06.12.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Verbund AG tauscht Kohle- gegen Wasserkraftbeteiligungen

Einen Abnehmer für seine aus Nachhaltigkeitssicht umstrittene türkische Braunkohle-Beteiligung hat der österreichische Stromversorger Verbund AG gefunden. Der Düsseldorfer Energieriese E.on soll die 50-prozentige Beteiligung von Verbund an der Enerjisa Enerji AS übernehmen. Im Gegenzug sollen E.on-Anteile an acht deutschen Laufwasserkraftwerken in den Besitz der Verbund AG übergehen.

Dazu sei ein Tauschgeschäft in Form eines 'Asset Swap' vereinbart worden, teilte die Verbund AG aus Wien mit. Die Transaktion werde voraussichtlich noch im ersten Quartal 2013 zum Abschluss gebracht und bedürfe noch der Zustimmung der Kartellbehörden, so das Versorgungsunternehmen weiter.

An allen das Tauschgeschäft betreffenden Wasserkraftwerken war Verbund schon zuvor mittelbar oder unmittelbar beteiligt. Mit dem Geschäftsabschluss werden die Österreicher Alleineigentümer der meisten dieser Wasserkraftwerke.

Im Detail handele es sich um Anlagenteile der Wasserkraftwerke Ering, Egglfing und Nußdorf mit einer anteiligen Erzeugungsleistung von 592 Gigawattstunden (GWh), den 50-prozentigen Anteil an der Österreich-Bayerische Kraftwerke AG (ÖBK) mit 994 GWh, die Hälfte aller Anteile an der Donaukraftwerk Jochenstein AG (DKJ) mit 425 GWh und den 50-prozentigen Anteil an der Grenzkraftwerke GmbH (GKW). Letztere ist die Betriebsführungsgesellschaft der ÖBK und DKJ Kraftwerke. Zusätzlich kauft die Verbund AG damit die 50-prozentigen Anteile der E.ON an den bestehenden Wasserkraftwerksprojekten Freilassinger Becken mit rund 18 Megawatt (MW), Tittmoninger Becken (ebenfalls 18 MW) sowie Energiespeicher Riedl (300 MW). Ferner bekomme Verbund mit dem Tauschgeschäft seinen 20,3-prozentigen Anteil an der Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller (237 GWh) zurück.

Verbund war für seine Beteiligung an Enerjisa Enerji AS in die Kritik von Umweltschützern geraten, weil das türkische Joint Venuture Kohlekraftwerksprojekte vorantreibt. Mit Verbund waren auch die deutschen Ökostromanbieter naturstrom AG, Greenpeace Energy und LichtBlick in die Kritik geraten, weil alle drei langfristige Stromlieferverträge mit Verbund haben. Die drei deutschen Kunden hatten sich öffentlich vom Kohlekraft-Engagement der Verbund AG distanziert und das Unternehmen in einem gemeinsamen Brief zum Handeln aufgefordert (ECOreporter.de. Opens external link in new windowberichtete).

Verbundgesellschaft AG: ISIN AT0000746409 / WKN 877738
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