt prognostizierten 7,0 Prozent ausgeschüttet.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 50,9 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 14,0 Millionen Euro (27,5 Prozent)
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: 0,4 Millionen Euro (0,8 Prozent)
Fremdkapitalvolumen: 36,5 Millionen Euro (71,7 Prozent)

Die Komplementärin und Geschäftsführerin reconcept Capital 02 GmbH kann das geplante Eigenkapitalvolumen von 14 Millionen Euro nach eigenem Ermessen erhöhen oder verringern. Ein zu platzierendes Mindestkapital ist laut Gesellschaftsvertrag nicht vorgesehen. Falls das Platzierungsvolumen (deutlich) unter der Planung bleiben sollte, besteht das Risiko, dass aufgrund des nicht platzierungsabhängigen Nebenkostenanteils das Eigenkapital mehrheitlich für die Nebenkosten verbraucht wird.

Die Emittentin hat zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch kein Fremdkapital aufgenommen. Die Finanzierung soll laut Prospekt über KfW-Darlehen mit einer Laufzeit von 16 Jahren erfolgen. Die Prospektkalkulation beruht auf der Annahme, dass ein Darlehenszinssatz von 2,5 Prozent vereinbart werden kann.

Nebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 3,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio), Werbung, Marketing: 8,0 Prozent
Konzeption: 5,0 Prozent
Strukturierung: 1,8 Prozent
Fremdkapitalvermittlung: 1,3 Prozent
Portfoliomanagement: 0,7 Prozent
Prospekterstellung: 0,7 Prozent
Rechts- und Steuerberatung: 0,8 Prozent
Sonstiges: 0,2 Prozent
Gesamtweichkosten: 21,5 Prozent

Die Weichkostenquote liegt über dem Durchschnittsbereich der von ECOreporter.de in den letzten zwei Jahren analysierten Windpark-Beteiligungen. Die Konzeptionsgebühr für die reconcept GmbH beträgt – unabhängig von der Höhe des eingeworbenen Kommanditkapitals – mindestens 650.000 Euro. Die Gebühr für die Portfoliomanagementberatung beträgt unabhängig vom Emissionskapital mindestens 75.000 Euro. Bei den Kosten für Prospekterstellung (inkl. Marketingunterlagen) und Rechts- und Steuerberatung (inkl. Gutachten und Mittelverwendungskontrolle) handelt es sich ebenfalls um Kosten – zusammen rund 180.000 Euro – die unabhängig von der Höhe des platzierten Eigenkapitals anfallen. Insgesamt summieren sich die fixen Nebenkosten somit auf rund 900.000 Euro.

Die Mindestvergütung von 650.000 Euro war laut Prospekt bereits zwei Wochen nach Billigung des Verkaufsprospektes durch die BaFin fällig. Zudem stand laut Prospekt der Anbieterin und Eigenkapitalvermittlerin reconcept consulting GmbH bei Vertriebsstart eine Vorauszahlung in Höhe von 2 Prozent des geplanten Kommanditkapitals (280.000 Euro) zu.

Laufende Kosten

Betriebsführung, Betrieb, Instandhaltung, Pacht und Versicherung (erstes Jahr, Prognose): 47.500 Euro/MW
Geschäftsführung und Anlegerbetreuung (erstes Jahr, Prognose): 5.400 Euro/MW
Kostensteigerung (pro Jahr; Prognose): 2,0 Prozent

Da es sich um eine Blindpool-Konzeption handelt, unterliegt die Prognoserechnung erhöhten Unsicherheiten. Die prognostizierten Kosten und Vergütungen für Betriebsführung, Betrieb, Instandhaltung, Pacht und Versicherung sind im Prospekt nicht einzeln, sondern nur in einer Summe aufgeführt. Mit zusammen rund 47.500 Euro im ersten vollen Betriebsjahr liegen diese prognostizierten Kosten im marktüblichen Bereich. Allerdings beruht die Prospektkalkulation auf der Annahme, dass die Emittentin an einem Standort mit sehr hohem Windertrag investiert. Da die laufenden Vergütungen und Kosten eines Windparks in der Regel vertraglich so vereinbart und geregelt sind, dass sie mit dem Windertrag steigen, besteht das Risiko, dass die tatsächlichen laufenden Kosten über denen der Prospektprognose liegen werden.

Für die Direktvermarktung des Stroms im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) wurden in der Prognoserechnung Kosten von 0,2 Cent/kWh veranschlagt – umgerechnet rund 6.300 Euro/MW. Die EEG-Direktvermarktung ist für Windparks verpflichtend, die ab 2015 in Betrieb gehen.

