03.02.10 Anleihen / AIF

VGF legt Branchenzahlen 2009 vor: Energiefonds große Gewinner im Krisenjahr

Energiefonds zählten zu den kapitalstärksten geschlossenen Fonds 2009. Dies geht aus dem Jahresbericht des VGF (Verband Geschlossene Fonds) hervor, der heute in Frankfurt vorgestellt wurde. Demnach verzeichneten die Produkte dieser Anlageklasse die größten Zuwachsraten des Jahres. Hier wurden laut VGF 556,49 Millionen Euro Eigenkapital platziert.  Das entspreche einem Zuwachs von 151,87 Prozent gegenüber dem Vorjahr (220,94 Millionen Euro), hieß es. Diese Branchenzahlen für geschlossene Energiefonds schließen allerdings sowohl Produkte aus dem konventionellen als auch dem regenerativen Energiebereich ein. Eine Jahresbilanz  der ausschließlich „grünen“ Energiefonds, ermittelt von ECOreporter, lesen sie Opens external link in new windowhier.
Insgesamt, so der VGF weiter, habe der Markt für geschlossene Fonds die Finanzkrise voll zu spüren bekommen.  2009 sei 5,23 Milliarden Euro
Eigenkapital in geschlossenen Fonds platziert worden; 37,09 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit fiel der Markt laut der Statistik auf das Niveau von vor 1993 zurück. Neben den Produkten zum Thema Energie und Infrastruktur verbuchten Immobilienfonds als einzige große Zuwächse. Mit 1,12 Milliarden Euro in Deutschland platziertem Eigenkapital gelang eine Steigerung gegenüber 2008  um 12,49 Prozent (993 Millionen Euro). Gleichzeitig sei der Immobilienmarkt das eigenkapitalstärkste Marktsegment geblieben. Alle weiteren Anlageklassen verzeichneten herbe Verluste. Spezialfonds, zu denen beim VGF auch  Wald- und Holzfonds sowie Gamefonds zählen, verloren 2009 mit 417,08 Millionen Euro 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (555,45 Millionen Euro) und seien damit das Segment mit dem kleinsten Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Am schwersten getroffen habe es das Segment Lebensversicherungszweitmarktfonds. Mit  103 Millionen Euro in 2009 gegenüber 358,47 Millionen Euro in  2008  verzeichneten sie  einen Rückgang um 71,29 Prozent. Ebenfalls stark zurückgegangen seien die Investitionen in Schiffsbeteiligungen. Zählte das Segment 2008 mit 2,52 Milliarden Euro noch zu den bedeutendsten Anlageklassen im Markt der geschlossenen Fonds, verringerte sich das platzierte Eigenkapital 2009 um 67,32 Prozent auf 824,11 Millionen Euro. Dennoch zähle der Verband Schiffsfonds weiter unter die Top 3 der Produktklassen, hieß es.  Flugzeugfonds, die 2008 ebenfalls unter den platzierungsstärksten Segmenten waren, verzeichneten 2009 mit 428,41 Millionen Euro Eigenkapital  einen Rückgang von 39,06 Prozent gegenüber dem Vorjahr (703.02 Millionen Euro).

Als mit Abstand schwächsten Investitionsmonat des vergangenen Jahres weist der Bericht den Mai aus (277 Millionen Euro).  Seit September (428,69 Millionen Euro) seien die Umsätze jedoch kontinuierlich angestiegen und hätten im Dezember 2009 mit 770,24 Millionen Euro gleichzeitig den Jahreshöchststand erreicht. Insgesamt entfielen 1,86 Milliarden Euro auf das vierte Quartal 2009.
Das entspreche 35 Prozent des Gesamtjahresergebnisses, teilt der VGF mit.
Der mit 52 Prozent stärkste Vertriebskanal für geschlossene Fonds seien die  Banken gewesen, hieß es (2008: 49 Prozent). Im freien Vertrieb seien 29 Prozent aller Beteiligungen platziert worden (2008: 32 Prozent). Gestiegen sei die Bedeutung des Direktvertriebs durch die Anbieter geschlossener Fonds. 2009 realisierten sie 12 Prozent aller platzierten Beteiligungen und  damit 69,15 Prozent mehr als im Vorjahr (2008: sieben Prozent), heißt es im Jahresbericht.
Für 2010 erwartet der Verband eine Konsolidierung des Marktes auf niedrigem Niveau: „Unsere vorsichtig optimistischen Erwartungen für 2009 haben sich leider nicht bestätigt“, stellte VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba fest. „Wir hoffen jedoch, dass sich der Aufwärtstrend vom Ende des Jahres in 2010 weiter stabilisiert. Die Stimmung im Markt hat sich bereits verbessert“, sagte er. Weiterhin schwer haben es seiner Meinung nach Schiffsbeteiligungen. Hier könnten eventuell zurückzuzahlende Überbrückungen die Erholung bremsen, so Romba weiter.
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