29.02.12 Anleihen / AIF

"Waldflächen sind gleichzeitig Fabrik und kostengünstiges Lager für die Holzherstellung" - Interview mit Leo Pröstler, Geschäftsführer von BaumInvest

Auf nachhaltige Holzwirtschaft setzt die Querdenker GmbH aus Freiburg. Über den geschlossenen Waldfonds BaumInvest 3, können sich Anleger beteiligen.Über das Konzept dahinter hat ECOreporter mit Leo Pröstler gesprochen, Geschäftsführer der Querdenker GmbH.

Die Messe Grünes Geld ist am 24. März erstmals in Berlin zu Gast. Die Messe gibt einen Einblick in die ganze Fülle nachhaltiger Geldanlagen und wird begleitet von einem umfassenden Vortragsprogramm. Der Eintritt zur Messe und zu den Vorträgen ist kostenlos. Mehr darüber erfahren Sie Opens external link in new windowhier.

ECOreporter: Herr Pröstler, inwiefern sind nachhaltige Waldinvestments eine sichere Alternative zu Beteiligungen an stark schwankenden Kapitalmärkten?

Leo Pröstler: Eine Kapitalanlage bei BaumInvest ist eine Investition in Boden und Bäume, also in Sachwerte, die auch in Krisenzeiten bestand haben, Inflationsschutz inklusive. Ein weiterer Vorteil von Waldinvestments ist, dass ein hoher Anteil der erzielbaren Rendite aus dem natürlichen Wachstum der Bäume resultiert. Außerdem müssen Bäume nicht unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt geerntet werden. Sollte die Nachfrage und Holzpreisentwicklung zum geplanten Erntetermin temporär niedrig sein, so können die Bäume ja auch stehen bleiben. Sie wachsen weiter und gewinnen an Volumen und Wert, während durch die „Lagerhaltung“ keine zusätzlichen Kosten entstehen. Waldflächen sind also gleichzeitig Fabrik und kostengünstiges Lager für die Holzherstellung.
Bei BaumInvest kommen noch weitere Sicherheitsfaktoren hinzu, darunter ausschließliche Eigenkapitalfinanzierung und Kontrolle über die Mittelverwendung durch Treuhänder.

ECOreporter: Welche Rolle spielen bei Ihren Projekten und Anlageangeboten die Währungsschwankungen? Wie gehen Sie damit um?

Pröstler: Wesentliche Investitionen werden in Costa Rica in US-Dollar abgewickelt. Zu dieser Währung liegt der Euro aktuell in einem, langfristig betrachtet, sehr günstigen Kursverhältnis.
Sollte der US-Dollar in Zukunft seine Funktion als Leitwährung auf den Weltmärkten verlieren, ist es aber auch möglich, den Rohstoff Holz auf Euro-Basis oder in einer beliebigen anderen Währung zu vermarkten.

ECOreporter: Auf welche Holzarten setzt Ihr Unternehmen und warum?

Pröstler: BaumInvest setzt aus ökologischen und ökonomischen Gründen auf eine Mischung aus verschiedenen einheimischen Baumarten und Teak. Die ausgewogene Mischung unterschiedlicher Baumarten sichert den gesunden Pflanzenwuchs und verringert die Gefahr von Schädlingsbefall und Krankheiten. Gleichzeitig wird so eine Risikostreuung hinsichtlich des Wachstumserfolgs der Bäume sowie der späteren Vermarktungschancen für das Holz erreicht.
Bei einem Mix aus verschiedenen Baumarten können jeweils diejenigen Arten für die Ernte ausgewählt werden, die sich an einem Standort am besten entwickeln. Als Beispiele sind hier Mahagoni und Teak zu nennen.
Mahagoni wächst in Mittel- und im tropischen Südamerika und ist sehr widerständig. Es kommt in der Möbelschreinerei zum Einsatz, vor allem bei der Ausstattung von Yachten, Autos und Musikinstrumenten.
Das Teakholz stammt ursprünglich aus Asien und wird wegen seiner Hochwertigkeit nun auch in tropischen Ländern kultiviert. Teak ist wenig anfällig für Schädlinge und wird wegen seiner Robustheit als Konstruktionsholz verwendet.

ECOreporter:  Inwiefern tragen Ihre Aufforstungskonzepte zur Artenvielfalt bei? Zielen Sie auch auf einen sozialen Mehrwert ab?

Pröstler: Unser Mischforstkonzept leistet – anders als Monokulturen - einen erheblichen Beitrag zur Schaffung neuer Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Auf allen unseren Grundstücken planen wir mindestens zehn Prozent Naturschutzflächen ein, in denen sich Tiere und Pflanzen gänzlich ungestört entwickeln können.
Wir haben durch Aufforstung und Waldfeldbau in Costa Rica 120 Arbeitsplätze geschaffen, allesamt sozial- und krankenversichert. Durch das Projekt  „Finca Verde“ unserer Aufforstungsfirma in Costa Rica im Rahmen von BaumInvest 3, werden etwa hundert Kleinbauer im ökologischen Anbau geschult sowie bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen unterstützt.
Finca Verde koordiniert auch die Vermarktung der Erzeugnisse, so dass Marktzugang und Marktmacht der Kleinbauern verbessert wird. Die oftmals hoffnungslos verschuldeten Kleinbauern können so neue Existenzperspektiven aufbauen.

ECOreporter: Was bringen Sie zur Messe „Grünes Geld“ in Berlin mit?

Pröstler: Wir stellen unseren dritten Fonds BaumInvest 3 vor, der dem Konzept des Vorgängerfonds folgt. Neu ist das erwähnte Projekt Finca Verde. Nach knapp drei Monaten auf dem Markt sind bereits 2,6 Millionen Euro dieses Fonds gezeichnet.
Außerdem bringen wir ein paar Flaschen Ingwersaft zur Verkostung mit, der aus dem Waldfeldbau auf BaumInvest-Flächen stammt. Es lohnt sich, zu probieren!

ECOreporter: Was erwarten Sie für Ihr Unternehmen in der Zukunft? Wo sehen Sie das Unternehmen in einem Jahr?

Pröstler: Bis Ende 2013 ist zunächst der Vertrieb von BaumInvest 3 geplant. Außerdem wollen wir in einem Jahr die ersten Flächen für BaumInvest 3 gekauft und für die Aufforstung vorbereitet haben. Wir sammeln bereits Erfahrungen im Holzhandel und haben in einem Jahr weitere Transaktionen erfolgreich angewickelt. Gleichzeitig betreuen wir natürlich die bereits aufgeforsteten Flächen der Vorgänger-Fonds intensiv weiter.
Für einige Produkte, wie. Z.B. Ingwer oder Ananas wollen wir aber auch Vertriebswege in Deutschland erschließen.

ECOreporter: Herr Pröstler, vielen Dank für das Gespräch!
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