Zur Produktion von Solarmodulen bezog JA Solar unter anderem Silizium von Hemlock Semiconductor. Mit einem älteren Liefervertrag beschäftigt sich inzwischen ein US-Gericht. / Foto: JA Solar

21.04.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Vertragsbruch? - Siliziumhersteller verklagt JA Solar

Hat JA Solar Siliziumlieferungen des US-Herstellers Hemlock Semiconductor nicht wie vereinbart bezahlt? Mit dieser Frage befasst sich seit neuestem ein US-Gericht: Hemlock hat den chinesischen Solarkonzern verklagt. Es ist nicht der erste Prozess dieser Art, den Hemlock gegen einen namhaften Solarkonzern führt.

JA Solar Holdings Co. Ltd. befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem Siliziumhersteller Hemlock Semiconductor Pte. Ltd., der viele Millionen schwere Folgen für den Konzern aus Shanghai haben könnte. Das bestätigte JA Solar in einem aktuellen Schreiben an die US-Börsenaufsicht Securities Exchange Comission (SEC). Darin erklärt die JA-Führung knapp, dass der Sachverhalt derzeit geprüft werde. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge hat Hemlock Superconductor  JA Solar vor dem Supreme Court des Staates New York verklagt.
Das Unternehmen mit Stammsitz in Michigan wirft JA Solar den Berichten zufolge Vertragsbruch vor. Es soll um eine langfristige Vereinbarung zur Lieferung von Solarsilizium gehen, die Hemlock 2011 begonnen haben soll. JA Solar habe laut Hemlock seither nur einen Bruchteil einer vereinbarten Anzahlung geleistet. In den Berichten ist die Rede davon, JA Solar habe nach Ansicht von Hemlock lediglich 10,3 Millionen von 103 Millionen Dollar angezahlt. Über das Statement gegenüber der SEC hinaus äußerte sich JA Solar zu dem Fall bislang nicht.
Ein ähnlicher Streitfall ist der Konflikt, den Hemlock mit der SolarWorld AG vor einem US-Gericht austrägt. Der eingeklagte Streitwert in diesem Verfahren liegt bei 600 Millionen Dollar (mehr lesen Sie  hier). Marktbeobachter gehen davon aus, dass im aktuellen Fall zwischen JA Solar und Hemlock eine Einigung ohne Gerichtsurteil möglich ist.
Langfristige Lieferverträge zu fest vereinbarten Konditionen zwischen Modulherstellen und Rohstofflieferanten sind in der Solarbranche keine Seltenheit. Wachsender Preisdruck am Markt für Solarsilizium und die Einführung von Importzöllen für Silizium aus US-Fabriken nach China haben Hersteller wie Hemlock und andere zusehends unter Druck gesetzt und dazu beigetragen, dass es in der Branche bereits mehrfach zu vergleichbaren Streitfällen gekommen ist.    
JA Solar Holdings Co. Ltd. ISIN US4660902069 / WKN A1J87E
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