08.03.17 Fonds / ETF

Veritas Investment: "Fonds mit Nachhaltigkeitskriterien sind stärker in Marktkrisen"

Die Frankfurter Fondsboutique Veritas Investment bietet keine "reinrassigen" nachhaltigen Fonds an und wirbt auch nicht mit Nachhaltigkeitsansätzen. Allerdings fließen Nachhaltigkeitskriterien bisher in drei Veritas-Aktienfonds und in einen Mischfonds mit ein: Und sie sollen auch in künftig neu aufgelegten Aktienfonds "systematischer Teil des Investmentprozesses" sein. Das teilte Veritas gegenüber ECOreporter.de mit.

Jeder dieser Veritas-Fonds durchläuft einen mehrstufigen Prozess, bei dem anhand von gewichteten Kriterien Aktien ausgewählt werden. Neben sogenannten "Quality-Value"- und "Value-at-Risk"-Kriterien sind auch ESG-Kriterien (also ökologische, soziale und Corporate-Governance-Aspekte) das Auswahlkriterium, nachdem jede potentielle Aktie der Portfolios beurteilt wird. ESG-Kriterien werden mit 10 Prozent einbezogen, Qualitätsaspekte wie zum Beispiel Profitabilität werden mit 25 Prozent einbezogen.

Die Nachhaltigkeitskriterien zieht Veritas heran, um möglichst gut geführte Unternehmen bei der Aktienauswahl zu berücksichtigen, die Governance-Aspekte fließen also besonders stark mit ein in die Bewertung. Und das hat laut Asset Management seinen Grund: "Es macht wirtschaftlich Sinn. Gut geführte Unternehmen sind nach unserer Erfahrung krisenfester. Wenn es an der Börse ruppig zugeht, sind solche Aktien weniger anfällig als schlecht geführte Unternehmen", fasst Veritas auf ECOreporter.de-Anfrage zusammen. Die angewandten Nachhaltigkeitskriterien seien also "kein ökologisches Feigenblättchen", sondern ihre Anwendung sei wirtschaftlich getrieben.

Für den Europa-Aktienfonds Ve-RI Equities Europe, den Infrastrukturfonds Ve-RI Listed Infrastructure sowie den Ve-RI Listed Real Estate ESG-Faktoren entsteht am Ende des Selektionsprozesses eine Rangliste von jeweils mehreren hundert Titeln. Die 30 Unternehmen mit der besten Bewertungen im Ranking werden gleichgewichtet in den entsprechenden Fonds aufgenommen. Unter streng ökologischen Gesichtspunkten würde ein Infrastrukturfonds nicht als nachhaltig gelten, weil er zum Beispiel Aktien von Betreibern großer Gas- und Erdölpipelines enthält. "Es handelt sich um automatisch eingebaute ESG-Kriterien, die systematisch Risiken für Anleger reduzieren sollen", so Veritas.

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