Verantwortliche der Infinus-Gruppe stehen im Verdacht, 25.000 Anleger betrogen zu haben. / Bildquelle: Fotolia (Kneschke)

23.01.14 Anleihen / AIF

Waren Ex-Infinus-Vorstände auch Vermittler dubioser Wertpapiere?

Im Skandal um den Dresdener Finanzdienstleister Infinus-Gruppe sind neue Verdachtsmomente gegen drei Personen aus der Führungsspitze des Unternehmens aufgekommen. Drei der sieben Infinus-Führungskräfte,  gegen die derzeit staatsanwaltliche Ermittlungen laufen, sollen auch als Vermittler des Haftungsdachs der Infinus Finananzdienstleistungsinstitut AG registriert gewesen sein. Das berichtet der Informationsdienst „Fonds professionell“. Als Quelle dieser Information gibt Fonds professionell die Vermittlerdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht an.

Als Vermittler sollen die drei Personen dem Bericht zufolge auch selbst die Orderschuldverscheibungen – also Anleihen – vermittelt haben, deren Verkauf Gegenstand der Ermittlungen gegen Infinus sind. Fonds professionell schreibt außerdem, dass diese drei Vorstände beziehungsweise Vermittler laut der Bafin Datenbank seit Mitte Januar 2014 nicht mehr unter dem Haftungsdach tätig seien. Wie vier weitere Beschuldigte befinden sie sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Von dem Skandal sind nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft 25.000 Anleger betroffen, die zusammen 400 Millionen Euro in Orderschuldverschreibungen investiert haben sollen.  Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Anlagebetrug. In den Prospekten zu diesen Geldanlagen, bei denen die Infinus-Muttergesellschaft Future Business als Emittentin auftrat, sollen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens gemacht worden sein. Außerdem wird untersucht, ob die Beschuldigten mit diesen Geldanlagen eine Art von Schneeballsystem betrieben haben könnten.

Über eine Tochtergesellschaft war die Infinus-Gruppe auch im Bereich nachhaltige Geldanlage aktiv. Wie andere Tochterfirmen meldete dieses Unternehmen im Verlauf des Skandals Insolvenz an (mehr dazu lesen Sie  hier).
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