17.03.16

Wacker Chemie AG: Zuwächse beim Umsatz und Ergebnis

Die Wacker Chemie AG meldet Steigerungen von Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2015. Wir veröffentlichen die Mitteilung des Herstellers von Solarsilizium mit den Zahlen im Wortlaut.  

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München - Die Wacker Chemie AG hat im Geschäftsjahr 2015 wie bereits gemeldet ihr Umsatzziel erreicht und beim Ergebnis die eigenen Erwartungen leicht übertroffen. Wie der Münchner Chemiekonzern bei der Vorlage seines Geschäftsberichts heute bekannt gab, wuchs der Konzernumsatz mit 5,30 Mrd. € (Vj. 4,83 Mrd. €) gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Prozent. Ausschlaggebend für dieses Plus waren höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im Geschäftsjahr 2015 auf 1.048,8 Mio. € (Vj. 1.042,3 Mio. €). Das entspricht einer EBITDA-Marge von 19,8 Prozent (Vj. 21,6 Prozent).

Obwohl die Sondererträge aus einbehaltenen erhaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarindustrie deutlich geringer waren als im Jahr 2014, lag das EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres. Diese Sondererträge summierten sich im Gesamtjahr 2015 auf 137,6 Mio. € (Vj. 206,3 Mio. €). Bereinigt um diesen Effekt belief sich das EBITDA des abgelaufenen Geschäftsjahres auf 911,2 Mio. € (Vj. 836,0 Mio. €). Das ist ein Zuwachs von 9 Prozent. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Geschäftsjahres 2015 ist mit 473,4 Mio. € (Vj. 443,3 Mio. €) gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent gewachsen. Unter dem Strich hat WACKER das Geschäftsjahr 2015 mit einem Konzernergebnis von 241,8 Mio. € (Vj. 195,4 Mio. €) abgeschlossen. Das sind rund 24 Prozent mehr als vor einem Jahr.

WACKER will 2016 an seine gute Geschäftsentwicklung in einem volatilem Umfeld anknüpfen. Im Gesamtjahr will das Unternehmen seinen Umsatz leicht steigern. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll auf vergleichbarer Basis – also ohne Sondererträge aus Schadenersatzzahlungen sowie aus der Auflösung von Vertrags- und Lieferbeziehungen zu Solarkunden – gegenüber dem Vorjahr ebenfalls leicht zulegen. Unterstützt wird die Entwicklung durch das stabile Chemiegeschäft mit seinem breiten Anwendungsspektrum, das im Jahr 2016 weiter wachsen soll. Der Konzernjahresüberschuss wird aber auf Grund höherer Abschreibungen voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Jahres 2015 liegen. Weitere Faktoren, die das Ergebnis mindern, sind die vor allem im 1. Halbjahr anfallenden Anlaufkosten am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee, die im Jahresvergleich niedrigeren Preise für Polysilicium und geringere Sondererträge.

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat sich das Geschäft von WACKER entsprechend den Erwartungen des Unternehmens entwickelt. Während der Umsatz der Chemiebereiche über dem Vergleichswert aus dem Jahr 2015 liegt, sind Siltronic und WACKER POLYSILICON auf Grund niedrigerer Preise hinter ihrem Umsatz aus dem Vorjahr zurück. Insgesamt wird WACKER im 1. Quartal 2016 voraussichtlich einen Konzernumsatz von knapp 1,3 Mrd. € (Vj. 1,33 Mrd. €) erwirtschaften. Die Entwicklung des EBITDA wird von den Anlaufkosten am Standort Charleston beeinflusst, die sich im 1. Quartal auf rund 30 Mio. € belaufen. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass das EBITDA des Konzerns im 1. Quartal 2016 zurückgehen wird.

„Die Anlaufkosten am neuen Standort Tennessee beeinflussen in diesem Jahr unser Ergebnis, wir rechnen aber dennoch mit einem leichten Plus beim Umsatz und beim bereinigten EBITDA“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in München. „Unser Chemiegeschäft, das für fast zwei Drittel unseres Umsatzes und die Hälfte unseres EBITDA steht, entwickelt sich weiter sehr erfreulich. Bei den Preisen für Polysilicium sehen wir seit Januar eine Stabilisierung und sogar einen leichten Anstieg. In unserem Halbleitergeschäft liegt der Fokus darauf, die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen und weiter konsequent an den Kosten zu arbeiten. Siltronic rechnet 2016 mit Einsparungen von 30 bis 35 Millionen Euro. Operative Exzellenz, konsequente Kundenorientierung und Innovationen sind und bleiben die wichtigsten strategischen Handlungsfelder für unseren geschäftlichen Erfolg.“
Investitionen

