Silizium ist der wichtigste Rohstoff für die Hersteller von Solarmodulen. / Quelle: Wacker Chemie AG

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Wacker Chemie hofft auf Wachstum in 2014 - Analyst skeptisch

Die Siliziumproduzentin Wacker Chemie AG hat heute ihre endgültigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2013 veröffentlicht.  Sie entsprechen im Wesentlichen den Eckdaten, die der Konzern aus München im Februar bekannt gegeben hat. Der Konzernumsatz sank im Gesamtjahr gegenüber 2012 um rund drei Prozent auf 4,48 Milliarden Euro. Das Unternehmen erklärte dies mit gesunkenen Preisen. Der Preisverfall bei Soalrsilizium und Halbleiterwafern habe den Konzernumsatz des vergangenen Jahres um rund 8 Prozent gemindert.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel im Geschäftsjahr 2013 von 795,4 Millionen auf 678,7 Millionen Euro. Damit verringerte sich die EBITDA-Marge von 17,2 auf 15,2 Prozent. Die niedrigen Preise für Solarsilizium sind laut Wacker der Grund dafür, dass das EBITDA im Jahresvergleich um knapp 15 Prozent zurückgegangen ist. Sie seien im Jahresdurchschnitt um etwa ein Drittel niedriger gewesen als noch im Jahr 2012. Auch Wechselkurseffekte aus dem stärkeren Euro hätten die Ergebnisentwicklung gebremst. Dagegen konnten die Chemiebereiche des Konzerns vor allem dank höherer Absatzmengen ihr EBITDA gegenüber dem Vorjahr um gut 11 Prozent steigern. Unter dem Strich hat Wacker das Geschäftsjahr 2013 mit einem Konzernergebnis von 6,3 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind rund 109 Millionen Euro weniger als vor einem Jahr.

Für das Gesamtjahr 2014 stellte Konzernchef Rudolf Staudigl heute Steigerungen beim Umsatz und beim Ergebnis in Aussicht. Beim Umsatz geht er von einem Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Das EBITDA soll den Vorjahreswert um mindestens 10 Prozent übertreffen. Staudigl dazu: „Wir erwarten, dass unser Solarsilizium im Umsatz wachsen wird. Dabei helfen sollen nicht nur höhere Absatzmengen. Wir sehen auch Chancen für eine leichte Erholung bei den Preisen. Im Halbleitergeschäft wird sich der Preisdruck in diesem Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen.“

Christoph Schöndube ist Analyst der WGZ Bank. Er geht ebenfalls davon aus, dass Wacker in 2014 wieder wachsen wird. Nach seiner Einschätzung spiegelt der aktuelle Aktienkurs des Unternehmens aber einen zu großen Optimismus wider. Der Anteilsschein notiert heute Mittag im Xetra bei 94,5 Euro. Er hat sich damit auf Jahressicht um über 62 Prozent verteuert. Schöndube legt sein Kursziel mit 81 Euro deutlich darunter. Daher rät er zum Verkauf der Beteiligung.

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Wacker Chemie gab ferner bekannt, das sich das Unternehmen mit dem chinesischen Handelsministerium auf eine Preisverpflichtung für Siliziumexporte in die Volksrepublik geeinigt hat. China hatte im November 2012 Antidumping-und Antisubventionsuntersuchungen auf Einfuhren von Silizium aus der Europäischen Union in die Wege geleitet. Die Münchener waren davon besonders betroffen. Nach eigenen Angaben hat sich Wacker nun verpflichtet, an seinen europäischen Produktionsstätten hergestelltes Silizium in China nicht unter einem bestimmten Mindestpreis zu verkaufen. Im Gegenzug verzichtet China auf die Erhebung von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf dieses Material. Die Übereinkunft soll zum 1. Mai 2014 in Kraft treten und zunächst bis Ende April 2016 laufen.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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