Silizium ist der Grundstoff, aus dem kristalline Solarmodule hergestellt werden. Im Bild so genanntes Rohsilizium der Wacker Chemie AG. / Quelle: Unternehmen

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Wacker Chemie AG dank starker Siliziumnachfrage im Aufwind

Die Wacker Chemie AG ist gut ins Jahr 2014 gestartet. Der Solarzulieferer aus München legte eine deutlich verbesserte Bilanz für die ersten drei Monate 2014 vor und bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Dennoch gab die Wacker-Aktie heute am Morgen (bis 9:18 Uhr) zunächst 2,7 Prozent nach und fiel auf 86,80 Euro. Damit ist die Aktie allerdings noch 61,3 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Der Münchner Siliziumhersteller Wacker Chemie AG beendete das erste Quartal 2014 mit 133,8 Millionen Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT). Das ist viermal mehr als im Vergleichszeitraum 2013. Zugleich kletterte der Quartalsumsatz auf Jahressicht um 7,5 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro nach 1,08 Milliarden zwischen Januar und März 2013. Speziell die Siliziumsparte habe maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen, hieß es. So sei es gelungen erheblich mehr dieses Rohstoffs zur Herstellung von Solarmodulen zu besseren Preisen abzusetzen, erklärte der Vorstand. Zudem habe die Neuordnung einiger Verträge mit Kunden aus der Solarbranche Sondererträge in Form von Schadenersatz- und Anzahlungen  gebracht. Allein diese Bilanzposition brachte Wacker Chemie 114 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es noch 32,2 Millionen Euro gewesen.

Die Siliziumsparte selbst verbesserte den Quartalsumsatz dank des stärkeren Absatzes um elf Prozent auf 262 Millionen Euro.  Der Gewinn vor Steuern Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) der Siliziumsparte kletterte auf 180 Millionen Euro nach 52 Millionen Euro im ersten Quartal 2013.  "Die Nachfrage unserer Kunden nach unseren Produkten ist im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen spürbar gewachsen. Gleichzeitig hat in einer Reihe von Segmenten der Preisdruck nachgelassen. Speziell bei Solarsilicium sehen wir bessere Preise als vor einem Jahr. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Auftaktquartal dieses Jahres ebenso wie die aktuelle Auftragslage haben unsere Zuversicht für die kommenden Monate weiter gestärkt", fasste der Konzernchef Rudolf Staudigl zusammen. Das Gesamtjahr 2014 will die Wacker Chemie AG ihm zufolge mit einem Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich und mit einem im Vergleich zum Vorjahr höheren Konzernjahresüberschuss beschließen.

Das Marktumfeld gestaltet sich für die Siliziumsparte von Wacker Chemie derzeit positov. Das zeigt zumindest eine aktuelle Marktanalyse des Fachinformationsdiensts Bloomberg New Energy Finance. Dieser geht davon aus, dass der weltweite Absatz von Silizium in 2014 auf sechs Milliarden Dollar ansteigen wird. Das wäre 15 Prozent mehr als 2013. Dank gleichzeitig weiter steigender Preise sollen Solarzulieferer wie Wacker Chemie ihre Umsätze in diesem Bereich um bis zu 33 Prozent  - also ein Drittel – steigern können, so der Informationsdienst.

Stefan de Haan, Experte des Marktforschungsunternehmens IHS, sieht speziell Japan und China als Treiber dieses Aufschwungs. Weil Wacker Chemie zu denen Konzernen gehört, die gute Kontakte zu Kunden in Asien haben, trauen Marktbeobachter dem Hersteller zu, von diesem Trend profitieren zu können. Der Preis war bis April 2012 um 42 Prozent abgesackt. Erst seit November 2013 erholt er sich wieder. Im April 2014 lag er bei 21,75 Dollar pro Kilogramm. IHS-Analyst Haan rechnet damit, dass Silizium in absehbarer Zeit noch mindestens zehn Prozent teurer wird und so die 25-Dollar-Marke knackt. Seiner Einschätzung nach sorgt die große Nachfrage aus Asien dafür, dass weltweit in 2014 neue Photovoltaikanlagen mit 44.000 Megawatt Leistungskapazität neu ans Stromnetz angeschlossen werden. Zum Vergleich: das entspräche rein rechnerisch der Kapazität von 29 mittelgroßen Atomkraftwerken.

Nach Einschätzung von Christoph Schöndube, Analyst der WGZ Bank, ist die Aktie der Wacker Chemie trotz der guten Zahlen und der günstige Aussichten für das Siliziumgeschäft derzeit zu hoch bewertet. Er rechnet mit einer Kurskorrektur auf 81 Euro und empfiehlt, die Beteiligung zu verkaufen.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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