Die Investitionen des Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 834,0 Mio. € (Vj. 572,2 Mio. €). Das sind knapp 46 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gemessen am Konzernumsatz lag die Investitionsquote von WACKER im Jahr 2015 damit bei 16 Prozent (Vj. 12 Prozent). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit stand nach wie vor der Aufbau des neuen Polysiliciumstandorts Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Rund 550 Mio. € und damit etwa 65 Prozent der gesamten Investitionen des Jahres 2015 flossen in dieses Projekt. WACKER hat dort wie geplant zum Jahresende mit der Inbetriebnahme der Anlagen begonnen und Anfang 2016 bereits erstes Polysilicium produziert. Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war im Jahr 2015 der Ausbau der Produktionskapazitäten für Polymerprodukte und Silicone, um das Wachstum im Chemiegeschäft zu begleiten. Dazu zählen ein neuer Dispersionsreaktor am Standort Calvert City mit einer Jahreskapazität von 85.000 Tonnen und eine Produktionsanlage für Dispersionspulver mit einer Jahresleistung von 50.000 Tonnen in Burghausen. Ebenfalls am Standort Burghausen wurde eine Anlage für modifizierte Siloxane erweitert. Dieser Zwischenstoff für Silicone geht in eine Reihe von Endprodukten, beispielsweise in Siliconöle, Emulsionen und Harze.
Mitarbeiter

Steigende Umsätze in den Chemiebereichen und die Inbetriebnahme des neuen Standorts Charleston in Tennessee haben die Beschäftigung im Konzern erhöht. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im Geschäftsjahr 2015 um rund 270. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 waren weltweit 16.972 Mitarbeiter (31.12.2014: 16.703 Mitarbeiter) beschäftigt. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. An den deutschen Standorten von WACKER arbeiteten zum Stichtag 12.251 (Vj. 12.366) Mitarbeiter, im Ausland waren es 4.721 (Vj. 4.337).
Netto-Cashflow, Nettofinanzschulden und Eigenkapitalquote

Der Netto-Cashflow des Konzerns ist wie prognostiziert leicht positiv, im Jahresvergleich aber stark gesunken. Er belief sich auf 22,5 Mio. € (Vj. 215,7 Mio. €). Die deutlich höheren Investitionen und geringere Mittelzuflüsse aus Schadenersatzzahlungen von Solarkunden sind die wesentlichen Gründe für den erwarteten Rückgang. Die Nettofinanzschulden des Konzerns beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2015 auf rund 1,07 Mrd. € (31.12.2014: 1,08 Mrd. €). Sie liegen damit erwartungsgemäß auf dem Niveau des Vorjahres. Hierzu trug auch der Börsengang der Siltronic AG bei. Die Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 317 Mio. € erhöht und lag zum 31. Dezember 2015 bei 7,26 Mrd. € (31.12.2014: 6,95 Mrd. €). Zu diesem Anstieg um knapp fünf Prozent haben vor allem Zugänge beim Anlagevermögen und Währungseffekte beigetragen. Das Eigenkapital des Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag auf rund 2,80 Mrd. € (31.12.2014: 1,95 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 38,5 Prozent (31.12.2014: 28,0 Prozent).
Geschäftsbereiche

Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Geschäftsjahr 2015 um 12 Prozent gestiegen. Er erhöhte sich auf 1,94 Mrd. € (Vj. 1,73 Mrd. €). Verantwortlich dafür waren in erster Linie höhere Absatzmengen, positive Währungseffekte und leicht bessere Preise. Noch stärker gewachsen als der Umsatz ist das EBITDA. Es erhöhte sich um knapp 32 Prozent auf 276,2 Mio. € (Vj. 209,8 Mio. €). Gebremst wurde die positive Ergebnisentwicklung durch etwas höhere Rohstoffpreise, vor allem bei Siliciummetall.

Der Umsatz von WACKER POLYMERS hat 2015 erneut zugelegt. Er erhöhte sich um gut 11 Prozent auf 1,19 Mrd. € (Vj. 1,06 Mrd. €). Verantwortlich dafür sind in erster Linie höhere Absatzmengen bei Dispersionen und Dispersionspulver sowie positive Währungseffekte. Das EBITDA ist mit 222,2 Mio. € (Vj. 149,5 Mio. €) um 49 Prozent gewachsen. Hier haben sich der höhere Umsatz sowie die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Rohstoffkosten ausgewirkt.

Ebenfalls einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um rund 12 Prozent auf 197,1 Mio. € (Vj. 176,2 Mio. €) zu. Höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte haben wesentlich zu diesem Wachstum beigetragen. Stärker gestiegen als der Umsatz ist das EBITDA. Es erhöhte sich bei leicht höheren Energie- und Rohstoffkosten um gut 36 Prozent auf 32,2 Mio. € (Vj. 23,6 Mio. €).

Der Umsatz von WACKER POLYSILICON ist im Geschäftsjahr 2015 leicht gestiegen. Er erhöhte sich um gut 1 Prozent auf 1,06 Mrd. € (Vj. 1,05 Mrd. €). Höhere Absatzmengen konnten die rückläufigen Preise für Polysilicium mehr als ausgleichen. Mit 56.000 Tonnen (Vj. 51.000 Tonnen) hat der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr mehr Polysilicium verkauft als im Vorjahr. Das EBITDA ist mit 402,4 Mio. € (Vj. 537,0 Mio. €) um 25 Prozent unter dem Vorjahr geblieben. Wesentlich für diesen Rückgang waren geringere Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von Kunden aus der Solarbranche sowie höhere Anlaufkosten für das Hochfahren der Produktionsanlagen am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. WACKER POLYSILICON hat im Jahr 2015 Sondererträge aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen von 137,6 Mio. € (Vj. 206,3 Mio. €) vereinnahmt.

