Ein Solarpark von Green Energy 3000: Die Emittentin investiert das Anleihekapital in Solar- und Windenergieprojekte in mehreren Ländern. Das Leipziger Unternehmen nannte nun mehrere Gründe für die verzögerten Anleihen-Rückzahlungen. / Foto: Unternehmen

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Verschobene Anleihen-Rückzahlung: Das sagt Green Energy

Etliche Anleger hatten sich bei ECOreporter.de gemeldet, weil sie sich Sorgen machten um ihre Green Energy 3000 Anleihe I (mehr dazu hier). Die Green Energy 3000 GmbH aus Leipzig hat nun dazu auf unsere Anfragen Stellung genommen.

Das Unternehmen stellt zunächst klar, dass die Rückzahlung laut Wertpapierprospekt tatsächlich schon zum 1. Dezember 2017 fällig gewesen sei. Die Zinsen für die Jahre 2015 bis 2017 seien vollständig und fristgerecht an die Anleihegläubiger ausbezahlt worden, so ein Unternehmensanwalt.

Green Energy 3000 habe ein Informationsschreiben an alle Anleihezeichner gesendet, das ausführlich erläutert habe, wieso es zu einer Verschiebung der Rückzahlung kommen werde.

Info-Briefe an die Anleger verschickt

Am 7. Dezember 2017 habe Green Energy die Anleger zum zweiten Mal angeschrieben. Dabei habe man angekündigt, am 11. Dezember 2017 die erste Teilzahlung in Höhe von 30 Prozent auszuführen und sich bis kurz vor Weihnachten mit Informationen zu den weiteren Zahlungsschritten bei den Anlegern zu melden.

Dies habe man getan und neben aktuellen Informationen zu den Projekten folgende Fristen kommuniziert, so der Unternehmensanwalt: Bis zum 19. Januar 2018 sollte eine Zahlung von weiteren 10 Prozent erfolgen - und diese sei auch erfolgt.

Zum 28. Februar 2018 soll es eine nochmalige Zahlung von 20 Prozent geben. Insgesamt wären dann Ende Februar 60 Prozent des gezeichneten Anleihekapitals zurückgezahlt, so Green Energy. Die dann noch ausstehenden Zahlungen will das Unternehmen bis zum Ende des zweiten Quartals 2018 bezahlen. 
Warum verzögern sich die Zahlungen?

Der Unternehmensanwalt ergänzt: "Selbstverständlich verzinsen wir das noch nicht zurückgezahlte Kapital auch weiterhin mit 6 Prozent pro Jahr." Auch alle Teilzahlungen seien jeweils inklusive dieser Zinsen ausgezahlt worden.

Als Grund für die Verzögerungen verweist Green Energy auf das Geschäftsmodell des Unternehmens: Das sei zyklisch und basiere darauf, Wind- und Solarprojekte zu entwickeln, zu errichten und diese im Anschluss an einen oder mehrere Investoren zu veräußern.

Der termingerechte Abschluss und Verkauf von Projekten und die damit verbundenen Zahlungen der Investoren seien entscheidend. Aus dem Vertrieb der Projekte refinanziere sich die Rückzahlung der Unternehmensanleihe.

Verschiebungen im Projektgeschäft

Dieser Prozess sei aber zeitlich nicht immer planbar. Es könne zu Verzögerungen innerhalb eines Projektes kommen, beispielsweise durch längere Genehmigungsprozesse oder durch verspätete Lieferung von Komponenten, durch spätere Netzanschlüsse oder ähnliches.

Außerdem seien auch Verschiebungen innerhalb der Finanzierung oder beim Verkauf an den Investor möglich. So sei es im Dezember 2017 kurz vor einem Vertragsabschluss und der damit verbundenen Kaufpreiszahlung wegen Nachforderungen der finanzierenden Bank zu Verschiebungen gekommen, auch sei die Zahlung in mehrere Teile gesplittet worden.

Die vollständige Rückzahlung der GE3000 Anleihe I sei aber im geplanten und kommunizierten Zeitraum sichergestellt, erklärt der Unternehmensanwalt.

ECOreporter.de hatte die Anleihe 2015 in einem Anlagecheck unter die Lupe genommen. Wir hatten damals auf mögliche Risiken hingewiesen.
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