Aufbau einer Windkraftanlage. / Quelle: Siemens

  Erneuerbare Energie

US-Indianerstämme setzen große Hoffnungen auf Windstrom

Der US-Bundesstaat Süd-Dakota bietet hervorragende natürliche Bedingungen für die Produktion von Windenergie. Dies wollen sich sechs Indianerstämme der Sioux zu Nutze machen. US-Medienberichten zufolge bereiten sie zusammen das bislang größte Windkraft-Projekt der Vereinigten Staaten vor. Geplant seien Windfarmen in mindestens sechs Reservaten dieser Stämme, die zusammen eine Kapazität von mehr als einem Gigawatt (GW) erreichen. Im US-Bundesstaat Oklahoma haben fünf andere Indianerstämme unter Führung der Cherokee bereits ein ähnliches Projekt in  Angriff genommen, das allerdings in weitaus kleinerem Maßstab.  Es soll eine Kapazität von 153 Megawatt (MW) erreichen und wird von PNE Wind USA umgesetzt, eine Tochter des Projektierers PNW Wind AG aus Cuxhaven.

Zur Finanzierung dieses riesigen Grünstromprojektes benötigen die Sioux laut den Berichten 1,7 bis drei Milliarden US-Dollar. Sie wollen diese Mittel durch die Ausgabe von Anleihen einsammeln. Allerdings müssen sie auch Abnehmer für ihren Windstrom finden. Süd-Dakota ist dünn besiedelt und benötigt selbst vergleichsweise wenig Energie.

In den letzten Jahren hatten andere Indianerstämme gemeinsam Kasinos eröffnet, um wirtschaftliches Wachstum in ihren verarmten Reservaten anzustoßen. Das ist aber in den entlegenen Regionen, in den die Sioux leben, keine Option. Daher wollen sie nun mit Grünstrom-Projekten einen ähnlichen wirtschaftlichen Aufschwung erreichen. An dem Vorhaben beteiligen sich die Stämme der Cheyenne, der Crow, der Oglala, der Rosebud, der Sisseton-Wahpeton Oyate und der Yankton Sioux.
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