Siltronic hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen höheren Umsatz erzielt als im Vorjahr. Er kletterte um 9 Prozent auf 931,3 Mio. € (Vj. 853,4 Mio. €). Leicht höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte sind dafür verantwortlich. Niedrigere Preise haben das Umsatzwachstum dagegen gebremst. Das EBITDA hat sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp 9 Prozent auf 124,0 Mio. € (Vj. 114,0 Mio. €) verbessert. Positiv beeinflusst wurde die EBITDA-Entwicklung durch weitere Maßnahmen zur Kostensenkung und die gute Produktionsauslastung. Verluste aus der Währungssicherung haben das EBITDA dagegen gemindert.
Vorschlag zur Gewinnverwendung

Die Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2015 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.221,8 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 € (Vj. 1,50 €) je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2015 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 99,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2015 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,21 Prozent.
Ausblick

Konjunkturforscher gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft 2016 weiter wachsen wird. Die US-Wirtschaft soll im Vergleich zum abgelaufenen Jahr weiter robust wachsen, in Asien wird sich die Dynamik dagegen etwas abschwächen. In Europa setzt sich die Erholung nach Ansicht der Marktexperten auf niedrigem Niveau fort. Die Risiken aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Jahr 2016 haben sich in den vergangenen Monaten erhöht. Vor allem das schwächere Wirtschaftswachstum in China und der stark fallende Ölpreis haben die Aussichten für das weitere Wachstum der Weltwirtschaft eingetrübt. WACKER geht davon aus, dass die weltweite Wirtschaftsleistung trotz dieser erschwerten Rahmenbedingungen in diesem Jahr zunimmt.

In seinem Chemiegeschäft sieht WACKER für 2016 gute Chancen für weiteres Wachstum. Die Umsätze in allen drei Chemiebereichen sollen jeweils im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Bei Siliconen und Polymerprodukten wird das Umsatzwachstum von allen Geschäftseinheiten getragen. WACKER BIOSOLUTIONS sieht vor allem in seinem Geschäft mit Pharmaproteinen weiteres Potenzial. Auch im Bereich Ernährung wird dank neuer Produktentwicklungen ein Umsatzplus erwartet. Das EBITDA von WACKER SILICONES soll deutlich über dem Vorjahr liegen. WACKER POLYMERS will sein EBITDA gegenüber dem Vorjahr leicht steigern. Das EBITDA von WACKER BIOSOLUTIONS soll 2016 auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Das Polysiliciumgeschäft von WACKER soll im Jahr 2016 auf Grund der neuen Produktionskapazitäten am Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee in den Absatzmengen wachsen. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Photovoltaikmarkt sein Wachstum weiter fortsetzen wird. Auf Grund des im Jahresvergleich niedrigeren Preisniveaus bei Solarsilicium erwartet WACKER POLYSILICON aber trotz des Mengenwachstums nur einen geringen Umsatzanstieg. Wegen der Anlaufkosten für das Hochfahren der Polysiliciumproduktion am neuen Standort Charleston rechnet der Geschäftsbereich mit einem deutlichen Rückgang des EBITDA. Die im Vergleich zum Vorjahr geringeren Sondererträge aus einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen werden das EBITDA von WACKER POLYSILICON zusätzlich mindern.

In seinem Halbleitergeschäft geht WACKER von einem leichten Umsatzrückgang im Jahr 2016 aus. Verantwortlich dafür sind niedrigere Absatzpreise. Bei 300-mm-Siliciumwafern rechnet das Unternehmen damit, dass der Markt weiter wächst. Maßnahmen zur Kostenoptimierung sowie niedrige Kosten aus Währungssicherungsgeschäften werden sich positiv auf das EBITDA auswirken. Das EBITDA wird deshalb gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich deutlich steigen.

Insgesamt erwartet WACKER im Geschäftsjahr 2016 beim Konzernumsatz ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll auf vergleichbarer Basis ohne Berücksichtigung von Sondererträgen leicht ansteigen. Die EBITDA-Marge wird dagegen etwas geringer ausfallen, da keine wesentlichen Sondererträge erwartet werden. Dazu kommen weitere Anlaufkosten für den neuen Produktionsstandort in Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Die Investitionen werden mit rund 425 Mio. € wesentlich geringer sein als im Vorjahr. Die Abschreibungen liegen bei rund 720 Mio. € und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Das Konzernergebnis soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger ausfallen. WACKER erwartet einen deutlich positiven Netto-Cashflow. Die Nettofinanzschulden werden auf Vorjahresniveau liegen.


Kontakt:
Wacker Chemie AG
Investor Relations
Joerg Hoffmann
Tel. +49 89 6279-1633
E-Mail joerg.hoffmann@wacker.com
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