Das Geschäft mit Lokomotiven will Vossloh verkaufen und sich stärker auf margenstarke Segmente wie Eisenbahntechnik konzentieren. Ein Analyst sieht aber trotz guter Wachstumschancen des Unternehmens für die Aktie vorerst kein weiteres Kurspotential. / Foto: Vossloh AG

21.03.16 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Vossloh AG schreibt wieder schwarze Zahlen – grünes Licht für die Eisenbahnaktie?

Nach mehrmonatiger Talfahrt hat sich die Aktie des Bahntechnikkonzern Vossloh AG zuletzt deutlich erholt. Mit 55 Euro notiert sie im Xetra um 10 Uhr am heutigen Montag und damit wieder auf dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen steckt mitten in einer umfassenden Restrukturierung. Ist die Eisenbahnaktie jetzt wieder ein chancenreiches Investment?

Wolfgang Donie ist Analyst der Nord LB und rät Anlegern zunächst zur Zurückhaltung. Zwar habe Vossloh in den vergangenen Tagen Jahreszahlen für 2015 veröffentlicht, die den Erwartungen entsprachen. Auch rechnet er für das laufende und für das kommende Jahr mit weiteren Zuwächsen beim Umsatz und Ergebnis. Dennoch ist nach seiner Einschätzung das Kurspotential der Aktie vorerst erschöpft. Er setzt sein Kursziel auf die nun erreichten 55 Euro und empfiehlt lediglich, die Aktie zu halten.

Der Bahntechnikkonzern hatte im Geschäftsjahr 2015 den Umsatz um über neun Prozent auf 1,2 Milliarden Euro verbessert. Beim opertativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Vossloh erreichte hier ein Plus von 45,1 Millionen Euro nach einem EBIT-Verlust von 183,4 Millionen Euro in 2014 (wir haben die  Unternehmensmeldung  mit den Geschäftszahlen veröffentlicht). Wolfgang Donie stößt aber auf, dass der Vossloh-Vorstand trotz des Ergebnissprunges erneut keine Dividende zahlen will. Die Unternehmensführung habe dies mit den Aufwendungen für die weitere Restrukturierung begründet und wolle mit den Gewinnen das Eigenkapital von Vossloh stärken. Der Analyst der Nord LB geht angesichts dieser Argumentation davon aus, dass es wohl auch für 2016 keine Dividende geben wird.

Umsatz und Gewinn dürften weiter steigen

Donie sagt zudem, dass die nun von Vossloh gemeldete Ergebnisverbesserung später gelang als von ihm erwartet. Die zuversichtliche Prognose des Konzernvorstandes für das laufende Jahr teilt er. Dieser hatte leichte Verbesserungen beim Umsatz und der EBIT-Marge in Aussicht gestellt. Der Jahresumsatz soll auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro klettern und die EBIT-Marge von 3,8 auf 4,0 bis 4,5 Prozent. Donie kalkuliert mit 1,250 Milliarden Euro Umsatz in 2015 und einer EBIT-Marge von 4,2 Prozent. Für 2017 sagt der Experte der Nord LB weitere Zuwächse auf 1,340 Milliarden Euro Umsatz und einer EBIT-Marge von 5,8 Prozent voraus. Zu der Verbesserung des Gewinns werde beitragen, dass Vossloh die Trambusse produzierende Tochter Kiepe und das Lokomotiven-Geschäft abstoßen will, so Donie. Diese Verkäufe würden voraussichtlich in 2016 und 2017 erfolgen.

Vossloh AG: ISIN DE0007667107 / WKN 766710
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