08.10.03 Anleihen / AIF

"Vergleichbar mit den deutschen Verhältnissen zu Beginn des Windaufschwungs." - ECOreporter.de-Interview mit Michael Bode von der EECH AG zum Investment in den französischen Windkraft-Markt

Die Hamburger European Energy Consult Holding AG (EECH AG) ist ein Emissionshaus für Erneuerbare Energien. Das 2001 gegründete Unternehmen konzipiert, finanziert und vermarktet Kapitalanlageprodukte. Für die Expansion in den französischen Windkraft-Markt gibt EECH nun bis zum 30. 11. 2003 eine Unternehmensanleihe heraus. ECOreporter.de befragte dazu Michael Bode, Vorstandsmitglied der Gesellschaft.


ECOreporter.de: Was ist das Geschäftsmodell der EECH AG?
Bode: Entgegen der marktüblichen Vorgehensweise versuchen wir nicht, die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken. Das heißt vor allem, dass wir Windkraftprojekte nicht selbst projektieren. Damit entgeht die EECH AG den Risiken der Projektierung bzw. der Planungsphase mit den Unsicherheiten der Standortsuche, der Unwägbarkeiten der zahlreichen genehmigungsrechtlichen Teilschritte sowie der Terminrisiken.

Die EECH AG hat sich darauf spezialisiert, Beteiligungsprodukte für Regenerative Energien zu konzipieren, zu finanzieren, zu vermarkten und zu vertreiben. Dabei bemühen wir uns um Innovativität und konsequente Kundenorientierung der Produkte. Unsere Vertriebswege sind Banken, Versicherungen, Makler und Maklerpools, Strukturvertriebe sowie institutionelle Anleger. Für jeden Vertriebsweg werden, nach den Bedürfnissen der jeweiligen Endkundenzielgruppe der Vertriebswege, eigene Produktlinien entworfen. Um auch den Bedürfnissen der Vertriebspartner gerecht zu werden, hat die EECH AG zum Teil eigene Tochterunternehmen gegründet. Sie akquirieren Vertriebspartner und begleiten diese professionell beim Verkauf der Produkte.


ECOreporter.de: Inwiefern hängt die EECH AG mit der P&T Technology zusammen?
Bode: Die EECH AG ist Tochterunternehmen der P&T Technology AG.


ECOreporter.de: Über welche Erfahrungen verfügt Ihr Unternehmen im Bereich Windenergie?
Bode: Bis 31.12.2002 hat die EECH AG ein kumuliertes Fonds-Volumen von ca. 143 Mio. EUR emittiert. Die EECH AG ist mittlerweile der zweitgrößte Anbieter von Windkraftfonds in Deutschland gemessen am in 2001 und 2002 im Publikumsfondsbereich realisierten Gesamtvolumen.


ECOreporter.de: Was spricht für Investitionen in den französischen Windenergiemarkt? Was spricht dagegen?
Bode: Dafür spricht, das hier ein Markt mit enormen Wachstumspotential entsteht. In Frankreich waren Ende 2002 gerade mal 145 MW installiert. Um die energiepolitischen Ziele zu erreichen, hat die Politik jedoch den Ausbau der installierten Windkraftleistung bis zum Jahr 2010 auf rund 10.000 MW geplant. Die schlüsselfertige Errichtung von einem MW kostet zur Zeit in Deutschland circa 1.300.000,- Euro. Geht man von einer noch zu installierenden Leistung von knapp 10.000 MW bis zum Jahr 2010 aus, ergibt dies ein Investitionsvolumen auf dem französischen Markt von rund 13 Milliarden Euro. In Deutschland beispielsweise ist die Windkraftbranche mittlerweile der zweitgrößte Abnehmer von Stahl. Um diese Größenordnungen umsetzen zu können, hat der französische Staat sich am deutschen Vorgehen orientiert und einen analogen Rahmen geschaffen, um Investitionssicherheit im Windkraftbereich herzustellen um damit Anreize zu setzen, die zur Erreichung der energiepolitischen Ziele führen. Die erst jüngst eingeführten Rahmenbedingungen sind jetzt vergleichbar mit den deutschen Verhältnissen zu Beginn des Windaufschwungs: ausreichende Rechtssicherheit, Stromabnahmeverpflichtung für Strom aus Windenergie und attraktive Stromvergütung. Frankreich weist darüber hinaus ein erhebliches Potential an Standorten mit sehr guten Windverhältnissen auf.

