Rechtfertigt die Qualität die hohen Preise des Bio-Lebensmittelhändlers Whole Foods Market? Kunden scheinen daran zunehmend zu zweifeln. Viele wandern zur Konkurrenz ab. Fleischtheke des US-Unternehmens. / Quelle: Whole Foods Market

28.10.15 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Warum die Bio-Lebensmittelaktie Whole Foods Market weiter an Vertrauen verliert

Nach einem Zwischenhoch im September befindet sich die Bio-Lebensmittelaktie Whole Foods Market wieder auf Talfahrt. Was steckt dahinter? Ist eine erneute Kurserholung in Sicht? Wie sollten Anleger reagieren?

Der US-amerikanische Bio-Lebensmittelhändler Whole Foods Market ruft erneut Produkte von seinen Kunden zurück. Schon zu Beginn des Monats hatte er bekannt geben müssen, dass Käse des Unternehmens vermutlich mit Listerien befallen war. Diese Bakterien können Lebensmittelinfektionen auslösen, begleitet von Bauchschmerzen und Durchfall. Bedrohlich ist eine solche Infektion vor allem für sehr junge und für alte Menschen. Nun sind offenbar auch Fertigsalate von Whole Foods Market mit Listerien befallen. Diese hat das Unternehmen jetzt ebenfalls zurückgerufen. Listerien kommen bei Lebensmitteln vor allem dann vor, wenn sie nicht sachgerecht hergestellt werden. Daher rücken diese Vorfällle die Qualitätssicherung von Whole Foods Market in ein schlechtes Licht. Eine weitere Minderung des Kundenvertrauens kann sich der Bio-Lebensmittelhändler mit Hauptsitz im texanischen Austin aber kaum leisten. Es ist ohnehin angeschlagen, seit er im Juni einräumen musste, dass bei einer großen Filiale in New York verpackte Waren falsch abgewogen und daher überhöhte Preise etikettiert worden waren (wir haben darüber  berichtet).

Die Börsianer strafen das Unternehmen bereits für den erneuten Listerienbefall ab. Die Aktie von Whole Foods Market verbilligte sich seit der Unternehmensnachricht an der Nasdaq um rund fünf Prozent auf 30,7 Dollar. Auf Jahressicht hat sie rund 19 Prozent an Wert verloren. Die Vorfälle in New York hatten bereits die Geschäfte im dritten Quartal beeinträchtigt, den Absatz erschwert. Daher hatte Whole Foods Market die Prognose für das Gesamtjahr kappen müssen, das Ende September abgeschlossen wurde (auch darüber haben wir  berichtet). Allein seither sank der Aktienkurs um rund 25 Prozent, trotz eines Zwischenhochs im September und nachdem der Anteilsschein im ersten Halbjahr noch auf Höhen um die 50 Dollar geklettert war.

Analyst senkt für die Aktie den Daumen

Am 4. November will der Bio-Lebensmittelhändler die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 bekannt geben. Der US-Analyst Scott Bender von Cleveland Research erhofft sich davon keine positiven Impulse für den Aktienkurs von Whole Foods Market. Er verweist im Gegenteil darauf, dass das Unternehmen weiter starkem Wettbewerbsdruck ausgesetzt war und ist. So würden große Kaufhausketten vermehrt ebenfalls Lebensmittel anbieten, zu deutlich günstigeren Preisen. Darauf habe Whole Foods Market noch immer keine überzeugende Antwort gefunden. Bender rechnet damit, dass die Erlöse des Unternehmens im vierten Quartal stagnieren werden. Die Führung von Whole Foods Market hatte Ende Juli die Umsatzprognose gekappt und für das Gesamtjahr nur noch wenige Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Zuvor hatte sie noch mit einem Umsatzplus von über fünf Prozent gerechnet. Analyst Bender beurteilt die weitere Entwicklung skeptisch und rät, die Beteiligung an Whole Foods Market zu verringern.

Whole Foods Market Inc. ISIN US9668371068 / WKN 886391
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