Laufzeit und Ausschüttungen

Laufzeit: bis Ende 2023, Verlängerung um zweimal ein Jahr durch Geschäftsführung möglich, Kündigungsrecht der Anleger frühestens zum 31. Dezember 2023, vorzeitige Auflösung oder Verlängerung der Laufzeit erfordert 75 Prozent-Mehrheit der Gesellschafterstimmen
Gesamtausschüttung (Prospektkalkulation): 150,9 Prozent (inkl. 103 Prozent Kapitalrückzahlung)
Ausschüttung durch Verkaufserlös für den Windpark (Prospektkalkulation): 105,9 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR, ECOreporter.de-Berechnung auf Basis der Prospekt-Prognoserechnung): 6,3 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb
Einkaufsfaktor (Prospektkalkulation; Kaufpreis/Prognose Stromerlöse pro Jahr): 9,4
Gesamtinvestition (Prospektkalkulation): 2.827 Euro/kW
Einspeisevergütung (Prospektkalkulation): 8,48 Cent/kWh

Der prognostizierte Einkaufsfaktor (Kaufpreis für den Windpark/Prognose Stromerlöse pro Jahr) liegt mit 9,4 im marktüblichen Bereich, obwohl die kalkulierte Gesamtinvestition mit 2.827 Euro/kW sehr hoch ist. Die Gesamtinvestition lag bei den von ECOreporter.de im letzten Jahr analysierten Windpark-Beteiligungsangeboten im Durchschnitt unter 2.000 Euro/kW.

Beim vorliegenden Beteiligungsangebot wird gemäß Prognose die angesetzte hohe Gesamtinvestition je kW durch einen ebenfalls sehr hoch kalkulierten Stromertragswert von 3.167 kWh/kW kompensiert. ECOreporter.de hat in den letzten fünf Jahren kein Windpark-Beteiligungsangebot mit Investitionsstandort Deutschland analysiert, das einen Ertragswert von über 3.000 kWh/kW aufwies bzw. prognostizierte. Werte von über 3.000 kWh/kW sind an windreichen küstennahen Standorten möglich, in der im Prospekt als Projektstandort genannten Region Mitteldeutschland zwar nicht ausgeschlossen, aber außergewöhnlich hoch und tendenziell nicht realistisch. Falls die Emittentin einen Windpark mit geringerem Ertragswert erwirbt, kann die prospektierte Rentabilität des Beispiel-Windparks trotzdem bestätigt werden, wenn – im Vergleich zum Beispiel-Windpark – auch der Kaufpreis für den Windpark in dem Umfang geringer ist, dass der prognostizierte Einkaufsfaktor von 9,4 nicht überschritten wird. Der Windpark Prignitz, den die Emittentin eventuell erwirbt, weist nach Angaben der Emittentin einen Ertragswert von rund 2.000 kWh/kW auf. Der kalkulierte Ertragswert des Beispiel-Windparks liegt somit rund 58 Prozent höher. Allerdings beabsichtigt die Emittentin neben dem Windpark Prignitz weitere Investitionen zu tätigen, so dass der Ertragswert des Gesamt-Windparkportfolios der Emittentin über dem Ertragswert des Windparks Prignitz liegen kann. Die Informationen, die zur Ermittlung des Einkaufsfaktors für den Windpark Prignitz erforderlich wären, liegen ECOreporter.de nicht vor.

Ende 2023 sollen die Windenergieanlagen laut Prospektkalkulation zu 82,6 Prozent der ursprünglichen Anschaffungskosten veräußert werden. Die Anbieterin kalkuliert mit einem Abzinsungsfaktor von 6,0 Prozent, einer Gesamtnutzungsdauer des Windparks von rund 25 Jahren und einem Strompreis nach Ablauf der EEG-Vergütung 2037 von anfänglich rund 7,82 Cent/kWh. Da laut Prospektprognose der Windparkstandort ein hohes Windpotential hat, ist es möglich bis wahrscheinlich, dass der Beispiel-Windpark die prognostizierte EEG-Vergütung von 8,48 Cent/kWh nicht für die gesamten 20 Jahre erhält, sondern für einige Jahre nur den Grundwert von rund 5 Cent/kWh. Dieser Aspekt wird bei der Erläuterung der Verkaufserlösprognose im Prospekt nicht erwähnt.

