Modulproduktion bei First Solar in den USA: Einige US-Solar-Aktien dürften von den Importzöllen auf Photovoltaik-Produkte profitieren. / Foto: Unternehmen

23.01.18 Nachhaltige Aktien , Meldungen

USA führen Solar-Importzölle in Höhe von 30 Prozent ein

Wie erwartet werden die USA Zölle auf Importe von Solarmodulen und Solarzellen einführen. US-Präsident Donald Trump will für die kommenden fünf Jahre Zollsätze in Höhe von 30 Prozent verhängen. Die Zölle gelten offenbar für alle Importe in die USA, auch aus Europa - also nicht nur für China. Über Ausnahmen wurde noch nichts bekannt. Auch ab welchem Jahr die Bestimmungen greifen sollen - 2017 oder 2018 - ist noch unklar.

Fest steht bisher: Schrittweise sollen die Zölle abgesenkt werden und ab dem vierten Jahr noch bei 15 Prozent liegen. Das gab der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Montag bekannt. Solarzellen-Importe mit jährlich 2,5 Gigawatt Gesamtleistung seien von Zöllen befreit. Mit Ausnahme von Panasonic (in Teslas Werkin Buffalo) und SolarWorld produziert keiner der Hersteller Solarzellen.

Trumps Entscheidung war eine Petition nach Section 201 des US-Handelsgesetzes vorausgegangen. Das Solarunternehmen Suniva hatte diese eingereicht. Später schlossen sich SolarWorld Americas und First Solar aus den USA an. Diese Unternehmen und auch andere US-Hersteller dürften von der Entscheidung profitieren - sowie deren Aktien.

Reaktionen aus China

Jedoch gibt es auch Kritiker, die die Handelsbeschränkungen ablehnen: Sie fürchten einen Einbruch des Solarmarktes in den USA (mehr dazu hier). Für die chinesischen Solarhersteller ist die Einführung der Zölle problematisch. 

Der Projektentwickler ReneSola aus China sieht das Ganze dagegen weniger dramatisch: "Während höhere Modulpreise für uns nie willkommen sind, wurde der neue Zolltarif weithin erwartet", sagte Doran Hole, CEO Nordamerika und Vize der Abteilung Strategie. "Wir glauben, dass sich die US-Projektierer bereits darauf eingestellt haben. Die Auswirkungen auf das Wachstum sollten unkritisch sein." Dies betreffe insbesondere das rapide Wachstum im Bereich Dach-Photovoltaik und Gemeinschaftssolaranlagen in den USA.

Für in vielen Märkten breit aufgestellte Unternehmen wie ReneSola seien die Auswirkungen gering, hieß es. Zudem würden die fortschreitende technische Entwicklung in der Solarindustrie in den kommenden Jahren für einen weiteren Preisrückgang sorgen. Davon dürften Projektierer wie ReneSola profitieren. 

USA führt ein - Europa schafft ab

In Europa gibt es seit 2013 Importzölle und Mindestimportpreise auf Solarmodule und Solarzellen aus China.  Allerdings hat die EU-Kommission beide Anfang 2017 nur um 18 Monate verlängert - und nicht wie ursprünglich geplant auf 24 Monate. Zudem sollen die Mindestimportpreise und Strafzölle auf solche Produkte schrittweise reduziert werden.

Der Artikel wurde im 15:22 Uhr aktualisiert.
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