Dagegen spricht, dass es zu Beginn des Windenergieaufschwungs in Frankreich bei der Umsetzung von einzelnen Projekten zu Verzögerungen kommen kann, bis sich die Verfahren eingespielt haben.
Der französische Staat hat einen attraktiven Rahmen für Investitionen in den Windkraftbereich geschaffen. Bei der Umsetzung müssen alle beteiligten Institutionen, wie beispielsweise Behörden und Banken, noch Erfahrung sammeln. Des weiteren gelten auch für die EECH AG die allgemein üblichen vorherrschenden Risiken, die ein solches Auslands-Engagement mit sich bringt.


ECOreporter.de: Inwiefern ist die EECH AG darauf vorbereitet, eine Expansion nach Frankreich umzusetzen?
Bode: Die EECH AG betreibt bereits seit Anfang 2002 Recherchen vor Ort. Der Markteintritt in Frankreich ist bereits sehr weit vorbereitet. Produktlinien hat die EECH AG unter Beratung durch internationale Unternehmensberatungen bereits entwickelt. Des weiteren stehen konkrete französische Windkraftprojekte im Hintergrund, welche die EECH AG als Emissionshaus vermarkten wird. Auch die Absatzkanäle sind vorbereitet. So steht die EECH AG beispielsweise in Verhandlungen mit regionalen sowie überregionalen und international tätigen Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Wir wollen in einer Zusammenarbeit mit ihnen Spezialprodukte für deren Stromkunden mit besonders ausgeprägter Affinität zu den erneuerbaren Energien zu platzieren. Des weiteren verfügt die EECH AG über sehr gute Kontakte zu Banken und Versicherungen.


ECOreporter.de: Handelt es sich bei dem Frankreich-Projekt um ein Projekt, das ursprünglich von der P&T Technology initiiert wurde? Inwiefern ist die P&T Technology an dem Projekt beteiligt, für das die Unternehmensanleihe aufgelegt wird?
Bode: Die EECH AG beabsichtigt, nicht nur ein französisches Projekt, sondern mehrere Projekte umzusetzen. Jedes Projekt wird einem strengen internen Prüfungsverfahren unterzogen - nach einem Prüfkatalog von finanzier enden Banken. Dies praktizieren wir bereits sehr erfolgreich in Deutschland. An dieser Vorgehensweise werden wir auch bei Vorhaben im europäischen Ausland festhalten. Dieses Verfahren haben teilweise auch von der P&T Technology AG initiierte Projekte erfolgreich durchlaufen. Die Rolle der P&T Technology AG besteht demnach darin, für einen Teil der Projekte als Projektlieferant zu fungieren.


ECOreporter.de: Wie groß ist das Volumen der von Ihnen angebotenen Unternehmensanleihe? {/k
Bode: Das Emissionsvolumen beträgt EUR 5.000.000,-.


ECOreporter.de: Erheben Sie für die Anleihe ein Agio? Wie hoch ist die Mindestzeichnung?
Bode: Die EECH AG erhebt kein Agio; die Mindestzeichnungshöhe beträgt 5.000,- Euro.


ECOreporter.de: Wann wird die Anleihe platziert, wie lang ist die Laufzeit, wie hoch die Verzinsung?
Bode: Platzierungsbeginn war am 20. August 2003; Platzierungsende ist der 30. November 2003. Die Laufzeit beträgt 5 Jahre. Die Verzinsung betragt 8,15 Prozent pro Jahr, wobei die Zinszahlung halbjährlich erfolgt.


ECOreporter.de: Inwiefern ergeben sich aus dem Zusammenhang mit der P&T Technology Risiken für die Zeichner der Unternehmensanleihe?
Bode: Es handelt sich bei der EECH AG und der P&T Technology AG um zwei wirtschaftlich unabhängig agierende und getrennte Unternehmen. Insofern bestehen keine besonderen Risiken.


ECOreporter.de: Kann das Projekt durchgeführt werden, wenn die Unternehmensanleihe nicht vollständig realisiert wird?
Bode: Ja, der Realisierung steht auch im Falle der nicht vollständigen Platzierung der Unternehmensanleihe nichts im Wege. Für diesen Fall würde die EECH AG auf teurere Bankkredite zurückgreifen, für die uns Zusagen für unsere Expansion nach Frankreich vorliegen.


ECOreporter.de: Wie viel will die EECH AG insgesamt in den französischen Markt investieren? Sind weitere Projekte geplant?
Bode: Die EECH AG wird sich in Frankreich mit einem Tochterunternehmen - wie bereits in Österreich - vor Ort aufstellen. Die damit verbundenen notwendigen Investitionen zur Projektrealisierung werden vom Investitionsangebot abhängen.


ECOreporter.de: Herr Bode, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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