Die Komplementärin und Geschäftsführerin reconcept Capital 02 GmbH kann eine Erfolgsvergütung erhalten. Diese beträgt 20 Prozent des Betrages, um den bei einem Verkauf Ende 2023 die Gesamtausschüttung an die Anleger (vor Steuern) über der Prognose von rund 152 Prozent liegt. Falls der Verkauf der Windenergieanlagen früher oder später als Ende 2023 erfolgt, vermindert bzw. erhöht sich der relevante Gesamtausschüttungswert um jeweils 8 Prozentpunkte pro Jahr.

Investitionen

Die Investitionen der Emittentin stehen zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch nicht fest. Die beispielhafte Prospektkalkulation beruht auf der Annahme, dass die Emittentin in sechs Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 3 Megawatt (MW) investiert, die Ende 2016 in Betrieb gehen. Nach Angaben von reconcept konnte sie sich für die Emittentin den Windpark Prignitz in Brandenburg „zur exklusiven Endverhandlung des Kaufvertrages sichern“ (Stand: 15. April 2016). Der Windpark Prignitz besteht aus drei Windenergieanlagen des Herstellers Vestas mit einer Nennleistung von jeweils 2 MW und ist seit Anfang 2014 in Betrieb.

Die Investitionskriterien im Prospekt sehen unter anderem vor, dass die Emittentin ausschließlich in Windparkprojekte in Deutschland investiert und zwei Ertragsgutachten vorliegen müssen. Ein Mindestrendite-Kriterium gibt es nicht. Windparkprojekte auf See sind über die prospektierten Investitionskriterien nicht explizit ausgeschlossen, aber nach Angaben der Emittentin nicht vorgesehen.

Laut Prospekt wurden bei der Schätzung des Stromertrags des Beispiel-Windparks Abschläge für Verfügbarkeits- und Leitungsverluste sowie ein allgemeiner Sicherheitsabschlag berücksichtigt. Die Höhe der Abschläge wird im Prospekt nicht benannt.

Ökologische Wirkung

Die Investitionen der Emittentin stehen zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch nicht fest, so dass die ökologische Wirkung noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Mit einer Strommenge von 57 Millionen kWh, die der im Prospekt dargestellte Beispiel-Windpark erzeugen soll, könnten sich bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh rechnerisch rund 16.000 Haushalte jährlich versorgen. Die Einsparung an Kohlendioxid im Vergleich zur Stromgewinnung aus konventionellen Kraftwerken könnte durch den Betrieb der Beispiel-Windenergieanlagen circa 34.000 Tonnen pro Jahr betragen. Bei der von der Anbieterin genannten möglichen Investition Windpark Prignitz liegt die prognostizierte Strommenge bei rund 12 Millionen kWh pro Jahr und die Kohlendioxid-Einsparung bei circa 7.000 Tonnen pro Jahr. Windparks produzieren in der Regel in weniger als zwölf Monaten so viel Strom wie zu ihrer Herstellung notwendig war (Energieamortisationszeit).

Risiko

Die Beteiligung ist als Blind-Pool konzipiert. Die Emittentin hat zum Zeitpunkt der Prospekterstellung noch nicht investiert, und die zu erwerbenden Projekte stehen noch nicht abschließend fest (Stand: 15. April 2016). Daher sind auch die projektbezogenen Verträge wie z. B. die Kauf-, Darlehens-, Pacht- und Betriebsführungsverträge noch nicht abgeschlossen und im Prospekt nicht dargestellt. Es ist vorgesehen, dass die Emittentin die Windenergieanlagen unmittelbar erwirbt und sie somit auch die Darlehen selbst aufnimmt.

Die Beispiel-Windenergieanlagen der Emittentin sollen laut Prospekt Ende 2016 in Betrieb genommen werden. Es besteht das Risiko, dass sich die Fertigstellung und der Netzanschluss der Windenergieanlagen verzögern. Die Emittentin kann laut Prospekt auch Projektrechte erwerben. Projektentwicklungs- und Genehmigungsrisiken sind über die Investitionskriterien nicht ausgeschlossen.
Ein wesentliches weiteres Risiko bei Windenergieanlagen besteht grundsätzlich darin, dass sie weniger Strom liefern können als prognostiziert. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass Einspeisevergütungen rückwirkend gekürzt oder Steuern erhöht werden, wodurch ein rentabler Betrieb von Windenergieanlagen erschwert oder unmöglich gemacht werden kann.

