01.06.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Wachhund

Wachhund: Rückkehr zur Normalität bei Envio nicht in Sicht

Umweltaktie Envio und das Gift: Nachdem der börsennotierte Dortmunder Recyclingbetrieb Envio AG vor kurzem nach immer neuen Giftfunden im Hafengebiet stillgelegt wurde (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete), müht sich das Unternehmen weiter um Schadensbegrenzung. In einer Mitteilung beteuerte die Evio AG nun, weiter eng mit den Behörden bei weiteren Untersuchungen zu kooperieren.


Ende April hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Proben am Dortmunder Standort der Unternehmensgruppe genommen, die erhöhte Werte an Polychlorierten Biphenylen, Dioxinen und Furanen aufwiesen. Im Zuge der Ermittlungen zu dem Fall hatte ein ehemaliger Envio-Mitarbeiter gegenüber der ermittelnden Staatsanwaltschaft erklärt, am Dortmunder Hafen  seien PCB-haltige Transformatoren unsachgemäß demontiert worden.   


Aus Sicht des Konzerns sind die Belastungen auf dem Betriebsgelände in Dortmund grundsätzlich vorübergehender Natur und könnten demnach kurzfristig beseitigt sein. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse legten laut Evio nahe, dass es die PCB-Belastung auch andere Ursachen haben könne. Deshalb gehe die Recycling-Spezialistin davon aus, dass der Betrieb in Dortmund nur vorübergehend geschlossen bleibt, hieß es in einer Mitteilung. Messungen ergaben in der Zwischenzeit, dass die Grenzwerte auf dem Gelände dreier Firmen im Umkreis der Envio AG überschritten worden waren.


Envio habe das eigene Betriebsgelände zwischenzeitlich nahezu vollständig reinigen lassen und  mit einem von der Aufsichtsbehörde empfohlenen Sachverständigen die Suche nach einer möglichen Quelle für die Schadstoff-Konzentrationen begonnen, hieß es. Sobald diese Fehlerquelle gefunden sei, werde der Sachverständige entsprechende Maßnahmen vorgeben, um die Fehlerquelle „dauerhaft abzustellen“ und den Betrieb in Dortmund deutlich unterhalb der Schadstoffbelastungsgrenzen wieder zu ermöglichen Der Envio-Vorstand sei zuversichtlich, bis Ende Juni ein entsprechendes Gutachten vorliegen zu haben.


Allerdings richte sich die Unternehmensgruppe darauf ein, dass der Betrieb in Dortmund mehrere Wochen oder sogar einige Monate ruhen werde. Überbrückt werden soll diese Zeit einerseits durch die planmäßige Arbeit am Standort in Korea und andererseits durch den Rückgriff auf Liquiditätsreserven.


Noch ist ungewiss, wie der Umweltskandal für die Envio AG ausgeht und wann er für alle Betroffenen ausgestanden sein wird. Für ECOreporter.de bleibt die Envio AG bis auf Weiteres ein Fall für die Wachhundrubrik.

Envio AG:  ISIN DE000A0N4P19 / WKN A0N4P1
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