06.05.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Fonds / ETF , Wachhund

Wachhund: Ölspur im Portfolio: Katastrophen-Aktie von BP in den Nachhaltigkeitsfonds Dexia Sustainable Europe, MEAG Nachhaltigkeit und LIGA-Pax-Cattolico-Union

Die Skandalnudel BP gehört zu den Firmen, die strenge ethische Kriterien erfüllen. Das meint offenbar das Fondsmanagement des LIGA-Pax-Cattolico-Union. Denn die Aktie des Ölkonzerns zählt zu den größten Positionen des nachhaltigen Fonds, der den Anspruch erhebt, bei der Titelauswahl der katholischen Ethik zu folgen. Welchen Dienst zur Bewahrung der Schöpfung BP leistet, lässt sich derzeit vor der Südküste der US anschaulich verfolgen.

Doch schon bevor die BP-Bohrinsel unterging und die vermutlich größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte auslöste, konnte das Unternehmen kaum als nachhaltiges Investment durchgehen. Das haben wir in einem Opens external link in new windowECOreporter.de-Beitrag vom 5. Mai ausführlich erläutert, in dem auch Experten den Fall BP beurteilen. Dennoch meint Dr. Josef Wild, Pressesprecher der MEAG MUNICH ERGO Asset Management GmbH, man müsse erst beobachten, "wie BP mit dem Unglück umgeht und welche Maßnahmen getroffen werden, damit so etwas in Zukunft nicht wieder passiert", ehe man dem Konzern die Nachhaltigkeit absprechen könne. Auch beim MEAG Nachhaltigkeit zählt die BP-Aktie zu den größten Positionen im Portfolio. Im Prospekt des Fonds wird Anlegern versichert, er investiere in Unternehmen, „die einen Beitrag zu einem verantwortungsbewussten Wirtschaftswachstum leisten, sie müssten ein umweltgerechtes und soziales Verhalten zeigen. Wenn BP in diese Kategorie eingeordnet wird, fragt man sich, was für Unternehmensgruppen dieses Fondsmanagement überhaupt noch ausschließt.

Ein Faible für Erdölaktien scheint das Fondsmanagement des Dexia Sustainable Europe zu haben. Wie ECOreporter.de auf Nachfrage bei Dexia bestätigt wurde, zählt neben BP auch Shell zu den größten Positionen im Portfolio dieses Nachhaltigkeitsfonds. Dabei heißt es in der Eigendarstellung des Fonds, er investiere in Unternehmen, „die sich bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten darum bemühen, effizient zum Schutz der Umwelt beizutragen“. Wenn sich alle nach dem Vorbild von BP darum bemühen würden, würde unser Planet schon bald so lebensfeindlich wie der Mond sein.

Wie beurteilen Sie den Fall? Sollten Erdölkonzerne für nachhaltige Fonds und Indices tabu sein oder rechtfertigt das Auswahlprinzip „best-in-class“ auch die Aufnahme von Umweltfrevlern wie BP? Wir laden dazu ein, dazu im Diskussionsforum von ECOreporter.de Stellung zu beziehen. Per Opens external link in new windowMausklick (Link entfernt) gelangen Sie dorthin.
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