Der deutsche Markt für Biogasanlagen steckt in der Krise. / Quelle: Fotolia

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Wachhund: Biogas Nord AG hat Insolvenz beantragt

Das konnte wohl nicht gutgehen. Keine zwei Wochen nach der Tochtergesellschaft Biogas Nord Anlagenbau GmbH hat jetzt auch die Biogas Nord AG  Insolvenz angemeldet. Wie das Unternehmen in knappen Worten bekannt gab, wurde der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht Bielefeld den gestellt. „Die Schulden der Biogas Nord AG an die Biogas Nord Anlagenbau GmbH waren von solcher Höhe, dass das Mutterunternehmen sich nicht imstande sah diese auszugleichen“, hieß es dazu.

Die Tochtergesellschaft war für das wichtige Segment Anlagebau zuständig. Die hatte aufgrund „hoher Außenstände und zuletzt Liquiditätsschwierigkeiten“ den Insolvenzantrag stellen müssen. Schon als Anfang Juni 2013 der abrupte Abgang von Asnat Drouianov gemeldet wurde, die Geschäftsführerin der Biogas Nord Anlagebau GmbH und gleichzeitig Chefstrategin der Biogas Nord AG war, offenbarte sich, dass es nicht gut um das Unternehmen steht (ECOreporter.de berichtete). Zudem wurde die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2012 mehrmals verschoben und ließ die Unternehmensführung durchblicken, dass die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr deutlich schlechter ausgefallen sein dürfte. Weitergehende Stellungnahmen gegenüber ECOreporter.de lehnte das Unternehmen bislang stets ab. Wir führen die Biogas Nord AG daher in der Wachhund-Rubrik.

In Deutschland ist die Nachfage für Biogasanlagen massiv gesunken. Laut dem Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) des Jahres 2011 den Ausbau von Biogas massiv gedrosselt. Während 2011 noch 806 Megawatt (MW) Leistung aus Biogasanlagen installiert wurden, waren es 2012 nur noch 255 MW. Für 2013 rechnet der Fachverband Biogas mit einem weiteren Rückgang der Neubau-Zahlen auf unter 200 MW.

Das Unternehmen hatte im September 2012 eine Anleihe mit Laufzeit bis zum 25. September 2017 emittiert (ISIN DE000A1PGZ41 / WKN A1PGZ4). Das Emissionsvolumen betrug 10 Millionen Euro. Bei einer Insolvenz sind die Ansprüche von Anleihegläubigern nachrangig. Das bedeutet, dass die Banken werden bei der Rückerstattung ihrer Forderungen bevorzugt behandelt werden. Dennoch ist es notwendig, dass Anleihe-Gläubiger ihre Ansprüche in der Insolvenztabelle des Pleite-Unternehmens anmelden, sobald dies möglich ist. Das ist eine Grundvoraussetzung, um beim Insolvenzverfahren überhaupt berücksichtigt zu werden.

Biogas Nord AG: ISIN DE000A0HHE20 / WKN A0HHE2
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