Prokon hat überwiegend in WIndkraft investiert. / Quelle: Fotolia

29.01.14 Anleihen / AIF , Wachhund

Ungewissheit für Prokon-Anleger kann noch lange andauern

Anleger, die in Genussrechte der insolventen Prokon investiert haben, können ihre Ansprüche wohl erst ab Mai anmelden. Das gab der Windkraftprojektierer aus Itzehoe in einer gemeinsamen Erklärung von Prokon-Chef Carsten Rodbertus und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin bekannt. Demnach kann das vorläufige Insolvenzverfahren voraussichtlich erste Ende April abgeschlossen werden. So lange werde der vorläufige Insolvenzverwalter brauchen, um festzstellen, ob Prokon wirklich zahlungsunfähig ist. Sollte dann ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, so würden die Gläubiger des Unternehmens, zu denen die Investoren der Genussrechte von Prokon zählen, dann vom Insolvenzverwalter die nötigen Unterlagen erhalten, um ihre Forderungen anzumelden. Bis dahin aber könne der vorläufige Insolvenzverwalter dazu keine Anfragen beantworten. Das gelte auch für das Amtsgericht Itzehoe, bei dem Prokon den Antrag auf das vorläufige Insolvenzverfahren gestellt hatte.

Prokon-Chef Rodbertus bekräftigte seine Einschätzung, dass sein Unternehmen nicht insolvent sei. Er hatte in der vergangenen Woche bereits angeführt, dass der Antrag am Amtsgericht in Itzehoe lediglich „aus Vorsichtsgründen“ gestellt worden sei (wir  berichteten).  Die Geschäftsführung von Prokon erarbeitet den Angaben zufolge derzeit ein Konzept zur Restrukturierung des Unternehmens. Hierfür stellt das veröffentlichte Papier etwa eine Änderung der Genussrechstbedingungen und die Änderung der Rechtsform in eine AG oder eine Genossenschaft in den Raum. Näheres dazu könne man aber erst im nächsten oder übernächsten Monat bekannt geben. Auch arbeite man daran, den Jahresabschluss für das Jahr 2013 „zügig fertigzustellen“ und von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer testieren zu lassen. Darauf, dass Prokon bislang noch nicht einmal für 2012 eine testierte Bilanz vorgelegt hat, ging Rodbertus in der Mitteilung nicht ein. Auf Presseanfragen geht das Unternehmen schon lange nicht mehr ein, da es sich von den Medien ungerecht behandelt fühlt.

Prokon zufolge haben rund 75.000 Anleger Genussrechte im Umfang von 1,4 Milliarden Euro erworben. ECOreporter.de hatte schon vor langer Zeit vor den Risiken einer Beteiligung an den Genussrechten von Prokon gewarnt und das Unternehmen in der Wachhund-Rubrik geführt. Auf einer Sonderseite in unserer Rubrik „Gut erklärt“ finden Sie nicht nur unsere Analysen dazu, sondern auch weitere Beiträge, die über die Hintergründe der Krise des Unternehmens informieren und die wichtigsten Entwicklungen der letzten Wochen. Per  Mausklick  (Link entfernt)gelangen Sie zu diesem Informationsangebot.
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