05.02.10 Anleihen / AIF , Wachhund

Wachhund: „Zwölf Prozent plus X“ – Green Planet AG verkauft Bäume in Südamerika und verspricht Traumrenditen




Bei einer Laufzeit von 20 Jahren errechne sich ein abgeltungssteuerfreier Kapitalrückfluss von zirka 1.000 Prozent, heißt es im Angebot von Green Planet. Das Unternehmen unterhält eigenen Angaben zufolge Tochtergesellschaften in Deutschland, Costa Rica, der Dominkanische Republik und demnächst auch in Kamerun. Als Forstwirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen konzentriere man sich auf die Suche nach geeigneten Grundstücken zur Anpflanzung der Edelhölzer Teak und Caoba (amerik. Mahagoni), die Pflege der Plantagen sowie den Vertrieb der Edelhölzer, so Green Planet. In Costa Rica und der Dominikanischen Republik besitzt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Grundstücke, die mit 15.000 Teak-Bäumen (Pflanzjahr 2006) und 5000 Caoba (Pflanzjahr 2005) bepflanzt sind.

ECOreporter.de erhielt erst auf mehrmalige Anfrage und mit wochenlanger Verzögerung Unterlagen des Unternehmens. Manfred Wander, Vorstand der Green Planet, sendete ein achtseitiges PDF-Dokument zu Sachwertinvestitionen in Teakholz.

ECOreporter.de fragte nach weiteren Informationsmaterialien, zum Beispiel über die genaue Lage der Pflanzungen, lokale Kooperationspartner, Zertifikate, die langfristige Finanzierung der Plantagen, die Mindesteinlage, die Prognoserechnung.
Green Planet antwortete, dass man nicht mit einem „Kooperationspartner“ arbeite. Die Tochtergesellschaft „Green Planet Costa Rica SA“ beschäftige unter der Anleitung eines Forst- und Agraringenieurs überwiegend Facharbeiter. Auf einem Grundstück auf der Halbinsel Nicoya habe man „ausreichend“ Teak-Jungpflanzen angepflanzt und verhandle über weitere Grundstücke in Costa Rica. „Aus Wettbewerbsgründen und um die Vertragsabschlüsse nicht zu gefährden werden wir zur Zeit noch keine Einzelheiten veröffentlichen“, hieß es. Zu „gegebener Zeit“ stehe einer Zertifizierung nichts im Wege, die Anforderungen der FSC-Richtlinien würden „auf jeden Fall“ erfüllt. Die Pflanzungen würden mit Eigenmitteln finanziert.

Was Green Planet den Anlegern anbietet, ist schlicht der Kauf von Bäumen in Südamerika bzw. demnächst wohl Kamerun, dazu als Dienstleistung die Pflege. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens vom 2. Juli 2009 kann der Anleger den Vertrag „jederzeit“ kündigen. Nur: Laut den Geschäftsbedingungen muss er dann „die anfallenden Kosten für die frühzeitige Schlagung seines Baumbestandes“ tragen. Außerdem ist er „für den Abtransport seines Baumbestandes ab dem Lagerplatz der Plantage selbst verantwortlich“. Mit anderen Worten: Wer vorzeitig aus dem Vertrag heraus will, muss das Holz selbst tragen. Und dafür erst einmal zum Beispiel nach Costa Rica fliegen.

Fazit:
Angesichts der stattlichen Rendite, die Green Planet Anlegern in Aussicht stellt, kann die Informationspolitik des Unternehmens nicht zufrieden stellen. Das zur Verfügung gestellt Prospekt ist als Grundlage für eine Investitionsentscheidung dieser Tragweite und Laufzeit vollkommen unzureichend. Auch auf mehrfache Nachfrage lieferte die Anbieterin keine aussagekräftigeren Informationen.

ECOreporter.de stellt die Green Planet AG vor diesem Hintergrund bis auf Weiteres in die Wachhund-Rubrik. Es gibt am Markt genügend andere Anbieter von Forstinvestments, die transparenter informieren.

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