Canadian Solar ist einer der größten Solarhersteller der Welt. Mit dem Bau von eigenen Solarparks kann der Konzern eigene Module verwenden und so seine Produktion auslasten. Er macht sich als Projektierer zudem unabhängiger von Preisschwankungen am Modulmarkt und sichert sich aus dem Betrieb von Solarkraftwerken stabile Einnahmen. / Foto: Unternehmen

22.12.15 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Warum die Aktie von Canadian Solar weiter Luft nach oben hat

Über 25 Prozent Kursgewinn verzeichnet die Aktie von Canadian Solar seit der  Kaufempfehlung von ECOreporter.de im August. Damals hatte der Solarkonzern mit Hauptsitz in der kanadischen Provinz Ontario mit einer schwachen Zwischenbilanz für das zweite Quartal viele Börsianer verschreckt. Die Kosten des Unternehmens waren gestiegen und die Einnahmen gesunken. Wir aber sahen eine günstige Gelegenheit zum Einstieg und verwiesen auf die Stärke des Geschäftsmodels. Zudem hatte die Führung von Canadian Solar damals die Prognose für das Gesamtjahr trotz der zwischenzeitlichen Probleme bekräftigt. Die Aktie des Solarkonzerns sackte danach zwar zunächst weiter ab, erholte sich ab September aber deutlich und gewann im Dezember enorm hinzu. Heute früh notiert sie im Tradegate mit 26,4 Euro um rund 45 Prozent über dem Vorjahreskurs. Wir sehen weiteres Kurspotential und halten an unserer Kaufempfehlung fest.

Canadian Solar hat zwar für die ersten neun Monate einen Rückgang beim Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Das ist aber eine Folge von Umstellungen im Geschäft mit großen Solarparks, das der Konzern zuletzt stark ausgebaut hat. Er ist einer der weltweit größten Hersteller von Solarmodulen, will sich aber einen stabileren Mittelzufluss im Geschäft mit der Umsetzung und dem Betrieb von Photovoltaikprojekten sichern. In diesem Jahr hat die Konzernführung daher immer mehr Projekte im eigenen Bestand gehalten, anstatt sie zu verkaufen. Dies erfolgte zwar zu Lasten der Einnahmen in 2015, verbesserte aber die kurzfristigen Einnahmemöglichkeiten. Auch schuf sich Canadian Solar so die Option, eine größere Anzahl von Projekten in eine Betreibergesellschaft auszugliedern und an die Börse zu bringen. Die Ausgabe von Aktien einer solchen YieldCo könnte dem Konzern viel Geld in die Kassen spülen, um sie in weiteres Wachstum zu investieren. Zwar haben sich die Aktien von solchen YieldCo’s zwischenzeitlich schwach entwickelt, weshalb es noch keinen geeigneten Zeitpunkt für Canadian Solar gab, diese Option zu ziehen. Aber die Chancen dafür haben sich deutlich verbessert, seit der US-Kongress die Solarförderung vor wenigen Tagen verlängerte. Die hohen Steuernachlässe auf Investitionen in Soalranlagen, die so genannten ITC‘s (Investment Tax Credit), waren eigentlich bis Ende 2015 befristet, wurden nun aber deutlich verlängert (hier  erfahren Sie mehr darüber). Diese sehr überraschende Wendung hat in den USA die Aussichten für Solarkonzerne im Allgemeinen und für Solarprojektierer im Besonderen schlagartig verbessert.

Investoren können nun viel länger davon ausgehen, in den USA attraktive Bedingungen vor Solarinvestments vorzufinden. Sie gewinnen mehr Zeit für die Umsetzung, die Hemmschwelle für Solarinvestments sinkt daher. Und damit steigen die Chancen für Canadian Solar, in den USA Aufträge für Solarparks und für deren Ausstattung mit Solarmodulen zu erhalten. Die Kanadier sind nun weniger davon abhängig, verstärkt auf das Geschäft in Asien zu setzen, auch wenn Canadian Solar dort ebenfalls gut aufgestellt ist. Der Konzern hat in China eine große Produktionskapazität aufgebaut und sich in Japan etliche Großprojekte gesichert.

Ohnehin hat Canadian Solar zuletzt wieder verstärkt Einnahmen im Projektgeschäft gemeldet. Mehrere Großinvestoren sind bei Solarfarmen der Kanadier in Nordamerika eingestiegen oder haben sie gleich ganz übernommen. So übergab Canadian jetzt den Solarpark Aria mit einer Kapazität von neun Megawatt (MW) an One West Holdings, eine Tochter von Concord Green Energy. Für die hat der Solarkonzern bereits mehrere Photovoltaikprojekte in Kanada umgesetzt. Mit solchen Referenzen kann er auch andere Großinvestoren leichter für Aufträge gewinnen.

Im Modulgeschäft sind die Aussichten ebenfalls gut

Canadian Solar hat in diesem Jahr auch stark in den Ausbau der Modulproduktion investiert. Das erweist sich nun als geschickter Schachzug. Vor der Entscheidung des US-Kongresses hatten viele Experten für 2017 mit einem Nachfrageeinbruch im Weltmarkt für Solarmodule gerechnet. Sie bezweifelten, dass andere Märkte den befürchteten Einbruch in den USA ab 2017 ausgleichen könnten. Doch mit der Verlängerung der ITC’s dürfte die Nachfrage aus den USA sich nicht abschwächen, sondern sogar anwachsen. Eben weil Solarinvestments in den USA nun sicherer geworden sind, kein abruptes Ende der Solarförderung mehr droht. Canadian Solar ist dank des Ausbaus der Produktion imstande, diese zusätzlich mögliche Nachfrage bedienen.

Im vierten Quartal will der Konzern Solarmodule mit zusammen mindestens 1.300 MW ausliefern und davon rund 170 MW an eigene Solarparks. Er strebt einen Quartalsumsatz von 930 Millionen bis 980 Millionen Dollar an nach 956,2 Millionen Dollar im vierten Quartal 2014. CEO Shawn Qu erhöhte zudem inzwischen die Prognose für das Gesamtjahr. Bislang hatte er 2,8 Milliarden bis 3,0 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht nach 2,96 Milliarden Dollar im Vorjahr. Nun rechnet der Konzernchef mit 3,28 Milliarden bis 3,33 Milliarden Dollar Jahresumsatz in 2015.

Wir sehen gute Chancen für eine starke Jahresbilanz von Canadian Solar und eine positive Konzernprognose für 2016. Beides dürfte den Aktienkurs beflügeln. Neue Geschäftserfolge im US-Markt könnten in den kommenden Wochen das Vertrauen in die Aktie zusätzlich stärken. Auch könnte das Unternehmen bald entweder weitere Einnahmen aus dem Projektgeschäft melden oder den Börsengang einer YieldCo ankündigen. Beides würde bei Börsianern zusätzliche Kursfantasien anregen. Folglich hat die Aktie weiter Luft nach oben.

Canadian Solar Inc.: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY
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