13.02.13 Anleihen / AIF

„Unsere Anleger wollen Ökonomie und Ökologie miteinander verbunden wissen“ - ECOreporter-Interview mit Andreas Mankel, 7x7finanz GmbH, zum geschlossenen deutscher Sachwertfonds von 7x7

Nahversorgung und Erneuerbare Energien – das ist das Thema eines Fonds der 7x7finanz GmbH aus Bonn. Deren Geschäftsführer Andreas Mankel beschreibt die Nachhaltigkeit des Projektes so: „Zu Fuß zum Einkaufen – und eine Solaranlage obenauf“. Der Bankbetriebswirt, Finanz- und Vorsorgeberater erläutert im Interview mit ECOreporter.de, wie er zur Nachhaltigkeit erzogen wurde, wofür die 7x finanz GmbH steht und was den geschlossenen Fonds 7x7 Sachwerte.I GmbH&Co KG auszeichnet.

ECOreporter.de: Herr Mankel, Sie sind gelernter Bankkaufmann. Was hat Sie zur Nachhaltigkeit gebracht?

Andreas Mankel: Meine ersten zehn Lebensjahre habe ich im Schleswig-Holstein der sechziger Jahre verbracht. In der Heimatkunde wurde die Vier-Felder-Wirtschaft gelehrt. Dabei liegt immer ein Feld brach, um sich zu erholen. Bis zum 21. Lebensjahr habe ich in hessischen Dillkreis gelebt, wo Haubergsgenossenschaften üblich sind. Hier wird nachhaltige Waldwirtschaft in Bürgerhand gelebt. Mein Vater war im Erstberuf Elektriker, er hat mir schon früh die Funktionsweise des Dynamos erklärt, daher der Hang zu Windkraft und Photovoltaik. Nicht zu letzt habe ich bei einer Raiffeisenbank gelernt und die Lehren des Sozialreformers und Gründers der genossenschaftlichen Bewegung in Deutschland, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, verinnerlicht!

ECOreporter.de: Nun bieten Sie nachhaltige Geldanlagen an. Wen erreichen Sie mit Ihren Angeboten, gibt es einen typische Anleger oder eine typische Anlegerin bei diesem Thema?

Mankel: Für unsere Anleger ist typisch, dass sie Ökonomie und Ökologie mit einander verbunden wissen wollen. Also so nachhaltig wie möglich anlegen wollen, ohne auf eine angemessene Rendite zu verzichten.

ECOreporter.de: Wenn ich mich in ihrem Büro umschaue: Sie wirken nicht wie der typische „Öko“, wie man ihn sich vielleicht als Klischee ausmalt. Oder wie der typische Geldmensch. In welche Schublade stecken wir Sie denn nun?

Mankel: Am besten in gar keine, aber wenn schon in die eines Werte-Unternehmers, der vor allem den Menschen Nutzen stiften will und dabei Nachhaltigkeit anstrebt, wo es möglich und sinnvoll ist.

ECOreporter.de: Nun bieten Sie einen geschlossenen Fonds an, der in Einzelhandels-Immobilien investieren wird. In solchen Städten wie Letmathe, die mancher vielleicht gar nicht kennt. Warum realisieren Sie die Projekte nicht an der Kö in Düsseldorf oder im Zentrum von Bonn oder Köln?

Mankel: Wir haben uns für Standorte entschieden, die in der Region Köln-Bonn und 100 Kilometer Umkreis liegen. Hier gibt es Bevölkerungswachstum und eine hohe Kaufkraft. Die konkreten Standorte wählen wir dort, wo noch ein Einzelhandels-Angebot fehlt und der Bau in der erforderlichen Größe möglich ist. Der Trend geht zurück zu wohnortnahen Standorten, damit die Bürger wieder zu Fuß einkaufen gehen können. Dadurch ist auch ein mittelfristiger Wertzuwachs bei den Grundstückspreisen sehr wahrscheinlich.

ECOreporter.de: Zur Planung gehören Lebensmittel-Märkte mit Solaranlagen auf dem Dach: Das wird manchen zu wenig und anderen schon wieder zu viel Öko sein.

Mankel: Hier stehen Dachflächen von 800 Quadratmeter und mehr zur Verfügung, ohne dass wir sie umständlich pachten müssen. Der Mieter ist ein möglicher Abnehmer des Stroms, falls die Strompreise so hoch steigen, dass die Einspeisevergütung überschritten wird. Es bietet sich also an, das Kraftwerk auf dem Dach zu bauen!

ECOreporter.de: Wenn es um Immobilienfonds geht, dann trauen die Anleger den Gebäuden – aber den Fondsleitungen oft nicht. Kein leichter Markt also, und sie gehen da neu hinein. Warum?

Mankel: Ich habe selbst seit 1992 mit geschlossenen Fonds als Vermittler meine Erfahrungen gemacht und kann die Enttäuschungen der Anleger gut verstehen. Da wir uns das Motto „nachvollziehbar anlegen“ gegeben haben, sind wir davon überzeugt, dass wir das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und bestätigen können, indem wir für maximale Transparenz und gute zeitnahe Kommunikation sorgen. Unser Fondsmanager Michael Klöpper ist seit 1993 ausschließlich in diesem Bereich tätig. Wir haben gemeinsam bei der Fondskonzeption darauf geachtet, eine für den Anleger faire und ausgewogene Kapitalanlage zu entwickeln.

ECOreporter.de: Wie tief sind Sie selbst in die Projekte eingebunden, kennen Sie die, oder verwalten Sie das ganze vom Schreibtisch aus?

Mankel: Ich stehe selbst mit unseren Projektentwicklern auf dem leeren Grundstück oder vor dem abbruchreifen Gebäude und nehme an den abschließenden Verhandlungen mit den Verkäufern und den Mietern teil. Während der Projektentwicklung lasse ich mir wöchentlich berichten und fahre selbst zu den Baustellen, um mich vom aktuellen Stand zu überzeugen.

ECOreporter.de: Wie wichtig ist Ihnen Teamarbeit bei solchen Projekten?

Mankel: Die Teamarbeit steht an oberster Stelle. Dabei wirken hier drei Teams mit ihren speziellen Aufgabengebieten zusammen: Das Bau-Projekt-Team, das Team aus der kaufmännischen Verwaltung und das Fondsmanagement.

ECOreporter.de: Glauben Sie, dass das Streben nach Nachhaltigkeit Erfolg zeigen wird, dort draußen, beim Klima, in der Natur, bei den Menschen – oder sind wir schon zu spät dran?

Mankel: Bei dieser Frage hilft mir immer wieder ein Bild: Auch der Tropfen auf den heißen Stein kann der Anfang eines Regens sein. Ob wir zu spät dran sind, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall sollten wir die Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit fördern, wo immer es möglich und finanzierbar ist. Je mehr Menschen sich in diese Entwicklung einbinden lassen, desto mehr Nachahmer wird es geben, nach dem Motto Raiffeisens: Was wenige nicht vermögen, das vermögen viele! Dann wird Nachhaltigkeit auch bezahlbarer.

ECOreporter.de: Herr Mankel, danke für das Gespräch!
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