Derzeit ist der Handel mit Schweizer Aktien in der EU nur eingeschränkt möglich. / Foto: Pixabay

08.07.19 Aktientipps , Meldungen

Viele Schweizer Aktien derzeit in Deutschland nicht handelbar

Rund 180 Schweizer Aktien sind seit 1. Juli vom Börsenhandel in Deutschland ausgesetzt. Der Grund ist ein Kräftemessen zwischen der EU und der Schweiz.

Sonova, Geberit, Roche, aventron, Novartis – alles nachhaltige Schweizer Aktien, über die ECOreporter regelmäßig berichtet. Der Handel mit diesen Papieren ist für deutsche Anleger seit Anfang des Monats schwieriger geworden.

Die EU-Kommission will die Gleichwertigkeit der Schweizer Börse SIX im europäischen Wirtschaftsraum nur dann weiterhin anerkennen, wenn ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und der Schweiz geschlossen wird. Ein entsprechender Vertrag wurde schon vor Monaten ausgehandelt und liegt unterschriftsreif vor.

Wegen innenpolitischer Querelen weigert sich die Regierung in Bern bislang allerdings, den Vertrag zu unterzeichnen. Deshalb hat die EU zum 1. Juli die sogenannte Börsenäquivalenz-Regelung nicht verlängert. Das bedeutet: Schweizer Aktien, die nur in ihrem Heimatland gelistet sind, dürfen derzeit nicht an Börsen außerhalb der Schweiz gehandelt werden. Die Schweizer Regierung reagierte auf diese Sanktionen mit Handelseinschränkungen für Anleger aus der EU an der Züricher Börse SIX.

Gebühren können steigen

Für Privatanleger aus der EU wird der Handel mit Schweizer Aktien dadurch umständlicher und teurer. Wer über außerbörsliche Plattformen Aktien aus der Schweiz kauft oder verkauft, zahlt momentan bei einigen deutschen Depotbanken noch keine höheren Abwicklungskosten. Laut dem Marktexperten Andreas Lipkow von Comdirect müssen sich Kleinaktionäre aber auf höhere Gebühren einstellen.

Auch über die Züricher Börse können nach wie vor Schweizer Aktien gehandelt werden, allerdings zu teilweise deutlich höheren Kosten. Sparpläne auf Schweizer Aktien werden laut Angaben des Nachrichtenportals Börse Online derzeit nicht ausgeführt.

Die Handelsbeschränkungen gelten nicht für Anleihen, Fonds und ETFs. Ob und wann sich der Handel mit Schweizer Aktien wieder normalisieren wird, ist unklar. Die EU geht davon aus, dass Schlichtungsgespräche mit der Regierung in Bern nicht vor den Schweizer Parlamentswahlen am 20. Oktober abgeschlossen werden können.

ECOreporter rät: Wenn Sie derzeit Schweizer Aktien handeln wollen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Depotbank, welche Gebühren dafür anfallen. Die Abwicklungskosten können sich täglich ändern.

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