Starke Nachfrage aus der Solarbranche: Die Siliziumproduktion von Wacker Chemie arbeitet unter Vollast. / Foto: Unternehmen

29.01.15 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wacker-Solargeschäft kommt in Fahrt - Zieht die Aktie nach?

Mehr Absatz und ein höheres Preisniveau – unter anderem beim Photovoltaik-Rohstoff Silizium - haben dem Solarzulieferer Wacker Chemie AG eine stark verbesserte Bilanz für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2014 beschert. Davon geht die Führung des Münchner Konzerns nach vorläufigen Berechnungen aus. Die Zahlen hätten die eigenen Erwartungen leicht übertroffen, so der Vorstand.  Analysten gehen davon aus, dass der Aktienkurs noch Luft nach oben hat.
Laut der ungeprüften Bilanz kletterte der Jahresumsatz im Vergleich zu 2013 um acht Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die Wacker Chemie AG noch 4,5 Milliarden Euro Gesamtumsatz verbucht. Zugleich erzielte der Konzern 2014 mit 443 Millionen Euro beinahe vier Mal mehr Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) als 2013.  Das Vorjahr hatten die Münchner noch mit 114 Millionen Euro EBIT beendet. Das Jahresergebnis vervielfachte sich auf 195 Millionen Euro nach sechs Millionen im Vergleichszeitraum 2013. Das vierte Quartal beendete Wacker Chemie mit 1,09 Milliarden Euro Umsatz. Auf Jahressicht bedeutet dies eine Steigerung um zehn Prozent. Der Quartalsgewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 158 Millionen Euro um 14 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahresquartals. Vorläufige Zahlen zum Quartals-EBIT veröffentlichte der Konzern nicht. Neben dem verbesserten Absatz und den höheren Preisen für Silizium und für Polymerprodukte habe Wacker Chemie  auch von der Schwäche des Euro profitiert, hieß es.
Die Siliziumsparte der Wacker Chemie AG steigerte ihre Umsatz im vierten Quartal um fünf Prozent auf 262 Millionen Euro. Das EBITDA kletterte hier um 25 Prozent auf 89 Millionen Euro. „Um die anhaltend gute Nachfrage seiner Kunden zu bedienen, fuhr der Geschäftsbereich seine Produktionsanlagen im Schlussquartal weiter mit Volllast. Daraus ergab sich eine gute Fixkostenabdeckung, die das Ergebnis ebenfalls positiv beeinflusst hat“, umschreibt der Vorstand die Entwicklung von Wacker Polysilicon, wie die Siliziumsparte offiziell firmiert.
Die Wacker-Aktie drehte nach positivem Start in den Handelstag im Xetra der Deutschen Börse zwischenzeitlich ins Minus. Bis 10:15 verlor sie im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs 1,7 Prozent an Wert und notierte bei 92,50 Euro. Auf Monatssicht liegt sie damit noch immer 2,4 Prozent im Plus. Und auf Jahressicht kletterte der Kurs um 9,8 Prozent.

Analyst hält Kursanstieg für realistisch

Thorsten Strauß, Analyst der Nord /LB, geht davon aus, dass die Wacker-Aktie noch weiter klettern kann.  Er erhöhte sein Kursziel deutlich: Seiner Einschätzung nach ist 98 Euro ein realistischer Preis, den die Aktie noch erreichen kann. Zuvor hatte sein Kursziel bei 88 Euro gelegen. Dennoch spricht der Experte der Nord/LB keine Kaufempfehlung aus: Einerseits zeige die Geschäftsentwicklung bei Wacker, dass „die ausgeprägten Preiseinbrüche bei Silizium für die Solarindustrie überwunden“ seien. Allerdings würden andererseits 2015 positive Sondereffekte wegfallen, die das Vorjahresergebnis „erheblich nach oben verzerrt“ hätten, begründet Strauß seine Einschätzung. Sein Votum: „Halten“.

Strauß prognostiziert, dass die Wacker Chemie AG ihren Umsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 7,7 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro wird verbessern können. Dabei rechnet er jedoch auf Jahressicht mit einem EBIT-Rückgang um 34,5 auf 290 Millionen Euro. Das Jahresergebnis werde voraussichtlich mit 180 Millionen Euro in 2015 um 6,2 Prozent niedriger ausfallen als 2014, so Strauß.


Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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