Laut EEG 2014 erhalten neu errichtete Windenergieanlagen keine Einspeisevergütung für den Zeitraum von negativen Strompreisen an der Strombörse. In den vergangenen Jahren ist das nur in geringem Umfang vorgekommen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass negative Strompreise zukünftig häufiger auftreten und damit die Regelung zu höheren Ertragseinbußen bei der Emittentin führen.
Laut des Eckpunktepapiers des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zur geplanten EEG-Novelle 2016 sollen Windenergieanlagen, die bis Ende 2016 nicht genehmigt sind, unter das geplante Ausschreibungsverfahren fallen. Falls eventuell geplante Projekte der Emittentin davon betroffen sein sollten, besteht das Risiko, dass diese Projekte keine Einspeisevergütung erhalten.

Die Windenergieanlagen der Emittentin sollen laut Prospekt Ende 2023 verkauft werden. Es besteht das Risiko, dass der Emittentin das nicht – zum prognostizierten Verkaufspreis – gelingt.  Die Geschäftsführerin (Komplementärin) der Emittentin, die Anbieterin und die Treuhänderin sind jeweils Tochtergesellschaften der reconcept GmbH. Aufgrund der personellen und gesellschaftsrechtlichen Verflechtungen können insbesondere dann Interessenkonflikte entstehen, falls Unternehmen der reconcept-Gruppe die Betriebsführung der Windenergieanlagen der Emittentin übernehmen und/oder am Laufzeitende der Beteiligung die Windenergieanlagen von der Emittentin erwerben.

Stärken
Initiatorin mit Erfahrung im Windenergiebereich

Schwächen
Inbetriebnahme- und Genehmigungsrisiken möglich
Hohe Nebenkostenquote
Blind-Pool-Konzeption

Chancen
Niedrigere anfängliche Fremdkapitalzinsen als kalkuliert bei neuen Projekten

Risiken
Geringere Stromerträge als kalkuliert
Verkaufserlös niedriger als prognostiziert



Fazit:

Finanziell


Der Windpark Prignitz, den die Emittentin eventuell erwirbt, unterscheidet sich von dem im Prospekt dargestellten Beispiel-Windpark. Beispielsweise ist einerseits der Ertragswert des Windparks Prignitz niedriger, andererseits ist er bereits im Betrieb und verfügt damit über Erfahrungswerte. Die Investitionskriterien enthalten kein Mindestrenditekriterium. Der Großteil der Ausschüttungen an die Anleger soll aus dem für Ende 2023 geplanten Verkauf der Windenergieanlagen erzielt werden. Die Berechnung des Verkaufserlöses im Prospekt ist nachvollziehbar und im Grundsatz plausibel, aber auch von schwer zu prognostizierenden Einflussfaktoren abhängig. Beispielsweise kann bei einem bis 2023 steigenden Zinsniveau der erzielbare Verkaufserlös sinken. Eine Schwäche des Beteiligungsangebote ist die überdurchschnittlich hohe Weichkostenquote. Insbesondere der höhere platzierungsunabhängige Weichkostenanteil kann bei einem niedrigeren Platzierungsvolumen die Renditeerwartung für die Anleger schmälern.

Nachhaltigkeit

Die Windkraft auf dem Land bietet eine nachhaltige Form der Energieerzeugung – sowohl im ökologischen wie im volkswirtschaftlichen Sinne.

ECOreporter.de-Empfehlung

Das Beteiligungsangebot ist sorgfältig konzipiert und umfassend prospektiert. Aufgrund der Blind-Pool-Konzeption bestehen aber erhöhte Prognoseunsicherheiten, die über die teilweise wenig strengen Investitionskriterien nicht wesentlich begrenzt werden. Bei der geplanten Laufzeit ist der Erfolg des Beteiligungsangebotes stark vom erzielbaren Verkaufserlös abhängig.

Basisdaten

Anbieterin und Prospektverantwortliche: reconcept consulting GmbH, Hamburg
Beteiligungsgesellschaft (Emittentin): reconcept 09 Windenergie Deutschland GmbH & Co. KG, Hamburg
Komplementärin und Geschäftsführerin: reconcept Capital 02 GmbH, Hamburg
Treuhänderin: reconcept Treuhand GmbH, Hamburg
Beteiligungsform: Treugeber, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Währung: Euro
Gesamtfinanzierungsvolumen:  50,9 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio):  14,0 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 10.000 Euro
Agio: 3 Prozent
Laufzeit: bis zum 31. Dezember 2023 (Planung)

BaFin-Billigung: Ja
Leistungsbilanz: Ja
IDW-Prospektprüfungsbericht: Ja
Mittelverwendungskontrolle: MDS Möhrle GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg
Sensitivitätsanalyse: Ja
Haftsumme: 10 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent der Kommanditeinlage (Innenverhältnis)
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